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 [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus

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Juserus
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BeitragThema: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Mo 13 Jul 2015 - 17:34
das Eingangsposting lautete :

Tempel des Scelus


Im Zentrum des Kantorwaldes steht ein Tempel. Er erinnert an unsere antiken griechischen oder römischen Tempel, da er vielen Marmor als Baumaterial hat und von Säulen gehalten wird. Er ist simpel aufgebaut und recht klein.
Sobald man hineintritt, werden einen zunächst die Symbole und Statuen auffallen, die Scelus huldigen, denn dies ist sein Tempel.
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Nathea
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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Di 18 Aug 2015 - 9:30
Der junge Mann schwieg betroffen, nachdem die Elfe ihm die Antwort auf seine Frage gab. Ihm war bekannt, dass es die Hölle gab. Er hatte schon einiges von ihr in Büchern gelesen aber das er eines Tages auf jemanden stoßen würde der bereits dorthin gereist war, hätte er beim besten Willen nie geglaubt. Umso mehr erschütterte es ihn, dass jemand so sanftes, wie Arynah es war, Höllenquahlen erleiden musste. Was musste sie angestellt haben, um über solch einen langen Zeitraum büßen zu müssen? Nathea glaubte den Worten der jungen Elfe. Sie hatte keinen Grund sie beide zu belügen aber ein Leben aus Zorn stand Arynah bei Weitem nicht. Zumindest nicht der Arynah, die er kennengelernt hatte. Es fiel ihm schwer sich auszumalen wie sie in ihrem vorherigen Leben gewesen sein musste.
Nachdem die junge Elfe geendet hatte, wollte Nathea ihr antworten. Er wollte ihr tröstende Worte spenden, doch alles was ihm in den Sinn kam hielt er für ungeeignet und so endete er mit: "Es tut mir sehr leid, das zu hören." Dabei sah er ihr mit ernstem Blick in die Augen. Er hatte keine Ahnung wie es war seine Erinnerungen zu verlieren. Zumindest nicht über einen so langen Zeitraum. Das musste furchtbar quählend sein. Er selbst hatte sämtliche Erinnerungen an den schicksalhaften Tag von vor fünf Jahren verloren und auch in der Zeit nach seinem Koma blieben ihm nur Erinnerungsfetzen. Egal wie sehr er sich bemühte, er konnte sich nicht vorstellen wie es war ganze drei Jahre aus seinem Leben zu verlieren.

Nathea konnte sich ein schelmisches Grinsen nicht verkneifen. Die Neugier war ein scheußliches Biest und nur den wenigsten gelang es ihm nicht zu unterliegen. Was ihn anging, so hatte er nicht einmal versucht dagegen anzukämpfen. Vielmehr arbeitete er mit dem Biest Hand in Hand und zusammen erforschten sie alles was er zu Gesicht bekam. Doch nur selten schien der Ausblick auf ein Geheimnis, das es zu enthüllen galt, so verlockend wie dieses hier. Er musste einfach wissen was sich hinter dieser Tür verbarg. Er musste.
"Wenn wir jetzt zurückkehren und Hilfe holen, wird jeder wissen das wir einen längst vergessenen Tempel entdeckt haben. Dann wird dieser Ort wohlmöglich nur so von Bewohnern Nanka's wimmeln. Wir sollten sie selbst öffnen und hinterher entscheiden, ob oder wem wir diesen Ort anvertrauen."

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Di 18 Aug 2015 - 10:07
Finwe war verwundert darüber, dass Arynah einen Großteil ihres Lebens, wenn man das überhaupt so nennen konnte, in der Hölle verbracht hatte. "Ein Glück, dass Ihr danach nicht ins Kristallherz seid.", entfloh es ihrer Kehle. Vermutlich bekundete man in solchen Momenten eher sein Beileid, Mitleid oder überhaupt, wie sehr es einem Leid tat, dass sie so lange in der Höhle Qualen erleiden musste. Auch Finwe tat dies, aber auf ihre eigene Art und Weise, da sie mit den üblichen Worten nicht viel anfangen konnte. Sie erschienen ihr nicht ehrlich, auch wenn sie Nathea durchaus abkaufte, dass er es ernst meinte. Aus ihrem eigenen Munde kam es ihr schlichtweg nicht so rüber wie aus den Mündern anderer.

Die junge Elfe legte den Kopf etwas schief und betrachtete die Tür, während sie wieder auf Arynah einging. "Man hätte womöglich vorher einen Seher oder Sensor arrangieren sollen.", meinte sie. "Sie sind immer zu gebrauchen." Als sie dann die weiteren Worte Arynahs hörte, leuchteten ihre Augen ihre jedoch blitzartig auf. Die andere Elfe schien geschlagen! Oder sie hatte einfach keine Lust, sich gegen zwei sehr neugierige Geschöpfe zu stellen, die auch noch bereit waren, die Aktion alleine durchzuführen. Nun fragte sich die Rotschöpfige aber, was die Silberhaarige konnte, was sie in der Vergangenheit so schlimmes getan hatte, dass sie so leiden musste. Ob sie unglaublich mächtig war?
"Wie wollt Ihr sie öffnen, Nathea?"
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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Di 18 Aug 2015 - 13:11
Arynah lächelte die beiden an. Sie reagierten anders, als sie erwartet hätten. Glücklicherweise fragten sie nicht, warum sie in der Hölle war. Warum Arynah Myrani so viele Jahre hatte büßen müssen. Sie selbst sah nicht im Schlechten auf diese Zeit zurück. Natürlich erinnerte sie sich an das Leid. Natürlich war ihr klar, dass es schrecklich war, was sie durch gemacht hatte. Aber Arynah hatte es verdient. Sie hatte diese Jahrtausende der Qualen nicht grundlos erdulden müssen.
Zunächst richtete sie ihren Blick zu Nathea. "Das braucht Euch nicht leid tun. Man landet nicht einfach so auf der dritten Ebene. Es war meine eigene Schuld und meine eigene Sturheit. Ich hatte es verdient." Sie blieb weiterhin ruhig und milde. Sie kannte keine Wut mehr. Man hatte sie ihr ausgetrieben. Nun schaute sie zu Finwe. "Da bin ich mir nicht sicher. Wäre ich im Kristallherz, hieße es, dass ich meinen Frieden hätte finden dürfen. Aber ich lebe wieder, nicht wissend, warum. Es kann nur bedeuten, dass ich nicht genug gesühnt habe." Oder dass wieder Bedarf nach ihrem Fluch hatte. Der Grund, weshalb sie überhaupt den Hass einst empfunden hatte. Ihr Fluch. Testete man sie? Bestrafte man sie? Arynah konnte es nicht wissen. Sie brauchte es auch nicht. Irgendwann erfuhr sie es.

Die beiden berieten sich weiter über die Tür. Arynah hatte aufgegeben. Sie konnte ihre Vorsicht nicht geltend machen. Sie waren zu neugierig. Zu bedacht darauf, herauszufinden, was dort hinter war. Ihre Argumente waren gut. Aber wenn Arynah sich vorstellte, was alles hinter dem Tor lauern könnte, wurde ihr schlecht. Es gab vieles Böse auf der Welt. Viele Dinge, die man fürchten sollte. Es konnte ein Schatz dahinter sein, natürlich. Oder aber auch ein wahnsinniger Ael, den man eingesperrt hatte und nur darauf wartete, die Welt zu verwüsten. Niemand wollte wahnsinnigen Ael begegnen. Niemand.

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Di 18 Aug 2015 - 13:41
Die silberhaarige Elfe hatte Recht. Man gelangte nicht einfach so auf die dritte Ebene, das konnte er mit Gewissheit sagen, zumindest sofern er den Büchern trauen konnte. Er empfand es als unhöflich weiter nachzubohren und so sagte er nichts weiter dazu. Dann runzelte er plötzlich die Stirn. Wenn es Bücher über die Hölle gab und Arynah den Inhalt ohne ihn zu kennen bestätigen konnte - bedeutete dies, dass es noch andere neben der Elfe gab, die aus der Hölle zurückgekehrt waren und denen man eine zweite Chance geschenkt hatte? Er grübelte noch eine Weile darüber nach. Vielleicht sollte er noch einmal zurückverfolgen woher die Bücher stammten und wer sie geschrieben hatte. Aber zuerst würde er sich um diese Tür kümmern.

Nathea wandte sich an Finwe. "Das Schloss ist solide aber es sieht mir nach einer einfachen Mechanik aus. Es sollte sich mit ein paar geübten Griffen öffnen lassen, sodass nichts beschädigt wird." Er wirbelte herum und beäugte seine beiden Begleiterinnen kritisch. Er würde ein Werkzeug brauchen. Etwas schmales, langes und biegsames. Schließlich lächelte er. "Hat eine der Damen womöglich eine Haarspange über? Wenn mir nicht vorher von einem Porupin der Kopf abgerissen wird, verspreche ich, kaufe ich euch eine neue."

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Di 18 Aug 2015 - 15:12
"Aber leidet Ihr denn?", wollte die Rothaarige wissen, die Brauen zogen sich dabei leicht zusammen und bildeten in der Mitte eine Falte. Finwe selbst war vermutlich sehr viel optimistischer eingestellt als jeder andere, zumal sie in der Gegenwart und Zukunft lebte, aber vermutlich konnte sie Arynahs Situation nicht ganz begreifen, sie hatte es schließlich nicht selbst erlebt und musste sich nicht fragen, warum sie wieder hier und nicht im Kristallherz war. Ob sie noch einmal in die Hölle musste? Aber warum? Bisher benahm sich Arynah vorbildlich und weitaus vorsichtiger als die beiden anderen Kandidaten, die die Tür aufbrechen wollten, um zu sehen, was sich dahinter befand. Auch wenn Finwe von der Hölle wusste und sich bereits sicher war, dass sie auch dort landen würde, obgleich sie eine heilige Priesterin war und den Göttern diente, machte sie sich keine Sorgen darum. Jeder bekam, was er verdiente und in diesem Fall wurden keine Fehler gemacht. Es gab zudem Mittel und Wege, ihr vergangenes Handeln mit mindestens einer der sieben Todsünden zu begründen.

Finwe nickte mehrmals hintereinander, betrachtete dann die Tür genauer, als Nathea erklärte, dass es sich wahrscheinlich um eine einfache Mechanik handelte, die er bedienen konnte. "Ihr seid nicht nur ein Bordellbesitzer.", bemerkte sie und sah ihn aus großen Augen direkt an. Dann fuhr sie mit ihren Fingern durch ihre Haare und schaute in ihren Taschen nach, ob sie eine Spange oder auch nur etwas ähnliches dabei hatte. Nichts. Eine Sache kam ihr allerdings noch in den Sinn, die sie unbedingt anmerken musste. "Wir müssen Vorkehrungen treffen, falls dort etwas gefährliches sein Unwesen treibt." Mit dem Zeigefinger deutete sie auf die Tür und nahm dann etwas Abstand von dieser, bedeutete auch Nathea und Arynah, dass sie bei Seite gehen sollten. "Ich werde eine Art Schutzgitter beschwören.", meinte sie, wartete aber noch darauf, dass man sie gewähren ließ und ihre Idee als gut befand. Vielleicht hatte Arynah ja noch etwas besseres drauf und in diesem Fall zählte wirklich das Bessere, um ausreichend Schutz bieten zu können. Abgesehen davon war sie sich nicht sicher, wessen Magie mehr Kraft kostete. "Richtig geflochten hält es jeden Sturm aus und jede Bestie zurück. Ein Flechtwerk, das mehrere Kilogramm Last tragen kann."
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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Mi 19 Aug 2015 - 20:55
"Ich bereue", sagte sie auf Finwes Frage hin. "Auch nach zwölftausend Jahren fühle ich die Schuld noch nicht von meinen Schultern." Zwölftausend Jahre. Das waren Achtundvierzigtausend Höllenjahre. Wenn man begriff, dass Arynahs Hass so tief gesessen hatte, dass sie lange ihre Taten nicht als Schlecht begriff, konnte man verstehen, wieso sie so viele Jahre gesessen hatte. Sie wollte schließlich die Götter vernichten. Da wollte man wohl sicher gehen, dass sie ihre Ansichten vergaß.

Die beiden heckten einen Plan aus. Arynah lauschte ihren Worten und Überlegungen und war selbst drauf und dran, einen Guhl zu beschwören. Zu viert waren sie sicherlich besser dran. Und doch hielt sie sich zurück. Sie wusste einfach nicht, was sie tun wollte. Was sie tun sollte. Alles in ihr schrie, dass diese Tür geschlossen bleiben musste.
"Ich habe leider keine Spange", sagte Arynah verlegen und trat auf Finwes Bewegung einen Schritt zurück. Sie verriet ihren Plan und Arynah stieß einen leichten Seufzer aus. Gegen Ael oder ähnliches half dieses Geflecht auch nichts. Aber sie wagte auch nicht nur daran denken zu wollen, dass sich dort hinter ein Dämon befand. Es hatte gewiss Gründe, wenn man einen solchen einsperrte und Arynah wollte nicht wissen, welche das waren.
"Verausgabt Euch bitte nicht", meinte Arynah schließlich zu der Elfe. "Ich kann zur Not mit anderen Tricks als Alchemie aufwarten", fügte sie an. Schließlich war Arynah keine Alchemistin. Sie war Nekromantin. Einst eine mächtige und heute eine erbärmliche. Wie lange wohl noch, bis sie ihre Kräfte zurück hatte? Bis sie wieder auf der Höhe ihrer alten Macht war?

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Do 20 Aug 2015 - 15:18
"Reue ist häufig nur eine andere Definition von Leid", sprach der junge Mann und erinnerte sich an die Geschichten einiger Männer, die in sein Bordell gekommen waren. Oftmals waren es heldenhafte Geschichten von großen Schlachten um die Damen zu beeindrucken, doch Nathea bezweifelte das es solche in der Realität je gegeben hatte. Vermutlich waren besagte Schlachten bloß irgendwelche Außeinandersetzungen zwischen zweier betrunkener Männer. Was auch immer davon der Wahrheit entsprach, ihr Leiden war gewiss nicht erlogen. Sicher traf das nicht auf jeden Gast zu aber er hatte durchaus schon den ein oder anderen Mann kennengelernt, der in seiner Reue beinahe ertrank. Sie kamen in sein Bordell um zu vergessen.

Nathea's Grinsen wurde breiter, als Finwe zu ihm sprach. "Oh, ich bin noch viel mehr als das", gab er zu. Nath hatte viele Geheimnisse. Neue Freundschaften zu schließen lag ihm nicht und nicht jedem konnte er alles anvertrauen. Er hatte daher gelernt nicht alles von sich preiszugeben und die Dinge mit sich selbst auszumachen. Zudem standen Mädels im Allgemeinen auf geheimnisvolle Männer.
Nathea trat zur Seite und ließ Finwe gewähren. Ein Schutzgitter war sicher keine schlechte Idee, dennoch ermahnte er den Rotschopf sich nicht zu übernehmen. Selbstverständlich brannte er darauf zu erfahren was dahinter lag aber jetzt da sie bereits im Tempel waren konnte er sich auch noch ein Weilchen gedulden, falls die beiden Elfen eine längere Pause benötigten.

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Do 20 Aug 2015 - 18:16
Die junge Elfe war etwas erschrocken, als sie die Zahl der Jahre noch einmal in sich aufnahm. Noch dazu musste sie hören, dass Arynah sich nach wie vor schuldig fühlte und sie etwas belastete. Es war sicherlich nicht einfach, wenn man wusste, was man in der Vergangenheit getan hatte, aber nach wie vor lebte Finwe im Hier und Jetzt, in der Gegenwart, mit dem Blick auf die Zukunft. Reue war dennoch ein wichtiger Teil und auch Finwe konnte so etwas wie ein schlechtes Gewissen empfinden, auch wenn ihre Neugier dies immer wieder überdeckte. Sie belog sich jedenfalls nicht selbst und schon gar keine anderen. Den Worten Natheas hatte sie nichts weiter hinzuzufügen, also schwieg sie und widmete sich lieber wieder der metallischen Tür, die hier so fremd schien wie ein Glas Eiswasser in der Wüste.

Die Antwort Natheas befriedigte sie keineswegs, sie würde sich jedoch erst später wieder damit beschäftigen. So machte sich die Daelwon bereit, um ihre Fingerspitzen spielen zu lassen. Man konnte die Magie nicht wirklich sehen, sie war nichts materielles und auch nicht in der Form eines Lichts oder Farben auszumachen, man sah lediglich, wie Pflanzen aus dem Boden brachen, sich flochten und damit ein massives Gitter bildeten. Noch dazu handelte es sich nicht einfach um irgendwelche Blümchen, sondern um etwas, das mit Bambus vergleichbar war, nur etwas filigraner, aber durchaus fest und flexibel genug, mit einer Wand aus Holz oder dünnem Stein mitzuhalten.
Als sie Gitterwand erschaffen war, trat Finwe wieder ein Stück näher heran und überlegte einen kurzen Moment, ehe sie den Menschen wieder ansah. "Meint ihr, eine flexible Pflanze oder etwas astartiges könnte eine Spange ersetzen?" Doch sie schüttelte sofort den Kopf und hob einen Finger. "Vielleicht finden wir aber auch hier im Tempel etwas, das sich eignen könnte."
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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Fr 21 Aug 2015 - 12:48
Finwe erschuf das Gitter ohne Probleme. Es war, als wäre es eine leichte Übung für sie, aber Arynah wusste, wie viel so etwas von einem verlangen konnte. Die Elfe fragte sich nur, warum Finwe ihre Stimme nicht nutzte. Natürlich brauchte sie keine Worte sprechen, denn Pflanzen waren unumstritten ihre Gabe, aber als Elfe hatte sie die Macht, allein durch ihre Stimme viel Kraft einzusparen. Arynah sang oft, wenn sie Magie wirkte, um sich zu schonen. Sie erinnerte sich gut daran, wie sie Armeen von Untoten herbei gesungen hatte. Eine Hymne des Todes muss es für die Feinde gewesen sein. Wunderschön und schrecklich zugleich.
Das Gitter stand und sah relativ stabil aus. Das meiste könnte es tatsächlich aufhalten. Und doch ließ Arynah das mulmige Gefühl nicht los. Sie wollte wirklich nicht wissen, was hinter der Tür lag.
Aber eine Frage war nicht geklärt. Das Tor müsste immer noch geöffnet werden. Da es eine Gesangstür war, wäre es einfach, wenn sie den Text kennen würden, aber Arynah hatte keine Ahnung, wie er lautete. Und so mussten sie sich auf Nathea verlassen, der scheinbar kein Krieger war. Wenn er mit einer Spange oder ähnlichem eine Tür öffnen könnte, war er vielmehr den Schattenkünsten angetan. Ein Dieb.
Finwe schlug etwas Organisches vor, was sicherlich zu weich war und meinte dann, sie könnten im Tempel suchen. In diesem Moment blinzelte Arynah und starrte den Mann an. "Wie wäre es mit einem Knochen?", fragte sie dann. "Eine Rippe, die man anspitzt oder einen Fingerknochen. Wäre das in Ordnung?" Eine seltsame Frage, natürlich. Im Tempel hatte man kein Skelett vorgefunden und es war sicherlich zu bezweifeln, dass Arynah sich selbst einen dieser Knochen heraus riss. Nein. Ihr kam vielmehr die Idee, einen Guhl zu beschwören und ihn auseinander zu nehmen. Warum auch nicht? Das wäre das einfachste. Auch wenn die Frau noch mehr von sich Preis geben müsse.

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Sa 22 Aug 2015 - 20:21
Mit einem leichten Kribbeln in der Nackengegend sah Nathea zu wie Finwe einige Pflanzen beschwor, die sich vor seinen Augen zu einem dichten Netz miteinader verflochten. Nathea beäugte Finwe's Konstrukt ausgiebig. Es wirkte sehr stabil und würde einen ersten Angriff sicherlich abhalten können, sollte hinter der Tür jemand oder etwas auf der Lauer liegen. Nachdem auch Finwe sich von ihrem Werk überzeugt hatte, wandte sie sich ihm zu. Nathea lauschte ihren Worten und nickte nachdenklich nachdem sie geendet hatte. Er bezweifelte, dass sie zwischen all den Trümmern ein geeignetes Werkzeug finden würden aber noch gab er die Hoffnung nicht auf. Und wer weiß - vielleicht würden sie bei der Suche auf eine neue Entdeckung stoßen.
Noch bevor Nath auch nur einen prüfenden Blick umher werfen konnte, meldete sich Arynah zu Wort. "Einen Knochen?" Er legte die Stirn in Falten. Sicherlich würde ein entsprechend kleiner und zugespitzter Knochen hilfreich sein, auch wenn es etwas kniffelig werden dürfte damit ein Schloss zu öffnen. Mit improvisiertem Werkezug kannte sich Nathea jedoch bestens aus. Dennoch fragte er sich wie sie jetzt an einen Knochen kommen sollten. Er hatte weder einen Kadaver, noch irgendwo ein Skelett rumliegen sehen. Dennoch glaubte er, dass Arynah diesen Vorschlag nicht ohne Hintergedanken geäußert hatte. "Ein entsprechend kleiner und zugespitzter Knochen dürfte funktionieren aber woher wollt Ihr diesen nehmen?"

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   So 23 Aug 2015 - 13:49
Ein Knochen? Wo wollte sie denn jetzt einen Knochen herbekommen, wo hier doch kein Skelett herumlag, nicht einmal ein toter Tierkörper, den man ausweiden konnte. Und selbst wenn, Finwe würde dies zu unterbinden wissen. Es gab ungeschriebene Gesetze im Bezug auf Leichen und Skelette. Eines davon war, dass man sie nicht schändete und das Herausnehmens eines Knochens fiel ihres Erachtens unter eben solch eine Sünde. Dann wurden ihre Augen mit einem mal riesig, leuchteten fast schon gespenstisch, als sie Arynah damit anfunkelte. "Es wird niemand sterben müssen, nur damit wir diese Tür aufbekommen.", sagte sie mit erschreckend ernster Stimme. Dass Arynah eine Nekromantin war und bereits einen guten Plan hatte, konnte sie nicht ahnen, auch wenn sie wusste, dass die andere Elfe Kräfte besaß, die sie nicht preisgab. Sie war eine geheimnisvolle junge Frau und je länger sie mit ihr unterwegs waren, desto mehr erfuhren sie über sie.
"Verzeiht mir.", sagte sie dann plötzlich in einem ganz anderen, weitaus sanfteren und leiseren Ton, als sie sich ihrer Gedanken bewusst wurde. Wie hatte sie nur so schlecht von ihrer Freundin denken können? Sie konnte sicher keiner Fliege war zu Leide tun, wenn sie nicht gerade jemanden angriff. Jedenfalls konnte sich die Daelwon es sich nicht vorstellen, auch wenn sie die Silberhaarige sicher nicht unterschätzen wollte. Sie erinnerte sich daran, dass sie aus der Hölle kam, also mit Sicherheit nicht erneut sündigen würde.
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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   So 23 Aug 2015 - 15:43
Finwes Reaktion ließ Arynah kurz zusammen zucken. Sie starrte die Elfe an und die Frau starrte zurück. Einen Moment sagte niemand etwas. Arynah hielt fast schon den Atem an und wusste nicht, was sie sagen sollte. Sie hätte nicht gedacht, dass Finwe darauf reagieren würde. Viel mehr hatte sie eine andere Reaktion erwartet, aber dass sie so ernst wurde, konnte sie fast nicht begreifen. Dann aber entschuldigte sich die Priesterin. Sie klang ruhiger und wieder freundlicher. Einen Moment senkte Arynah ihren Blick, bevor sie wieder zu Finwe auf sah. "Schon in Ordnung", sagte sie leise. Sie hatte vergessen, dass man sich ihrer Gabe nicht bewusst war. Dass ihre Fragen skurril klingen könnten, wenn man den Zusammenhang nicht kannte.
Natheas Frage lenkte ihre Aufmerksamkeit auf den Weißhaarigen. Dies war eine ungewöhnliche Haarfarbe für einen Menschen. Er war weder alt noch hatte er bisher irgendwelche Magie genutzt. Vielleicht verbarg er seine Kräfte, denn ungewöhnliche Merkmale bei Menschen deuteten oft auf besondere Gaben hin.
Sie lächelte ihn sanft an. Bevor weitere Diskussionen ausbrachen, schloss Arynah ihre Augen und begann wieder zu singen. "Miorl skyfor o-ion-parn, iorl zar o-ion-parn." Singend wiederholte sie diese Worte immer und immer wieder. Hinter Arynah begann plötzlich der Boden aufzubrechen. Eine Hand ragte aus dem frischen Spalt heraus. Klammerte an dem Rand und langsam zog sich ein Guhl aus dem Boden heraus. Hievte sich aus dem Loch. Er stank fürchterlich, seine Glieder wurden durch alte Fetzen Muskeln und Sehnen zusammengehalten. Sein Kiefer hing herab und er gab tiefe und unverständliche Laute von sich.
Arynah blickte zu Finwe. "Ich hoffe, das geht in Ordnung. Er ist tot, hat keine Seele und ist zusammengesetzt aus den vielen Fragmenten, die man in der Erde unter uns findet", erklärte sie ehe sie Nathea ansah. "Und aus ihm können wir einen Knochen finden." Sie blickte einen Moment ihr Werk an, ehe sie ihm über den kahlen, muffigen Kopf strich. Sie hatte mit Leichen keine Berührungsängste. Ihr Leben war von ihnen geprägt. "Ich würde es aber vorziehen, wenn wir ihn soweit es geht ganz lassen. Er kann uns sicherlich noch nützlich sein."

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Mo 24 Aug 2015 - 13:43
Finwe's harsche Reaktion überraschte ihn nicht. Sie hatte schon zuvor bei ihrer Begegnung mit dem Porupin auf Nathea's Bitte hin, eben diesen zu erlegen, sehr angriffslustig gekontert. Inzwischen erwartete er nichts anderes, wenn es darum ging jemandem oder etwas Schaden zuzufügen. Arynah jedoch schien mit der prompten Ablehnung etwas mehr kämpfen zu müssen. Sie wirkte fast schon ein wenig verletzlich auf ihn, so wie sie dort stand.
Nathea beobachtete die etwas angespannte Situation einen Moment lang, ehe er das Schweigen mit seiner Frage nach dem Knochen brach. Arynah's Antwort war eine andere, als die die er erwartet hatte. Statt der üblichen Aufklärung, schloss die Elfe die Augen und begann mit sanfter Stimme zu singen. Abermals hallte ihr Gesang von den steinernen Wänden. Sie verlieh diesem staubigen Ort etwas Glanz und lies ihn für einen Moment nicht ganz so finster wirken. Arynah's Worte wiederholten sich immer und immer wieder, während sich hinter ihr der Boden auftat. Instinktiv trat Nathea einen Schritt zurück. Sein Blick fiel auf die Hand, die sich aus dem Spalt heraus schob und Halt am Rand des entstandenen Abgrund's fand. Nathea's Hand zuckte ungeduldig und er kämpfte dagegen an nicht nach seinem Bogen zu greifen. Er brauchte gar nicht lang darüber nachzudenken, denn der Gestank der aus dem Boden quoll vernebelte seine Sinne. Er wandte sich ab, hielt Mund und Nase mit seiner Armbeuge bedeckt und sprach einen Fluch aus. So einen furchtbaren Gestank hatte er noch nie erlebt. In Nanka roch alles wunderbar frisch und blumig, wenn sich nicht gerade jemand vor den Türen des Wirtshauses und unmittelbar vor seinen Füßen übergab. Seinem besten Freund Ren war dies schon einige Male passiert. Dessen Magen erwiderte seine Liebe zum Alkohol nicht im Geringsten. Leidtragender war meist Nathea, der seinen sturzbetrunkenen Freund dann nach Hause geleiten durfte. Doch was immer sich da gerade vor ihm aus dem Boden zog - es stank zehnmal schlimmer!
Erst als Arynah's Gesang endete und ihr Werk sich vollständig aus dem Boden erhoben hatte, blickte Nathea skeptisch und mit zugehaltener Nase über die Schulter zurück. "Himmel, Arynah! Ihr hättet uns ruhig vorwarnen können. Der stinkt ja furchtbar!" Angeekelt betrachtete er den Ghul von oben bis unten. Er stank nicht nur absonderlich, er sah auch genauso aus. "Jetzt sagt mir nicht, Ihr habt vor mit ihm auch noch umherzuspazieren, nachdem wir ihm einen Knochen aus dem Leib gerissen haben?" Dann zog er skeptisch die Brauen zusammen und fragte mit etwas milderer aber dennoch besorgter Stimme: "Wenn wir dieses Ding aufmachen, stinkt er dann noch mehr?"

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Mo 24 Aug 2015 - 18:13

Noch etwas schuldbewusst blickte sie gen Boden, als Arynah verlauten ließ, dass es in Ordnung sei. Die Augen wurden schlagartig wieder groß und leuchteten vor Freude. Dann lauschte sie der fabelhaften Stimme der anderen Elfe – sie konnte wirklich zauberhaft singen und besaß eine Stimme, um die andere sie sicher beneideten. Auch Finwe empfand eine Art Neid, aber sie empfand diesen positiven Neid, denn sie gönnte der hübschen Elfe dieses Talent und diese wunderschöne Stimme, anstatt sie sich selbst zu wünschen oder ihr Böses zuzusprechen. Doch dann wurde der Gesang durch ein Knacken am Boden unterbrochen, die Harmonie, die eben noch für einen Moment in dem Tempel geherrscht hatte, war zerstört, ebenso die recht erträgliche Luft.
"Ein Ghul?", wollte sie wissen, anstatt dass sie sich die Nase bei dem unerträglichen Gestank zuhielt. Sie war fasziniert von der Silberhaarigen und ihren Fähigkeiten, noch dazu, weil sie allgemein sehr interessiert an der Nekromantie war und nun Zeuge einer solchen Magie werden durfte. Auf Arynahs Worte hin nickte sie lediglich, so fasziniert war sie von dem neuen Geschöpf, das aus dem Boden hervorgetreten war und nichts weiter war, als etwas lebloses, das doch irgendwie lebte. "Er riecht in der Tat unerträglich.", meinte sie und zog die Nase kraus, ehe sie ihr langes Haar in die Hände nahm und sich an die Nase drückte. Wenigstens ihr Haar roch blumig, überdeckte damit zumindest ein klein wenig den bestialischen Gestank, der von dem Untoten ausging.
"Ein Fingerknochen, ein Fußknochen oder ein gebrochener Knochen wäre sicher hilfreich.", nuschelte sie unter ihren Haaren und Händen und musterte das fremdartige Wesen. "Hat er einen Namen?", wollte sie dann völlig aus dem Kontext gerissen wissen. "Und hört er?" Sie sah ihn fast schon wie eine Art Haustier und weniger als ein eigenständiges Individuum. Sie hatte schon einiges über Nekromantie gelesen, aber sie wusste nicht, wie sich Ghule wirklich verhielten, vor allem, wie sie sich anderen gegenüber verhielten, die ihnen gutgesinnt, aber immer noch nicht ihr Meister waren.


Zuletzt von Finwe am Fr 28 Aug 2015 - 9:26 bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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Arynah
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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Mi 26 Aug 2015 - 14:50
"Man gewöhnt sich an den Gestank", setzte Arynah an und schaute die beiden an. Sie hatten es besser verkraftet als erwartet. Sie war schon Personen begegnet, die ohnmächtig umgefallen waren, als sie einem Untoten gegenübergestanden hatten. Aber sowohl Nathea als auch Finwe schlugen sich prächtig. Keiner von ihnen machte ihr Vorwürfe. Viel mehr wirkten sie interessiert. Man begegnetet auch nicht jeden Tag einem Guhl. Sie richtete ihre Aufmerksamkeit auf Nathea. "Ich würde ihn gerne noch etwas hier behalten. Auch wenn er in seinen Kräften beschränkt ist, so kann er dennoch nützlich werden.” Nun richteten sich die silbernen Augen auf Finwe. "Nein. Er hat keine Seele in sich und somit auch keinen Namen. Er hört jedoch auf meine Befehle. Einen Guhl mit Seele zu beschwören kostet viel Energie, denn man müsste diese Seelen aus der Hölle oder dem Kristallherz herausreißen.” Arynah wusste zu genüge, dass Diener aus der Hölle gehorsam waren. Sie dienten ihrem Herren mit Inbrunst, denn in der Zeit, in der sie in einem unappetitlichen Körper steckten, waren sie frei von Leid und Qual. "Er regt sich nur, wenn ich es ihm befehle”, fügte sie an und drehte sich nun dem Guhl zu. Mit wenigen, geflüsterten Worten gab sie ihm die Anweisung, einen kleinen Knochen aus seinem Körper zu entfernen. Das Wesen handelte sofort und reagierte. Er begann mit seiner Hand in die andere zu greifen und zog einen gesplitterten, dünnen Fingerknochen heraus. Arynah nahm ihn entgegen, lächelte milde und betrachtete ihn. Wenig später warf sie ihn Nathea zu. "Reicht der?", fragte sie. Natürlich könnte sie auch versuchen, einen kindlichen Guhl zu erschaffen, aber diese Vorstellung grauste sogar ihr.
Der Guhl neben ihr regte sich nicht. Es war, als wäre er nur eine Puppe. Im Grunde konnte man auch nicht mehr von ihm erwarten. Dennoch sah Arynah in ihm einen treuen Diener. Selbst ohne Seele. Sie erinnerte sich gut an die Zeiten, in denen sie mit beseelten Guhlen gearbeitet hatte. Einige waren ihr gute Freunde gewesen, obwohl sie aus der Hölle stammten. Aber dies war Jahrtausende her.

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Do 27 Aug 2015 - 9:37
"Oh ich bezweifel, dass ich mich jemals an den Gestank gewöhnen werde!" Innerlich kämpfte Nathea gegen die anschwallende Übelkeit an. Es wäre sicher wenig reizvoll, wenn er vor den Augen der zwei Elfinnen seinen Mageninhalt präsentierte und so wich er einen weiteren Schritt zurück - weg von dem bestialisch stinkenden Erdmännchen ohne Haar. Als Arynah ihm versicherte, sie würde den Ghul noch eine Weile bei sich behalten wollen, nahm Nathea es ihr nicht übel. Es war sicher eine gute Idee einen Ghul bei sich haben. Falls Porupins eine empfindliche Nase hatten, würden sie jedenfalls keinen mehr antreffen. Einen kleinen Fluch konnte Nathea sich dennoch nicht verkneifen. Er hoffte nur, er würde nicht so enden wie sein Freund Ren und das ganz ohne jeglichen Alkohol. Es gelang ihm mehr oder weniger gut sich auf das angeregte Gespräch zwischen den beiden Elfinnen zu konzentrieren. Wäre er nicht so damit beschäftigt gegen seine Übelkeit anzukämpfen, hätte er sicher auch über Finwe's Fragerei schmunzeln müssen aber unter diesen Umständen war das unmöglich. Er horchte auf. Beseelte Ghule? Nathea wusste nicht einmal das es soetwas gab und Arynah sprach davon, als hätte sie selbst schon etliche male dergleichen beschwört. Wer immer diese zierlich, melancholische Elfe vor ihm war - sie war bei Weitem nicht das wofür er sie gehalten hatte. Er brannte darauf mehr von ihr und ihren Abenteuern zu erfahren aber das würde warten müssen.
Vor seinen Augen begann der Ghul unter Arynah's Befehl in seiner Hand herumzustochern und zog wenig später einen dünnen, spitzen Knochen daraus, den seine Schöpferin ihm kurz darauf zuwarf. Nathea fing ihn einhändig auf, ohne dabei den anderen Arm von Mund und Nase zu lösen. Angewidert begann er ihn zwischen seinen Fingern zu drehen und begutachtete das kleine Stück. Den Göttern sei Dank trug er noch seine guten Handschuhe, sodass er den Knochen nicht mit bloßen Händen berühren musste. "Mit dem sollte es funktionieren", gestand er und wandte sich der Tür zu. Er würde beide Hände brauchen um das Schloss zu knacken und hoffte inständig, dass ihn der Gestank nicht dazu verleiten würde sich dennoch zu übergeben.
Entschlossen trat Nathea näher heran und begann mit seiner Arbeit. Der spitze Fingerknochen war in der Tat durchaus hilfreich. Für einen Moment vergaß er sogar den Gestank während in ihm sein Adrenalin vor Begeisterung zu kochen begann. Man könnte durchaus von Leidenschaft sprechen, wenn man ihn danach fragte. Nathea liebte den Nervenkitzel auf seinen Diebeszügen und das Unbekannte hinter jedem Schloss, jeder Tür und in jeder noch so kleinen Tasche. Das Beste gab es meist in den kleinen Truhen und Taschen zu erbeuten. Doch sobald er die Beute an sich gerissen hatte, langweilte sie ihn wieder. Es ging ihm nicht um Geld oder wertvollen Schmuck - davon besaß er genügend - er lebte für den Nervenkitzel. Klick. Nathea hielt inne. Abermals hatte er ein Schloss geknackt, doch dieses mal würde es seine größte Errungenschaft sein, unabhängig davon was sie hinter dieser seltsamen Tür vorfinden würden. Jetzt musste er tatsächlich lächeln. "Seid Ihr bereit?"

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Fr 28 Aug 2015 - 9:34
Die Augen Finwes begannen fast vor Schreck herauszuploppen – wie ziemlich oft –, als Arynah ihr eröffnete, der Ghul hätte keine Seele, aber würde man einen beschwören, müsse man die Seele erst aus der Hölle oder dem Kristallherz reißen. Letzteres schmerzte in ihrem Herzen, wenn sie daran dachte, dass die armen Seelen dort ihren Frieden gefunden hatten und dann zurückgezogen in einen stinkenden Ghul wieder das Tageslicht erblickten. Sie fragte sich allerdings, ob diese dann einen eigenen Willen hatten, nicht unbedingt gehorchten und ob sie, falls sie nur gehorchen konnten, danach in die Hölle kamen, sollten sie jemanden töten. Ihre Lippen öffneten sich bereits einen Spalt, um ihrem Unwissen freien Lauf zu lassen, als ihr jedoch keine Zeit blieb, um noch etwas zu sagen, denn sie musste mitansehen, wie sich dieser Ghul selbst den Knochen heraus riss und dabei scheinbar gar nichts empfand. Sie war fasziniert. Und dann wieder angeekelt, als der Geruch durch die Bewegungen des Wesens wieder intensiver wurden. Sie sog tief den guten Duft ihres Haars ein und presste die Hände noch etwas fester gegen ihre Nase.

Erwartungsvoll beobachtete sie den Menschen dabei, wie er sich dem Schloss der Tür widmete und drauf und dran war, sie aufzubrechen. Sie machte sich auf alles gefasst und dennoch konnte sie sich kaum ausmalen, was alles an Übel auf sie einbrechen könnte. Sie erhoffte sich alles Gute, einen Schatz, eine verborgene Statue des Scelus, eine geheime Bibliothek und vieles mehr, wovon sie was haben konnte.
Als sie ein leises Klick vernahm, schaute sie gebannt auf die metallene Tür und nahm Haare sowie Hände aus ihrem Gesicht. Der Gestank war für diesen Moment vergessen und das Adrenalin ließ ihr Herz so schnell rasen wie schon lange nicht mehr. Die Augen begannen auch abermals beinahe aus ihren Höhlen zu fallen, während ihr Mund sich langsam Millimeter für Millimeter öffnete und einen Blick auf ihre weißen, strahlenden Zähne ließ.
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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   So 30 Aug 2015 - 15:37
Das Tor öffnet sich. Öffnet sich und schwingt auf. Ihr hab keine andere Wahl mehr, als hinein zu gehen. Oder? Seid gespannt. Seid gefasst. Und fürchtet euch nicht. Dahinter liegt die Dunkelheit. Dahinter liegt... ein langer Gang. Er führt hinab in die Tiefe. Er wird euch verschlingen. Euch verschlucken und nie wieder ausspucken. Wollt ihr wirklich dort hinein gehen?

Und dann... ihr hört sie. Die Schreie eines Mannes. Laut und schmerzhaft. Er schreit. Wimmert. Fleht. Rettet ihn! Oder rettet ihn nicht. Ein Schatten liegt über ihm. Ein Schatten ist... in ihm.
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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   So 30 Aug 2015 - 15:45
Die beiden nahmen Arynahs Aktion recht entspannt auf. Dass sie nichts dazu sagten, war ein gutes Zeichen. Zimperlich waren Nathea und Finwe auf keinen Fall. Und so war die Frau fast schon erleichtert, dass es so gut ausgegangen war. Wahrscheinlich hatte sie mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet, aber für den Moment sollte es hoffentlich reichen.
Nathea machte sich ans Werk und öffnete das Tor. Es dauerte eine Weile, aber mit einem Klicken schaffte er es, die Tür zu öffnen. Sie schwang auf.
Finwe starrte begierig und aufgeregt auf die sich entblößende Dunkelheit. Arynah hingegen blieb ruhig. Sie hatte keine Angst. Sie hatte nicht mal einen Überlebensinstinkt, weil sie wusste, dass sie überlebte. Sie fürchtete sich nicht vor dem Tod. Sie wusste, dass er sie ereilen würde und sie wusste, dass sie sich die Art selbst aussuchen könnte. Und so blieb sie entspannt.
Knarrend hielten die Flügel des Tors inne. Sie waren völlig geöffnet. Hinter dem Pflanzennetz offenbarte sich ein Tunnel, der hinab führte. Eine Treppe. Vorsichtig trat Arynah einen Schritt näher und ließ ihre Lichtkugel etwas in den Gang leuchten. Aber das Licht reichte nicht aus.
"Ich hatte ein wenige mehr erwartet", schmunzelte sie. Wohin der Tunnel wohl führte? Als sie gerade noch etwas sagen wollte, wurde die Stille von einem Schrei zerrissen. Er drang bis in ihr Mark und ließ ihr einen Schauer über den Rücken laufen. Es war ein Schrei voller Leid und Qualen. Jemand erduldete dort unten große Pein.
Schnell starrte Arynah zu ihren Begleitern? "Habt ihr das auch gehört?", fragte sie nach, um sicher zu gehen, dass sie nicht gerade Erinnerungen einholten.

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Mo 31 Aug 2015 - 10:18
Nathea blinzelte neugierig in die Dunkelheit, die sich ihnen nun offenbarte. Hinter der Tür schien es noch finsterer zu sein als es ohnehin schon die meiste Zeit über war. Egal wie sehr er sich bemühte, er konnte in der Schwärze nichts erkennen. Nur mit Hilfe der Lichtkugel gelang es ihm hinter dem Pflanzennetz einen schmalen, hinabführenden Gang auszumachen. Für einzelne Details war das sanfte Glimmen allerdings zu schwach. Sie würden wohl hindurchtreten müssen, um zu erforschen was da so lange in Vergessenheit geraten war. Oder auch nicht vergessen worden war. Die Tür, die er soeben geöffnet hatte sah nicht sehr alt aus und vielleicht war dieser Tempel gar nicht so verlassen wie sie glaubten.
Arynah war inzwischen heran getreten und äußerte sich mit dem Blick auf den nichtssagenden Tunnel etwas enttäuscht. Nathea ging es ähnlich. Er hatte mit weiteren eigenartigen Wesen gerechnet, die Finwe sicherlich ohne Mühe alle hätte benennen und beschreiben können. Doch hier gab es weder eigenartige Wesen noch irgendwelche interessanten Geheimnisse zu entdecken. Hier gab es nur die Finsternis und ein paar staubige Stufen. In der Tat enttäuschend. Doch das änderte sich schlagartig als ein markerschütternder Schrei das Schweigen brach. Er klang so voller Leid und Qualen, dass es Nathea eiskalt über den Rücken lief. Arynah schien es ähnlich zu gehen. Er antwortete ihr mit einem Nicken und spähte weitherhin unentwegt durch das Pflanzennetz. "Wir sollten runtersteigen und nachsehen", sagte er schließlich und wandte sich seinen Begleiterinnen zu. "Es klingt als bräuchte da jemand unsere Hilfe. Scheint als sei heute sein Glückstag!"

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Di 1 Sep 2015 - 19:34
Finwe schaute in die Dunkelheit, die hinter ihrem Pflanzengitter auszumachen war. Es war zu erkennen, dass es sich um einen Gang handelte, aber wohin er führte, konnte man lediglich erahnen, als sie ebenso wie die anderen den Schrei vernahm, der aus dem Inneren des Ganges wieder hallte und voll Leid und Qualen durchzogen schien. Jemand wurde dort unten in der Finsternis, die weitaus bedrückender schien als die Dunkelheit hier, gerade gequält, aber sie wollte sich nicht täuschen lassen. Irgendetwas in ihr sagte, dass sie zwar nachsehen, aber auf der Hut sein sollten.
Anders als die anderen beiden trat sie nicht an die Tür heran, sondern hielt Abstand und bedeutete ihren Pflanzen sogleich, sich wieder zurückzuziehen. Wenn man wusste, dass diese Pflanzen nicht echt, sondern quasi künstlich erschaffen waren und damit weder Leid noch Schmerz spüren konnten, war es umso einfacher, sie einfach verwelken zu lassen. Hätten sie so etwas wie eine Seele, könnte sie es nicht übers Herz bringen, sie verwelken zu lassen und würde sie stattdessen in eine andere Richtung wachsen lassen. Aber diese hier besaßen nun mal keine Seele, sie waren lediglich Magie und nicht mehr. Binnen Sekunden verfärbte sich das Gitter bräunlich bis schwärzlich, wurde schrumpelig und zerfiel schließlich zu Staub. Nun hatten sie freien Eintritt in die Finsternis und zum Ursprung des elendigen Schreis, der ihr eine Gänsehaut bereitet hatte.

"Wir sollten vorsichtig sein.", ermahnte sie Nathea, der in diesem Moment neugieriger und begeisterter schien als die junge Elfe. Selbstverständlich wollte sie das Abenteuer und natürlich war sie neugierig und würde lieber ihr Leben lassen, als das anderer zu opfern oder dieses Abenteuer zu verpassen, aber dennoch empfand sie in just diesem Moment ein unwohles Gefühl. Etwas in ihr sagte ihr, dass dieser Schrei nicht echt war oder zumindest nicht das bedeutete, was sie vermutlich alle dachten.
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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Di 8 Sep 2015 - 19:51
Scheinbar hatte Arynah sich den Schrei nicht eingebildet. Trotz der Tatsache, dass es ein schrecklicher, klagender Laut gewesen ist, fühlte sie sich beruhigt. Zu wissen, dass sie nicht von ihrer Vergangenheit eingeholt wurde, schenkte ihr einen Moment der Ruhe.
Nathea schlug vor, den Weg hinab zu nehmen, wogegen sich Arynah nicht äußern wollte. Finwe löste ihr Pflanzengitter auf, so dass sie die Treppen betreten konnten. Sie mahnte zur Vorsicht, was Arynah verstand. Sie war schließlich zu Beginn diejenige gewesen, die erst gar nicht wollte, dass man dieses Tor öffnete. Nun aber hatten sie scheinbar keine Wahl mehr. Sie konnte nicht zulassen, dass jemand dort unten litt.
Arynah trat als erstes in den Gang. Der Untote folgte ihr. Kurz schaute sie zu ihren beiden Begleitern. "Macht Euch keine Sorgen, dass ich vorgehe." Sie lächelte fast schon geheimnisvoll. Sie starb nicht. Jeden Schmerz konnte sie erdulden, aber Arynah wusste, dass sie nicht sterben würde. Leiden, vielleicht. Aber ihr Leben war noch sicher.
Der Gang war dunkel. Auch wenn ihre Lichtkugel den Weg ausleuchtete, reichte der Schein nicht weit. Arynah versuchte in die Finsternis zu spähen, aber nichts ließ sich erkennen. Es ging in die Tiefe hinab. Ihr Guhl blieb ruhig, strömte nur seinen Gestank aus, folgte der Frau aber als wäre er ein Geist.
Als wieder ein Schrei erklang, hielt Arynah inne. Er hallte von den Wänden wider und erfüllte die Frau mit einem Gefühl der Melancholie. Sie atmete tief ein, bevor sie weiter ging. "Wir sollten auf alles vorbereitet sein", murmelte sie und legte sich in Gedanken alle Möglichkeiten zurecht, um gegen etwaige Gefahren vorzugehen. Sie fürchtete, dass das Ziel zu mächtig war, als dass sie das angehen konnten. Was, wenn ihre Vermutung nach einem Ael wahr war? Was, wenn sie einem Unsterblichen begegneten? Gegen einen solchen könnte sie nicht vorgehen. Sie konnten nur hoffen, dass alles gut lief. Dass sie nicht ihrem Tod entgegen lifen.

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Mi 9 Sep 2015 - 10:55
Finwe ermahnte ihn zur Vorsicht. Ihm war durchaus bewusst, dass dort unten eine Gefahr auf sie lauerte. Zu Finwe's Beruhigung bestätigte er ihr, dass er dieses Vorhaben nicht auf die leichte Schulter nahm auch wenn es vielleicht den Anschein machte. Dieser Mann dort unten benötigte dringend ihre Hilfe und wie viel Glück musste er haben, dass ausgerechnet heute drei Abenteurer vorbeikamen und das Schloss zur Finsternis öffneten? Nathea atmete entschlossen ein und sein Adrenalin verhinderte, dass ihm der Gestank des Ghuls zu Kopf stieg. Sie würden helfen. Auch auf die Gefahr hin das sie geradewegs in eine Falle liefen. Wenn er jetzt umkehrte, würde er sich für den Rest seines Lebens Vorwürfe machen und sich mit dem Gedanken quählen möglicherweise einen unschuldigen Mann getötet zu haben.
Arynah und ihr Ghul traten als erstes in die absolute Dunkelheit und waren binnen Sekunden aus seinem Blickfeld verschwunden. Obwohl die Lichtkugel ihnen dicht auf den Fersen war, änderte es nichts an diesem Bild. Mit einer anmutigen Geste ließ er Finwe den Vortritt und folgte ihrem Beispiel kurz darauf. Obwohl sie sich keine drei Stufen vor ihm befinden musste, sah er nichts als Schwärze und so stieg er mit äußerster Vorsicht die Stufen hinab.
Erneut erklang ein Schrei und Nathea stoppte augenblicklich. Das Echo hallte von allen Seiten wider. Hätte er es nicht besser gewusst, würde er glauben jemand stünde hinter ihnen. Nach kurzem Zögern ging es weiter hinab. Ihm war nicht wohl bei der Sache und mit jeder weiteren Stufe wuchs dieses Gefühl in ihm. Dennoch würde er nicht umkehren und war fest entschlossen sich dem zu stellen, was dort unten möglicherweise auf sie lauerte. "Haltet Euch bereit."

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Mi 9 Sep 2015 - 13:56
Es dauerte einige Minuten, bis die Treppe endete. Schneller, als es Arynah lieb war. Sie versuchte in die Dunkelkeit zu spähen, aber nichts schien ihr Licht zu spenden, was über ihre Lichtkugel hinaus ging. Die junge Frau wartete, bis Finwe und Nathea direkt hinter ihr waren, so dass sie den Atem der anderen Elfe in ihrem Nacken fühlen konnte. Sie atmete tief ein und verließ sie letzte Stufe der Treppe.
Kaum hatte sie das getan, flammten Fackeln mit einem Zischen um sie herum auf. Sie erschienen in großen Flammen, bevor ihr Feuer ruhig vor sich hin brannte. Die Luft war stickig, wandelte sich aber binnen von Sekunden in einen Luftzug, der an den dreien vorbei hinaufzog. Das silberne Haar der Nekromantin wirbelte wild herum, bevor sich die Böe legte und wieder Ruhe herrschte.
Die Fackeln beschrieben einen kreisrunden Raum, der etwa so groß wie ein Einfamilienhaus war. Die Wände waren dunkel und fast kahl, wär dort nicht der Efeu, der sich an ihnen herauf hangelte. Im Zentrum des Raumes befand sich ein kleiner See, in dessen Mitte eine Plattform war. Auf ihr konnte nur eine einzelne Person Platz finden. Nein. Dort befand sich sogar eine Person. Ein Mann. Stammten von ihm die Schreie?
Unwillkürlich trat Arynah einen Schritt nähere, damit sie ihn besser betrachten konnte. Er wirkte menschlich, aber das musste nichts heißen. Solange sie seine Augen nicht sah, konnte sie nicht ausschließen, dass es sich bei ihm um einen Ael handelte.
Er saß auf dem steinigen Untergrund und schien in sich gekehrt zu sein. Er zitterte. An seinen Handgelenken waren Ketten, deren Enden im Boden verankert schienen. Die Kleider zerrissen und die Haut blass hatte Arynah Mitleid mit ihm. Warum war er hier?
Fragend schaute sie zu Nathea. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Arynah hatte keine Ahnung, wie man mit so jemanden umgehen sollte.
Doch bevor sie etwas sagen konnte, rasselten die Ketten. Der Mann blickte zu den drei Eindringlingen auf.
„Bitte“, flüsterte er. „Bitte tötet mich.“

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Zuletzt von Arynah am Mi 9 Sep 2015 - 20:33 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Mi 9 Sep 2015 - 17:04
Nathea kam es vor wie eine Ewigkeit. Eine Stufe folgte der anderen. Ein unendlicher Kreislauf. Wäre irgendwo ein Teil der Treppe eingestürzt gewesen, wäre er geradewegs darauf zu gelaufen und in einen Abgrund gestürzt. Er hoffte nur das Arynah, die im Schein der Lichtkugel hinabstieg, sie rechtzeitig warnen würde.
Inzwischen war es ungewöhnlich still geworden. Die Schreie des Mannes waren verebbt. Alles was sie jetzt noch hörten, war das Echo ihrer eigenen Schritte. Nachdenklich zog er die Brauen zusammen. Irgendetwas stank hier ganz gewaltig und dieses mal war es nicht der Ghul. Vor ihm hielten seine Gefährtinnen inne. Nathea bemerkte es jedoch erst, als er sanft gegen Finwe's Rücken stieß. Instinktiv griff er nach ihrem Arm, um einen Sturz zu verhindern und ließ erst wieder von ihr ab, nachdem er sich von ihrem festen Stand überzeugt hatte. Gebrochene Knochen oder verstauchte Gelenke konnten sie jetzt nicht gebrauchen.
Sie hatten das Ende der Treppe erreicht und mit einem mal spürte er die Anspannung in seinen Gliedern. Ein ungewohntes Gefühl. Nathea gehörte nicht zum Typ Mensch, der schnell nervös wurde aber dieses mal war es anders. Er atmete tief ein, folgte Arynah's Beispiel und verließ die letzte Stufe. Licht flackerte von überall auf und tauchte den Raum in einen sanften, feurigen Schein. Kurz kniff er die Augen zusammen. Zu sehr war er noch an die absolute Finsternis gewohnt. Ein plötzlicher Luftzug ließ seine Haare wild herum wirbeln, sodass er zum Schutz die Hand vor's Gesicht hob. Doch binnen weniger Augenblicke hatte sich die Böe wieder gelegt und offenbarte was vor ihnen lag.
Die Anspannung wich seiner erneut aufflammenden Neugier, als er den Blick umherschweifen ließ und versuchte sich jedes Detail einzuprägen. Dieser Ort war gänzlich anders als er ihn sich vorgestellt hatte. Er wirkte so... friedlich. Zumindest solange bis er den angeketteten Mann auf der Plattform inmitten eines unterirdischen Sees entdeckte. Er sah furchtbar aus; ausgemergelt, blass und dem Tode nah. Nathea fragte sich wer in der Lage war jemandem soetwas anzutun. Offenbar hatte der Mann schon eine ganze Weile hier unten verbracht. Zorn flammte in ihm auf und seine Hände ballten sich zu Fäusten. Das Rascheln von Ketten ertönte. Als der Mann die drei erblickte, flehte er sie an ihn von seinen Qualen zu erlösen. Nein. Das kam gar nicht in Frage. Er würde niemanden töten, es sei denn es gab keinen anderen Ausweg aber davon musste er sich erst selbst überzeugen.
"Wir sollten ihn hier rausschaffen anstatt ihn zu töten", sagte er an Arynah gewandt und hob im selben Augenblick einen kleinen Stein vom Boden auf. "Aber vorher sollten wir sichergehen, dass wir in keine Falle geraten." Er warf den Stein einige male beiläufig in die Luft, um ihn kurz darauf wieder mit derselben Hand wieder aufzufangen. "Möglicherweise gibt es dort ein unsichtbares Schild, das auf Berührung reagiert."

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