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 [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus

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Juserus
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BeitragThema: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Mo 13 Jul 2015 - 17:34
das Eingangsposting lautete :

Tempel des Scelus


Im Zentrum des Kantorwaldes steht ein Tempel. Er erinnert an unsere antiken griechischen oder römischen Tempel, da er vielen Marmor als Baumaterial hat und von Säulen gehalten wird. Er ist simpel aufgebaut und recht klein.
Sobald man hineintritt, werden einen zunächst die Symbole und Statuen auffallen, die Scelus huldigen, denn dies ist sein Tempel.
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Arynah
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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Mi 9 Sep 2015 - 20:33
Arynah starrte den verzweifelten Mann an. Diese Worte kannte sie nur zu gut. Wie oft hatte sie in der Hölle darum gebeten, dass man sie von ihrem Leid erlöste? Wie oft hatte sie gefleht, dass man sie tötete? Aber auf der dritten Ebene starb man nicht. Niemals. Sonst müsste alles von vorne beginnen. Die dritte Ebene war ein Ort, an dem der Tod nicht vertreten war.
Arynah schluckte. Ihre Gedanken drehten sich, so dass sie einen Moment wankte. Sie hielt sich an ihrem Guhl fest, um nicht zu fallen. Was hatte dieser Mann erlitten, dass er um den Tod bat? Was musste er durchmachen, um solch eine Bitte zu äußern?
Natheas Worte rissen die Elfe aus ihren Gedanken. Sie schaute zu dem Menschen. Er hatte Recht. Sie durften nicht blind in eine Falle tappen. Es wäre töricht, dies zu tun.
"Ja", murmelte Arynah und atmete tief durch. Sie musste ihre Ruhe wiederfinden. Ein sanftes Lächeln rannte über ihre Lippen, bevor sie sich zu dem Gefangenen wandte. "Wir wollen dir helfen. Wie heißt du?", fragte sie und trat näher an das Wasser heran.
Er riss an seinen Ketten und schrie. Seine Hände presste er gegen seinen Kopf, bevor er auf die Knie fiel. Er zitterte am ganzen Leib. "Bitte. Ihr müsst mich töten. Solange ich noch die Kontrolle habe. Bitte!", kreischte er. Arynahs Nackenhaare stellen sich auf. Sie sah seinen Kampf. Seinen Kampf gegen was?
"Von wem sprichst du?", fragte sie einfühlsam. Am liebsten wäre sie über das Wasser getreten, aber sie wagte es nicht. Natheas Worte hallten in ihr wider.
"Von dem Schatten. ARGH!" Der Mann krümmte sich. Nun konnte sie auch die Augen des Fremden erkennen. Sie waren grün. Kein Ael. Und doch konnte sie nicht erleichtert aufatmen. Sie hatte von den Schatten gehört. Es war allgemeines Wissen. Man lehrte es an den Akademien und Schulen.
Schatten waren niederträchtige Seelen, denen man ähnlich wie bei Depek, das Verlassen des Diesseits verboten hatte. Aber anders als Depek nisteten sie sich in lebende Körper ein und übernahmen die Kontrolle. Sie ernähren sich von der Angst ihres Wirts und machen ihn gleichzeitig langlebig, ohne dass sie Nahrung oder Wasser brauchten.
Hilfesuchend schaute Arynah zu Nathea. Sie trat auf den Weißhaarigen zu. Er sollte genauso wissen, wie sie es erahnte. Man hat ihn hier eingesperrt, weil er den Schatten in sich sperren konnte. Weil er eine Gefahr abwandte. Ein Wesen absoluter Bosheit. Was sollten sie nur tun?
"Wir können ihn nicht so lassen", murmelte Arynah und sah mit großen Augen zu dem Mann vor sich auf. Einen Schatten konnte man nicht einfach so töten. Man musste ihn aushungern. In einer Leiche halten oder in ein magisches Gefäß bringen. Aber dazu brauchte man bestimmte Rituale, die keiner von ihnen beherrschte.
Könnten sie den Mann einfach nach Nanka bringen?

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Do 10 Sep 2015 - 9:54
Nathea lauschte dem Klagen des Mannes und mit jedem neuen Wort wuchs seine Wut. "Ein Schatten." Seine Worte waren nur ein sanftes Flüstern im Vergleich zu den verzerrten Schreien des Mannes. Er musste solch unvorstellbare Qualen leiden, die sich Nathea gar nicht erst ausmalen konnte und wollte.
Geschichten von Schatten hatte er als Halbwüchsiger genug gehört. Damals hatte er große Töne gespuckt und seinen Mädchen geschworen, sie im Falle der Besessenheit davon zu befreien und den Schatten mit Pfeil und Bogen ins Jenseits zu befördern. Inzwischen wusste er, dass dies wohl kaum möglich war und eine Begegnung mit einem Schatten schnell anders als geplant verlaufen konnte. Er konnte von Glück sprechen, dass er bisher keinem begegnet war und auch seine Mädchen waren verschont geblieben. Dennoch machte ihn das bloße Existieren solch erbarmungsloser Kreaturen wütend. Seiner Meinung nach, hatten sie kein Recht im Diesseits zu verweilen, um dort mit den Seelen unschuldiger Wesen zu spielen. Nein. Sie gehörten vernichtet.
Nathea griff nach Arynah's Hand und hielt sie so davon ab sich dem leidenen Mann noch weiter zu nähern. "Geht nicht zu nah heran", ermahnte er sie mit ruhiger Stimme. "Der Schatten könnte Euch als nächsten Wirt auserwählen." Dies wollte er um jeden Preis verhindern. Ein kurzer Blick auf den Mann genügte, um zu wissen wie unerträglich es sich anfühlen musste. Er wollte der jungen Elfe jegliches Leid ersparen; so hatte sie vor kurzer Zeit schon angedeutet, dass sie einen Großteil ihres Lebens bereits gelitten hatte. Es mochte rechtens gewesen sein aber es würde kein weiteres mal geschehen. Zumindest nicht, solange er den Schatten davon abhalten konnte Besitz von ihr zu ergreifen. Auch Finwe würde er schützen, wenn es dazu käme.
Arynah sah zu ihm auf und sprach zu ihm, doch Nathea wollte keine passende Lösung einfallen. Ihm fehlten die Worte. Seine Gedanken überschlugen sich bei der verzweifelten Suche nach einem Ausweg. Er wollte diesen Mann nicht töten aber ihnen fehlte die Erfahrung und das Wissen einen Schatten erfolgreich auszutreiben. Sie benötigten Hilfe. Ein oder mehrere erfahrene Priester in Nanka könnten die Lösung sein.
"Arynah!" Nathea wirbelte herum. "Gibt es eine Möglichkeit ihn in eine Art geschlossenem Gefäß einzuhüllen? Wenn wir es schaffen ihn nach Nanka zu bringen, könnten wir ihm helfen."

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Do 10 Sep 2015 - 17:05
Ob Nathea Recht hatte? Waren die drei Anwesenden wirklich gefährdet? Oder waren wie viel mehr dumm genug gewesen, die sichere Tür zu öffnen, damit der Schatten niemals wieder heraus kam? Arynah biss sich auf die Unterlippe bei dem Gedanken, dass sie großes Unheil heraufbeschworen hatten. Die Frau wollte nicht, dass sie wieder Leid verbreitete. Das hatte sie zu genüge getan.
Aber ein Schatten ernährte sich von Hass. Arynah war eben deswegen in der Hölle gewesen. Theoretisch dürfte sie nichts mehr davon in sich tragen. Aber das würde nur verhindern, dass der Schatten von ihr Besitz ergriff. Er könnte sie sowie Finwe und Nathea als Medium nutzen.
Sie lächelte, als der Mann nach ihren Händen griff. Eine einfache Berührung, die aber ausdrückte, dass er sie weder verachtete noch als Fremde ansah. Arynah war froh, dass Nathea sie nicht verabscheute. Auch Finwe gegenüber verhielt er sich höflich. Er war ein Verbündeter, auf den sie sich verlassen konnte.
Kurz überlegte die Frau. Sie wüsste keine Magie, die ihr helfen könnte, weshalb sie den Kopf schüttelte. "Ich könnte nur ein Steingefängnis schaffen, aber das wäre zu schwer für uns." Ihr Blick fiel auf den Guhl. Kurz blinzelte sie. Nein, das war eine dumme Idee.
Der Mann schrie wieder. Krümmte sich weiter zusammen und flehte erneut, dass man ihm das Leben nahm. Arynah schaffte es nicht, diesen Mann anzusehen. Zu sehr litt sie unter der Vorstellung, wie er sich fühlte. Sie konnte sich seinen Kampf vorstellen. Dass er die Kontrolle über den Schatten hatte und seinen Verstand behielt, sprach von einem sehr starken Willen. Wie lange er wohl hier schon war? Bereits vor der Heronagatorpsin? Das waren viele, sehr viele Jahre. Kein Wunder, dass er sich den Tod wünschte. Es wäre für ihn eine Erlösung. Und für den Schatten die Freiheit.
"Was ist, wenn wir schnell zurück nach Nanka reisen und Hilfe holen?" Wenn er wirklich schon so lange hier war, was machten die letzten Stunde noch für einen Unterschied?

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Do 10 Sep 2015 - 17:10
Ihr seid niedlich. Sehr niedlich. Wie wäre es mit einem Anreiz, nicht nur zu überlegen, sondern zu handeln?

Wie wäre es mit etwas... Spannung? Stellt euch mal vor, die Ketten sind alt. Alt und brüchig. Was ist, wenn Arynah Recht hat? Wenn er wirklich schon so lange hier ist? Der Mann könnte erschöpft sein. Nach den Jahrtausenden ist er sicherlich kurz davor, einfach aufzugeben. Niemand könnte es ihm verübeln. Niemand könnte böse sein, wenn er dem Schatten die Kontrolle gibt. Niemand wäre ihm böse, wenn der Schatten dann an den Ketten reißt. Reißt, zerrt und rüttelt. Rüttelt, bis sie zerbrechen. Sie sind doch so alt.

Aber geht nur. Es ist ja nur eine Möglichkeit. Vielleicht passiert auch... nichts.
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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Fr 11 Sep 2015 - 9:52
Ein besessener Mann in einem Gefäß aus Stein. Nein, dies konnten sie unmöglich selbst die Stufen hinauf tragen. Geschweige denn den ganzen Weg zurück nach Nanka. Selbst mit Hilfe des Ghuls wäre diese Mission zum Scheitern verurteilt. Einen kurzen Moment dachte er an seine treue Stute, die er am Waldesrand zurückgelassen hatte und schüttelte bald darauf den Kopf. Auch sie würde unter der Last zusammenbrechen. Ein Gefängnis aus Stein war keine gute Idee.
Sein Blick wanderte zu Finwe. Sie hatte bereits eindrucksvoll bewiesen, dass sie mit ihrem Zauber selbst einen Porupin in Schach halten konnte. Aber auch diesen Gedanken schlug er sich schnell wieder aus dem Kopf. Ein Pflanzengefängnis wäre wahrscheinlich gut zu transportieren gewesen aber bei weitem nicht stabil genug. Der Mann könnte ausbrechen und mit ihm der Schatten.
Arynah schlug vor den Mann zurückzulassen und mit Hilfe aus Nanka gemeinsam zurückzukehren. Doch Nathea bezweifelte das dies so eine gute Idee war. Erneut wandte er sich der Elfe zu. "Jetzt wo das Tor geöffnet ist, sollten wir ihn nicht aus den Augen lassen. Er könnte einen Weg finden zu fliehen und wir wären nicht da, um ihn daran zu hindern." Er selbst hatte das Schloss geknackt und somit fühlte er sich dafür verantwortlich, dass nichts Unheilvolles nach draußen drang. Wenn sie den Mann also weder hier raus schaffen, noch ihn alleine zurücklassen konnten und ihn nicht töten wollten, blieb nur eine Möglichkeit...
Nathea senkte den Blick und betrachtete den Stein, den er noch immer in der Hand hielt. "Arynah, Finwe..." Als er aufsah, blickte er fest entschlossen gen Schatten. "Uns bleibt keine Wahl. Ab dem Zeitpunkt in dem wir das Tor öffneten, war uns allen bewusst, dass wir damit etwas im Innersten offenbaren, das nicht offenbart werden sollte. Jetzt müssen wir dafür die Verantwortung übernehmen." Er hoffte nur, sie waren stark genug.

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Sa 12 Sep 2015 - 18:05
Eine sanfte Brise zog der Frau um die spitzen Ohren, die nur wenige Zentimeter aus ihrem silbernen Haare herausragten. Es fröstelte der Frau etwas an den Spitzen, aber in diesem Moment war es eine Empfindung, die sie der Realität hinten anstellen musste. Arynah wusste, dass die Situation fast ausweglos erschien. Sie standen vor einem Berg und hatten weder die Ausrüstung noch die Erfahrung, ihn zu überwinden.
Natheas Erkenntnis, dass sie nicht mal Hilfe holen könnten, half ihnen nicht weiter. Es warf sie viel mehr zurück und doch war es die bittere Wirklichkeit. Wenn dieser Schatten auch nur den Tempel verließ und ihnen so entkam, befanden sich alle in der Umgebung in Gefahr. Und da die nächste Sammlung von Leben in Nanka war, war die Stadt nicht sicher. Nicht, wenn der Schatten die Freiheit erhielt.
Arynah schluckte. Welche Möglichkeiten hätten sie sonst? Sie wollte den Mann nicht töten, denn er hatte es nicht verdient. Er war ein Unschuldiger. Ihn zu ermorden, hätte nur zur Folge, dass der Schatten die Freiheit – vielleicht geschwächt – erlangte und sie ihre Seelen mit Sünden beschmutzten.
Einsperren konnten sie das Wesen vielleicht, aber Steinwände oder ein Käfig aus Pflanzen hielt ihn sicherlich nicht auf. Sie könnten ihn auch nicht transportieren.
Die nächsten Worte des Menschen ließen Arynah einen Moment den Atem anhalten. Er sprach davon, die Verantwortung zu übernehmen. Eine düstere Gewissheit überkam sie. Sie wusste, was dies bedeuten sollte. Was der Mann damit meinte. Oder stellte sie sich doch das falsche Szenario vor? Verstand sie den Menschen falsch? In ihrem Inneren schrie alles danach, dass sie sich irrte.
"Was habt Ihr vor?", flüsterte sie und sah zu ihm auf. Ihre silbernen Augen funkelten feucht, aber sie stand den Tränen nicht nahe. Sie war gefasst wie eh und je. Arynah blieb stark. Sie hatte keine andere Wahl. Sie konnten den Mann nicht töten, ohne den Schatten frei zu lassen. Sie konnten nicht gehen, ohne ihm seine Freiheit zu geben. Sie könnten nur versuchen, selbst die Kontrolle zu wahren. Keiner von ihnen glaubte daran, dass der Fremde noch länger durchhielt. Um seine Stärke war es bald geschehen. Die Gruppe hatte ihm die Hoffnung auf ein Ende gegeben. Und dieses Ende würde er sich nehmen wollen, egal wie. "Nathea." Sie fasste den Mann an seinen Oberarmen. Ihr Blick war stark. "Wir können ihn vernichten, wenn wir den Schatten zu den richtigen Priestern bringen. Priestern von Sol, wenn ich richtig liege. Dieser Mann wird es nicht so weit schaffen. Sagt mir, dass Ihr nicht eine dumme Idee verfolgt." Es war klar, was Arynah dachte. Einer von ihnen musste den Schatten in sich aufnehmen.
Doch wer?

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Mo 14 Sep 2015 - 12:49
Als die Elfe mit dem silbrigen Haar ihn bei den Armen griff und zu ihm aufsah, kam es Nathea für einen Moment so vor wie in einer tragischen Liebesgeschichte aus einem alten Buch. Arynah war die junge Prinzessin die ihn, den Prinzen, von seinem Vorhaben sich für sie zu opfern abzuhalten versuchte. Der Gedanke amüsierte ihn und so lachte er kurz auf. Die Elfe schien in der Tat um ihn besorgt zu sein und das schmeichelte ihm. Es tat gut zu wissen, dass sie ihm traute und ihn mochte aber das bestätigte ihn nur in seinem Vorhaben.
Er befreite sich vorsichtig aus ihrem Griff während er sie ansah. Er lächelte und hob die Hand, mit der er ihr einmal sanft über den Kopf fuhr. "Ich danke Euch, Arynah. Das Ihr Euch um mich sorgt überrascht mich aber ich weiß Eure Sorge sehr zu schätzen." In ihren Augen las er, dass sie ihre aussichtslose Lage bereits vollkommen durchschaut hatte und sich dessen Opfer bewusst war. Es würde nicht einfach werden und verdammt nochmal - ja, wahrscheinlich würde er sich vor Schmerz krümmen aber dieser Mann war dem Ende nah. Auch wenn es ihm nicht möglich war zu sterben solange der Schatten von ihm Besitz ergriffen hatte, verlor er weiter an Willenskraft und ließ zu, dass dieser ihm immer häufiger die Kontrolle entriss. Wer konnte es ihm schon verübeln. Sie taten es nicht.
Nathea ließ von Arynah ab und sah mit ernster Miene zu dem sich windenen Mann. Er hatte sich entschieden. Er würde den Schatten in sich aufnehmen und den Mann von seinem Leid erlösen. Wenn er stark genug bliebe und die Kontrolle über seinen Körper behielt, wäre es ihnen sogar möglich den Tempel gemeinsam zu verlassen und nach Nanka zurückzukehren, um ihn dort zu vernichten. Dann hätten sie nicht nur einen Schatten getötet, einen Tempel und einen Porupin entdeckt, sondern ganz nebenbei auch noch einem hilflosen Mann ein neues Leben geschenkt. So weit die Theorie. Wenn alles in die Hose ging würde der Mann sterben, er selbst die Kontrolle über seinen Körper verlieren und Arynah sowie Finwe tötlich und gegen seinen Willen verletzen.
Nathea atmete tief ein und der Geruch von Verwesung und feuchtem Stein drang ihm in die Nase. "Ihr solltet mich vielleicht lieber fesseln", gab er zu auch wenn er nicht glaubte, dass ihn ein paar Taue oder Pflanzen davon abhielten auf seine Gefährten loszugehen wenn er tatsächlich die Kontrolle verlor. Er atmete ein weiteres mal tief ein. "Ich hoffe, die Priester in Nanka machen einen guten Job."

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Mo 14 Sep 2015 - 21:57
"Mich um andere zu sorgen, liegt in meinem Wesen", sagte Arynah ruhig. Ihr Leben zu geben auch. Und dennoch hatte sie ihrem Wesen widersprochen und gemordet. Viel gemordet. Arynah wusste selbst, wer sie wirklich war und wer sie sein wollte. Oder sollte.
Nathea äußerte einen Vorschlag. Arynah war immer noch nicht damit einverstanden, dass er das Tat, aber sie hatte das Gefühl, dass er am besten geeignet war. Wenn sie den Schatten in sich aufnahm, könnte er an ihren alten Sünden nagen und dafür sorgen, dass sie die Kontrolle nach wenigen Momenten verlor. Sie war zu sehr von ihrer Schuld zerfressen.
"Ich kümmere mich darum", sagte sie und hockte sich einen Moment hin. Sie schloss ihre Augen und begann wieder zu singen. Erneut sprach sie den Zauber, um das Gestein zu Verformen. Noch nie hatte Arynah sich damit beschäftigt, Alchemie wirklich zu lernen, aber es schien ein ansprechendes Fach zu sein. "Sugre defeldesera-ka", drang es aus ihrer Kehle. Ein Ring aus Gestein löste sich aus dem Boden und stieg hinauf. Dabei legte er sich um Natheas Oberkörper und nahm ihm so einen großen Teil der Bewegungsfreiheit. Aber er könnte seine Unterarme noch nutzen, was er sicherlich bräuchte, um den Schatten in sich aufzunehmen.
Der Schatten würde sicherlich einfach so auf Nathea überspringen. Er würde in ihn hineinfahren, weil er in ihm die Freiheit sah. Auch wenn sie ihren Plan hatten, dieses Monstrum würde sich für mächtiger halten.
"Nathea", sagte sie nun ernst und starrte den Mann an. Arynah ließ von ihrer Milde ab und zeigte ihre entschlossene Seite. "Wir beide sind da, wenn etwas passiert. Vertraut uns." Sie legte ihre Hand auf ihre Brust und versuchte dem Mann die Zuversicht zu zeigen, die sie hatte. "Es wird alles gut. Die Götter hätten uns nicht hier her geführt, wenn sie uns nicht schützen würden." Arynah glaubte daran, dass man sie beobachtete. Dass man sie vor Schaden bewahrte. Sie hatten eine Priesterin bei sich. Sie hatten Arynah selbst hier. Sie waren garantiert im Blick der Götter. "Und nun geht. Ich vertraue auf Euren Willen."

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Di 15 Sep 2015 - 10:14
Nathea traute ihr. Er traute auch Finwe. Himmel, ja sogar diesem verflucht stinkenden Ghul. In diesem Moment war ihm jede noch so kleine Hilfe recht, egal von wem. Er würde alles gut gebrauchen können, wenn er erstmal den Schatten in sich aufgenommen hatte.
Arynah beschwor einen Ring aus Gestein aus dem Boden und umhüllte damit seine Brust sowie Oberarme. Nathea ließ es geschehen. Sofort lastete das Gewicht von mehreren Kilo purem Gesteins auf ihm. Das machte es schwieriger sich zu bewegen. Das war gut! Es sollte so kräftezehrend wie möglich sein, ohne ihn dabei vollständig einzuschränken. Im Anschluss würden sie ihn noch nach Nanka transportieren müssen. Unter dem Druck fiel es ihm schwerer zu atmen. Auch das war gut. Je mühsamer es für ihn war, desto schwieriger war es auch für den Schatten. Ein letztes mal wandte er sich an die zwei Elfen. "Mein Pferd habe ich am Waldesrand zurückgelassen. Nehmt es, wenn ihr es braucht."
Nathea hatte keine Ahnung wie man vorgehen musste, um einen Schatten an sich zu binden aber er war dumm genug es herauszufinden. Entschlossen trat er vor. Nicht so leichtfüßig und elegant wie er es sich gewünscht hatte aber er schaffte es an den Rand des unterirdischen Sees; den Blick stets auf den leidenen Mann gerichtet. "Schatten!" Seine Stimme hallte von den Wänden wider und verlieh ihm die Eindringlichkeit, die er benötigte. "Lasst von dem Mann ab. Er ist schwach und kränklich und an diesen Ort gekettet. Was könnt Ihr schon mit ihm erreichen?" Für einen kurzen Moment blitzten die Augen des Mannes auf, als würde er protestieren und sich gegen sein Vorhaben wehren wollen. Das Aufblitzen verschwand genauso schnell wie es gekommen war und wich einem irren Ausdruck, den Nathea zuvor noch nie gesehen hatte. "Nehmt mich", fuhr er fort und bemühte sich so unbeeindruckt wie nur möglich zu klingen. Sein Herz raste aber das ließ er sich nicht anmerken. Nach außen war er der starke entschlossene Mann, bereit es mit allen aufzunehmen. "Worauf wartet Ihr, Schatten? Ihr seht selbst, dass ich in guter Verfassung bin und mich nichts an diesem Ort hält. Mit Euch werde ich geradewegs nach Nanka spazieren, das versichere ich Euch." Ohja, das tat er. Nur verfolgte er dabei ein anderes Ziel.
Momente verstrichen und nichts geschah. Brauchte es mehr um einen Schatten davon zu überzeugen von einem schwächlichen Mann, dessen Lage aussichtslos war abzulassen? Nathea setzte einen Fuß ins Wasser als ein plötzlicher Windzug seine Haare aufwirbeln ließ. Das Feuer der Fackeln krümmte und formte sich und dann ging alles ganz schnell. Von irgendwo erklang ein qualvoller Schrei. Nathea konnte nicht ausmachen von wo er kam, geschweige denn von wem. Es kam aus allen Richtungen. Von links und rechts, von hinten und vorn, von oben und unten. Vor seinen Augen erlosch jegliches Licht und hüllte ihn in vollständige Finsternis. Irgendetwas berührte ihn und er fiel. Er wandte und krümmte sich und dann berührte es ihn ein zweites mal. Diesesmal kam es von innen. Wie eine eiskalte Hand legte es sich um sein Innerstes. Sein Körper krampfte und ein unglaublicher Schmerz erfüllte ihn. Nein! Nathea durfte nicht zulassen, dass er die Kontrolle verlor. Er schrie auf und kämpfte mit allem zu dem er noch fähig war. Der Schmerz vernebelte seine Sinne. Er konnte nicht einmal mehr sagen was ihn da gerade angriff oder ob er sich den Schmerz selbst zufügte. Erneut erklang ein Schrei, wutverzerrt und mit einem mal wusste Nathea, dass es der Schatten war. Unter größter Anstrengung gelang es ihm ihn zu verdrängen und in seinem Unterbewusstsein zu verschließen. "Arynah." Er keuchte und Schweiß rann ihm von der Stirn. "Schnell. Ich habe ihn."

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Mi 16 Sep 2015 - 18:39
Arynah warf Finwe einen fragenden und auffordernden Blick zu, welcher ihr zu verstehen gab, dass sie hinauf gehen sollte. Die Nekromantin wollte hier unten bleiben, während die Priesterin sich darum kümmerte, das Pferd zu holen. Beide Elfinnen waren sich einig. Nathea würde auf dem Ross Heim reiten. So könnte er Kräfte sparen und besser gegen den Schatten vorgehen.
Kaum war Finwe verschwunden, begann der Mensch schon damit, den Schatten zu provozieren. Arynah folgte dem Mann, blieb aber vor dem kleinen See stehen und musterte das Vorhaben Natheas. Sie schluckte bei dem Gedanken, was ihm bald bevorstehen müsste. Um die Kontrolle seines eigenen Leibes zu kämpfen, wäre eine Schmach. Ihm wurde dieser Körper gegeben und nun müsste er ihn für eine Weile mit diesem Monstrum teilen.
Einige Zeit war es still. Arynah vernahm ihren eigenen raschen Herzschlag und ihren flachen Atem. Plötzlich flackerten die Fackeln. Ein Wind zog auf. Kaum eine Sekunde später kreischte eine unbekannte Stimme.
Nathea fiel auf die Knie. Arynah war wenig später an seiner Seite, aber sie wusste, dass sie nichts tun könnte. Der Mann krümmte sich vor Schmerz und schrie auf. Fast schon verzweifelt wusste Arynah nicht, was sie tun sollte. Einen Moment setzte ihr Verstand aus. Ihr Blick wurde schwarz.
Dann lächelte sie milde und rief mit einem Gedanken ihren Guhl zu sich. Ihr Atem beruhigte sich und ihr Herz schlug angemessener. Panik half ihr nicht. Panik hatte der Frau noch nie geholfen.
Der Guhl trat an den Mann heran, welcher angekettet war und riss mit Mühe und Not seine Fesseln auseinander. Nachdem der Schatten aus ihm verschwunden war, hatte er sein Bewusstsein verloren. Die Leiche trug nun den ohnmächtigen Körper.
Arynah legte währenddessen ihre Hand auf Natheas Schulter und versuchte ihm aufzuhelfen. Seine Stimme war nur ein Keuchen und er war schweißgebadet. In seinem Inneren musste ein Kampf toben, den er irgendwann verlieren musste. Irgendwann. Aber wie viel Zeit blieb ihm? Hatten sie Minuten oder Stunden?
"Steht bitte auf, Nathea", sagte sie ruhig. Arynahs Stimme war milde und erhaben. In ihren Augen lag eine Stärke, die sie selbst glaubte verloren zu haben. "Was auch immer der Schatten Euch zeigt oder sagt, ignoriert es. Er will Hass in Euch schüren. Hört nicht auf ihn", begann sie zu sprechen. Ihr Guhl hielt auf die Treppe zu. "Die Götter beobachten uns. Vertraut darauf. Sie haben uns nicht grundlos hierher geschickt. Sie werden nicht zulassen, dass Ihr versagt, hört Ihr?" Ein sanftes Lächeln huschte über ihre Lippen. "Wenn es Euch hilft, hört nur auf meine Stimme, ja? Ihr müsst nichts sagen. Versucht nur zu laufen. Kämpft und lauscht. Mehr braucht Ihr nicht zu tun." Sie würde alles daran setzen, ihn so schnell wie möglich nach Nanka zu bringen. Nicht nur für seine eigene Sicherheit, sondern auch für die der Stadt.

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Do 17 Sep 2015 - 10:52
Hätte er irgendwie die Gelegenheit dazu gehabt Arynah gegenüber seine Dankbarkeit zu äußern, hätte er es auf der Stelle getan. Doch jetzt durfte er keinen Gedanken an irgendetwas anderes verschwenden. Sobald er dies tat, gewährte er dem Schatten erneut die Kontrolle über seinen Körper und das würde er nicht zulassen. Das wäre zu gefährlich für ihn, für Arynah und allen anderen.
Nathea spürte eine sanfte Berührung auf seiner Schulter, doch es gelang ihm nicht sich darauf zu konzentrieren. In ihm tobte der unerbittliche Kampf gegen den Schatten. Bisher gelang es ihm, ihn unter größter Anstrengung zurückzuweisen und kleinzuhalten aber er war sich nicht sicher wie lange er dem noch standhalten konnte. Es zerrte unentwegt an seinen Kräften, seelisch wie auch körperlich.
Von irgendwoher vernahm er Arynah's Stimme. Es war wie ein leises Flüstern, doch die Schreie und Rufe des Schattens übertönten sie und so verstand er die Botschaft nicht, die die Elfe ihm sandte. Arynah gab nicht auf und während Nathea im Innersten gegen den Schatten kämpfte, versuchte er seine Konzentration auf ihr Flüstern zu lenken. "Steht bitte auf, Nathea." Er nickte kaum merklich und stemmte sich mit ihrer Hilfe wieder auf die Beine. Das Gewicht, das auf ihm lastete fühlte sich nun zehn mal schwerer an und auch das Atmen erforderte mehr Anstrengung als je zuvor. Er wollte etwas sagen aber es gelang ihm nicht. Stattdessen zeigte der Schatten ihm verstörende Szenen, die Nathea immer wieder aufs Neue zerriss und beiseite schob. Doch egal wie sehr er sich bemühte, einem zerstörtem Bild folgte stets ein neues, das das alte in seiner Grausamkeit übertraf. Er zwang sich ruhig zu bleiben um die Kontrolle zu bewahren. Arynah's Flüstern stets im Ohr, setzte er sich mit ihrer Hilfe langsam in Bewegung.

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Do 17 Sep 2015 - 11:26
Er hörte auf ihre Bitte, was Arynah kurz durchatmen ließ. Auch wenn sie ausgeglichen wirkte und ihre Haltung von Stärke und Zuversicht zeugte, so was sie in ihrem Inneren angespannt. Ein alter Schatten war ein mächtiger Schatten. Sie wünschte sich, dass Nathea eigentlich nicht diesen Kampf führen müsste. Hätten sie diese Tür bloß nicht geöffnet. Inzwischen wünschte Arynah sich, dass sie einen Ael vorgefunden hätten statt des Schattens. Mit den Dämonen konnte man wenigstens noch reden.
Die beiden setzten sich langsam in Bewegung. Sie müssten nur den Teich durchqueren und die paar Meter zu der Treppe laufen. Noch immer war das Licht bei Arynah, welches ihnen auf jeden Fall den Weg hinauf leuchten könnte.
"Bevor ich gestorben bin, war ich in Immerherbst", begann sie zu erzählen. Da ein Schatten sich der negativen Emotionen bediente, wollte Arynah dem Mann Gutes zukommen lassen. "Es ist ein wunderschönes Land gewesen. Stellt Euch vor Nathea, die Blätter an den Bäumen schillern immer in den Farben des Herbstes. Ich habe selten einen schöneren Ort gesehen. Ich bin einen Nachmittag durch einen der Wälder gelaufen und habe eine kleine Lichtung gefunden. Das orangene Blätterdach thronte über einer kleinen Grünfläche, die durch einen glitzernden Bach geteilt wurde. Noch nie habe ich sattere Farben gesehen." Sie selbst erinnerte sich gerne an diesen Moment. Ein Moment voller Frieden, bei dem sie selbst daran zweifelt, ob das, was sie tat, wirklich das richtige war. Arynah hatte nie vorgehabt, Teil einer großen Zerstörung zu sein. Sie wollte den Göttern doch nur zeigen, dass das, was sie taten, das Falsche war. Dass sie nicht das Recht hatten, mit den Leben der Sterblichen zu spielen, wie es ihnen passte. Arynah wollte einfach nur leben können mit dem Wissen, dass es nicht ihre eigenen Hände waren, die es beendeten.
Sie erreichten langsam die Treppe. Der Aufstieg würde für die beiden lang sein, aber die Frau wollte sich bemühen, es für Nathea angenehm zu gestalten. "Immerherbst ist ein schönes Land. Ich war auch in deren Hauptstadt. Sie war gewaltig. Wunderschöne Häuser und niemand schien an Armut zu leiden. Die Menschen auf den Straßen lachten und ich habe einen Nachmittag einigen Schaustellern zugesehen. Sie haben Taschenspielertricks gezeigt. Am meisten haben mich ihre magischen Tricks fasziniert, denn sie waren gar nicht magisch. Sie konnten Dinge verschwinden und wieder auftauchen lassen, ohne einen Funken Magie. Ihre Finger waren flink. Habt Ihr so etwas schon mal gesehen?" Sie schaute ihn an und lächelte, während ihre Hand noch immer auf seiner Schulter lag. Sie wollte ihm Stabilität geben. Arynah konnte leider nicht mehr für ihn tun. "Ich vermute, dass Immerherbst wieder so schön ist wie damals. Ihr solltet es Besuchen, sobald sich die Möglichkeit bietet. Es ist ein wunderschönes Land." Sie setzte den Fuß auf die erste Stufe und würde Nathea dabei helfen, den Weg zu meistern. Sie sah ihm seine Agonie an, aber niemals sollte er versagen. Das würde sie nicht zu lassen.

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Do 17 Sep 2015 - 12:46
Nathea verstand nicht alles von dem was die Elfe ihm erzählte. Zu laut tobte der Sturm in ihm. Dennoch musste all das, was sie ihm schilserte, unglaublich beeindruckend gewesen sein. Baumkronen in gesättigten Farben, glitzernde Bäche und saftig grüne Wiesen. Nur zu gern würde er ihrer Einladung folgen und Immerherbst besuchen, sobald es ihm möglich war. Er sehnte sich nach der Außenwelt und dem, was sie verborgen hielt. Vielleicht sollte er das Bordell eine Weile seiner Mutter überlassen und um die Welt reisen, neue Länder und Kulturen entdecken. Möglicherweise würde er sogar auf unbekannte Wesen stoßen. Dann würde er Finwe davon berichten oder ihr gar eines mitbringen. Die Vorstellung an ihre großen, begeisterten Augen ließ ihn kurzzeitig schmunzeln. Er drängte den Schatten beiseite und schob ihn immer tiefer hinab, weit fort von seinem Bewusstsein. Arynah's Stimme wurde mit einem mal klarer. Jetzt verstand er jedes einzelne ihrer Worte und während der Schatten im Hintergrund tobte, lauschte er ihren Erinnerungen.
Nathea sah auf und erkannte die Stufen unmittelbar vor ihnen. Es würde sicherlich kein einfacher Aufstieg werden aber er war froh zu wissen, dass man ihn nicht alleine zurückließ. Erst jetzt bemerkte er den Ghul und den bewegungslosen Mann in dessen toten Armen. Ist er...? Nein, er hatte vor Erschöpfung sicherlich nur das Bewusstsein verloren. Nathea empfand tiefstes Mitleid für ihn. Jetzt wo so ein Ding auch in ihm hauste wusste er, wie schwierig und aussichtslos dieser Kampf war. Er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, wie er so lang hier unten und vollkommen auf sich allein gestellt durchhalten konnte. Ihm gebührte jeglicher Respekt.
Mit kraftlosen Beinen schob Nathea sich von Stufe zu Stufe immer weiter hinauf dem Ghul folgend. An seiner Seite stets die junge Elfe und ihre beeindruckenden Geschichten. Wenn sie den Schatten vernichtet und den Mann und ihn aufgepäppelt hatten, würde er sie allesamt zu einem Festessen einladen. In etwa drei Wochen war sein Geburtstag und er hatte nicht vor diesen mit einem Schatten zu verbringen. Möglicherweise könnte Arynah ihm dann mehr von diesen Magiern ohne Magie erzählen. Nathea hatte all dies noch nie gesehen und beneidete die Elfe darum, dass sie schon so viel von der Welt gesehen hatte.
Der Schatten tobte und Nathea bemühte sich ihn zurückzuhalten. Ihm war heiß und kalt zugleich aber bald würden sie den Wald und die weiten Wiesen erreichen. Irgendwo dahinter lag Nanka. Bis dahin würde er durchhalten müssen.

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Do 17 Sep 2015 - 17:06
Den Stufen folgend achtete Arynah durchgehend auf Nathea. Der Mann machte sich gut, so dass sie seine Willenskraft bewunderte. Er konnte wirklich stolz auf sich sein. Niemals hätte sie gedacht, dass ein Bordellbesitzer solch einen Willen haben könnte. Bei Zeiten wollte Arynah sich mehr mit der Thematik beschäftigten. Vielleicht war sein Etablissement nicht so verkommen wie sie es sich vorstellte.
"Ursprünglich komme ich aus Frostfall", fuhr sie nun fort. "Aus einer kleinen Siedlung im Norden. Ich erinnere mich noch gut an einen Wintermorgen – es war der Kälteste, den ich je erlebt hatte. Ich konnte in meinem Zimmer sehen, wie mein Atem in der Luft gefror und zu Boden fiel. Es war wirklich unsäglich kalt. Es war einer der Tage, an denen meine Eltern mich herausließen und wir an die Küste gingen. Ich war wirklich aufgeregt, denn es war lange her, dass ich an der Küste gewesen bin." Arynah verschwieg, dass es nicht nur eine Weile gewesen ist, dass sie die Küste gesehen hatte, sondern dass sie auch außerhalb ihres Zimmers gewesen ist. Aus Angst um sie, hatten ihre Eltern sie nie herausgelassen. Es war damals ein Traum für sie gewesen, durch den Schnee zu laufen und zu wissen, dass vor ihr endlose Freiheit lag. "An der Klippe angekommen, verschlug es mir den Atem. Ich kannte das Meer nur als eine wilde Menge Wasser, die erbarmungslos an den Fels schlug. Es war immer sehr laut gewesen, so dass ich mich schon auf den Lärm einstellte. Aber stattdessen war es leise. Es herrschte eine Stille, wie ich sie nicht kannte." Sie kamen am Ende der Treppe an. Nur noch einige Schritte und sie könnten endlich diesen Tempel verlassen. "Das Meer war gefroren. Die stürmische und wilde See gebändigt. Das Eis glitzerte wie Diamanten. Wir Elfen schätzen Edelsteine wirklich sehr und sehen etwas Tiefes in ihnen. Meine Eltern hatte der Anblick ebenso verzaubert wie mich. Das gefrorene Meer war der schönste und vergänglichste Diamant, den ich erblicken durfte", erklärte sie in dem Moment, in dem sie den Tempel verließen und in den Wald hinaustraten.
Finwe stand bereits dort mit dem Ross, welches sie holen sollte. Sie war völlig außer Atem. Arynah warf ihr einen milden und anerkennenden Blick zu.
"Ich helfe Euch auf das Ross, Nathea", sagte sie freundlich und trat an sein Pferd heran. Wahrscheinlich hätte es Angst vor dem Guhl, aber da musste das Tier durch.

Out: Du kannst gerne ein TBC setzen ;D

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BeitragThema: Re: [Das Flachland][Kantorwald] Tempel des Scelus   Fr 18 Sep 2015 - 11:13
Der Aufstieg war beschwerlicher als er zunächst angenommen hatte. Immer wieder versuchte der Schatten in ihm, ihm die Kontrolle über seinen Körper zu entreißen. Dabei verbrauchte Nathea so viel Energie, dass ihm gelegentlich schwarz vor Augen wurde. Jedenfalls glaubte er das, denn bis auf das sanfte Glimmen der Lichtkugel gab es hier kein Licht. Den Großteil des Weges sah er ohnehin nicht wohin er trat. Er traute Arynah völlig. Es tat ihm leid, dass er für sie eine so große Last sein musste. Ohne ihn hätte sie Nanka vermutlich schon fast erreicht. Andererseits tat er dies für etwas Gutes und rettete damit einen Mann und wer weiß? Vielleicht behielt die Elfe am Ende Recht und sie wurden tatsächlich von den Göttern beobachtet. Ja, möglicherweise sogar von ihnen geprüft. Der Gedanke gefiel ihm, sodass er sich daran klammerte. Ein kleiner Hoffnungsschimmer am Ende des finsternen Tunnels.
Die Elfe fuhr mit ihrer Geschichte fort und berichtete von einem Ort namens Frostfall. Nathea hatte die Karten studiert und war dabei häufig auf Frostfall gestoßen aber nie im Leben hätte er sich eine Kälte vorstellen können, die jemandes Atem in der Luft gefror. Arynah's Erinnerungen klangen so unglaublich in seinen Ohren, doch er glaubte ihr jedes einzelne Wort. Frostfall würde er definitiv auf seiner Liste ergänzen.
Die Treppe endete und Nathea atmete erleichtert auf. Inzwischen klebte ihm das feuchte weiße Haar im Gesicht. Er musste furchtbar aussehen, doch das war ausnahmsweise nicht von Bedeutung und so schob er sich keuchend und mit gesenktem Haupt auf den Ausgang zu; vorbei am wütend knurrenden Porupin, der noch immer in seinem Gefängnis aus Finwe's Ranken hockte.
Sie erreichten den Wald und obwohl es weiterhin sehr dunkel war, blinzelte Nathea dem bisschen Licht entgegen und genoss jeden noch so sanften Strahl. Allein diese Bewegung kostete ihn viel Kraft aber es tat so gut endlich wieder im Freien zu stehen und das bisschen Licht auf seiner Haut zu spüren. Finwe stand längst bereit, in ihren Händen die Zügel seiner treuen Stute. Langsam trat er heran aber als er sie berührte, begann sie sich aufzubäumen und wieherte nervös. Du spürst den Schatten, kluges Mädchen. Aber keine Angst. Ich werde ihn nicht herauslassen. Gemeinsam schafften sie es ihn auf das Ross zu hieven. Er hatte Mühe das Gleichgewicht zu halten, während er damit beschäftigt war die Bilder aus seinem Kopf zu vertreiben und die Worte des Schattens zu ignorieren. Sie waren hart und schürrten seine Wut. Er hoffte, Arynah würde mit ihren Geschichten fortfahren, sodass er sich besser darauf konzentrieren konnte als auf die des Schattens.

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