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 [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel

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Juserus
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BeitragThema: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Di 23 Jun 2015 - 18:50
Wirtshaus - der steinige Buckel

Das Wirtshaus ist in eine Wand geschlagen wurden und man findet keine wirkliche Raumtiefe. Es ist nur eine Fassade, die in der Wand wie viele andere Gebäude auftaucht.
Im Inneren bemerkt man zuerst den Geruch von Bier und Met. Dann die Musik, die von Barden durch den Raum schallt. Tische und Bänke sind wie alles andere direkt aus dem Fels geschlagen und demnach nicht verschiebbar. In einem ersten und zweiten Stockwerk findet man mehrere Zimmer, die man mieten kann.
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Korven
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BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Mo 10 Aug 2015 - 18:17
3. Lians
Abends

Die dunkle Atmosphäre der Bar war etwas, das Korven mochte. Zum einen, weil die Anwesenden einen nicht kritisch beäugten, die Wahrscheinlichkeit war hoch, dass alle anderen minderwertiger als man selbst war, zum anderen, weil der Geruch nach Met ihn an seine Heimat erinnerte. In Tanseru gehörte Met zu den hauptsächlichen Getränken, denn durch ihn wurde man weniger krank, als wenn man das meist dreckige Wasser aus den Flüssen und Seen trank oder den Schnee schmolz. Tanseru war einfach kein Land, in dem man gesund leben konnte, wenn man nicht die nötigen Mittel hatte.
Der Frostherr seufzte und hob seinen Bierkrug. Heute hatte er keine Lust auf das süßliche Getränk, sondern zog das dunkle Zwergenbier vor, das hier ausgeschenkt wurde. Schön herb und stark genug, dass er gar nicht viel davon trinken musste.
Der Wirt beäugte den Mann einen Moment kritisch, bevor er den Utgard anlächelte. „Herr Frostherr. Ich habe Euch erst gar nicht erkannt“, meinte er und stellte sich vor den Mann. „Natürlich geht alles aufs Haus.“
„Tut es nicht“, knurrte Korven, der keine Extrabehandlungen mochte. Auch wenn er deutliche Ansichten hatte - Guarul unter Sklaven unter der Mittelschicht und so weiter -, aber er wollte nicht bevorzugt behandelt werden. Auch wenn er nun an der Spitze der Nahrungskette in Ayli stand, hatte er seinen Teil beizutragen. Was aus einem Land wurde, das mit Vetternwirtschaft und der Macht der Reichen leben musste, hatte er gesehen. Tanseru war ein Reich für die Mächtigen, die in ihrem Geld ertranken. Das wollte er hier nicht schaffen. Dafür jagte er keine Guarul.
Seufzend hob er den Krug erneut. Es war ein anstrengender Tag gewesen und er trug nicht mal seine Rüstung, sondern ein lockeres Leinenhemd und eine Lederhose. Sogar seine Brille hatte er abgelegt, so dass er weniger grimmig wirkte. Nun wollte er einfach nur ausspannten.

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BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Mo 10 Aug 2015 - 22:10

Der Tag neigte sich dem Ende zu, jedenfalls, wenn man die Uhrzeit danach fragte. Die Gestaltwandlerin war sich sicher, dass sie noch heute nacht die Stadt wieder verlassen würde. Die Mission, welche sie jetzt erledigt hatte, hatte ihr wirklich genug gegeben, von unterirdischem Irrsinn. Dennoch wollte sie nicht fluchtartig das Land verlassen, sondern den Abend noch ein mal genießen. Genießen, indem sie der nervtötenden Familie entfloh und sich der Einsamkeit innerhalb der Gesellschaft widmete. Und die fand man recht schnell, wenn man wusste, wo man suchen musste. Besonders gut bot sich da eine gastwirtschaftliche Einrichtung an. Genau aus diesem Grund machte sie sich an diesem Abend auf und suchte eines der Lokale auf, die sie schon das eine oder andere Mal besucht hatte. Das Wirtshaus - der steinige Buckel war eine unberechenbare Schenke. Manchmal war es überfüllt und man konnte sich nur noch mit großer Mühe an den schwitzenden und rauchenden Menschen hin zum Thresen vor kämpfen. An anderen Tagen aber war es wie heute, dass man sich ohne Probleme und dennoch in Gesellschaft anderer bewegen konne. Yarra steuerte geich als erstes den Thresen an und setzte sich auf einen der Barhocker. In Gedanken hatte sie gar nicht mitbekommen, neben wen sie sich gesetzt hatte. Ein Blick nach rechts zeigte, dass ein Platz frei war und dann dort ein legere gekleideter Korven Frostherr zu finden war. Dass dieser Mann auch ohne eine schützende Rüstung anzutreffen sei, hatte sich die Nanhra während und nach ihrer Mission mit ihm wirklich nicht vorstellen können. Sie hatte gerade die Konversation zwischen dem Wirt und dem Utgard mitbekomme, da lehnte sie sich auf den Thresen und steig mit in die Unterhaltung ein.
"Nun, wenn Ihr jetzt ein Freibier übrig habt, ich nehme es gerne." sie grinste hämisch und wandte er nach einem widerwilligen Nicken des Wirtes, der nun keine andere Wahl hatte, als der Frau ein Bier auszugeben, Korven zu.
"Eigenartig, dass wir uns nun in einem Wirtshaus wieder sehen, Cheffe." im Gegensatz zu ihrem Auftreten während der Mission neulich war sie nun viel aufgeschlossener und ungezwungener, was wohl daran liegen mochte, dass sie sich nun nicht bei einem Job befand. Im Privaten musste man nicht jederzeit damit rechnen, dass etwas Unverhersehbares passierte, da konnte sich die Gestaltwandlerin zur Abwechslung auch mal wie eine freundliche Persönlichkeit benehmen.
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BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Mo 10 Aug 2015 - 22:30
Korven blinzelte, als er eine bekannte Frauenstimme vernahm, die sich in sein Gespräch mit dem Wirt eingemischt hatte. Der Utgard wandte seinen Blick nach links und bemerkte Yarra. Seit der Mission in den Tempel vor zwei Tagen hatte er sie nicht mehr gesehen, obwohl sie den eigentlich selben Beruf ausübten. Natürlich war Korven in den letzten Tagen nicht sehr dazu gekommen, als Utgard zu arbeiten, da sein Vorgänger ihm viele Dinge überlassen hatte.
Yarra lächeln zu sehen, war dem Mann neu. Es erschien ihm warm, aber auch etwas wölfisch, was keinesfalls schlecht war. Schon während der Mission war ihm aufgefallen, was für eine hübsche Frau sie eigentlich war. Nun, außerhalb von Dienst und Pflicht, wirkte sie viel entspannter und freundlicher. Etwas, das man von Korven nicht behaupten konnte, da er immer auf Probleme gefasst war. Sein Leben bestand nur aus Konflikten, was in Tanseru nicht verwerflich war. Jemand, der in diesem Land keine Furcht vor Rebellen und Guarul hatte, war dämlich. Aber Ayli war friedlich, langweilig und wenig aufregend. Er hatte sich schon bei dem Gedanken erwischt, die Utgard zu verlassen, nur um zurück nach Tanseru zu kommen. Dort könnte er Rutuv werden und ordentlich Geld verdienen, denn Magier waren dort schließlich auch mit Kopfgeld gesucht. Das gab es auf Eros nicht.
"Scheint so", brummte der Mann über die zweite Bemerkung der Frau, welche nun ihr Bier erhielt. Für sie war es wohl praktisch, den Herrscher der Stadt zu kennen. Vorteile und Vergünstigungen winkten ihr im Moment. Korven selbst war von dieser Schmeichelei nicht angetan. Ständig wollte man ihm etwas schenken, geben oder kostenlos leisten. Was verleitete die Einwohner nur, zu denken, dass sie damit etwas erreichten? Es sorgte vielmehr dafür, dass er diese Personen nicht leiden konnte, da sie seine kostbare Zeit in Anspruch nahmen. "Cheffe ist kein Ausdruck, der mir sonderlich zuspricht", meinte er nur und trank seinen Krug leer. Sein Blick ging zum Wirt, der verstand und diesen sofort nachfüllte. "Was verschlägt Euch hier her, Yarra?", fragte der Mann nun, da eine seltsame Stille aufgekommen war, die er nicht leiden konnte. "Hier tummeln sich eher Männer herum, die sich kaum benehmen können." Das war ihm jedenfalls aufgefallen, denn ein kurzer Blick durch das Wirtshaus verriet, dass man Yarra musterte. Mögliche Beute, wenn sie genug getrunken hätte. Dass sie eine Utgard war, wussten sie nicht. Wenn sie es wüssten, wäre es ein Grund, sie nicht anzugraben. Sicherlich interessant, zu sehen, wie die Dame auf so etwas reagierte.

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BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Di 11 Aug 2015 - 0:30

Wahrscheinlich war die Brünette eine der wenigen Utgard, die sich im Berufsleben anders verhielt, als im Privaten. Das war manchmal gar keine Absicht, denn eigentlich hatte sie ein fröhliches Gemüt, es gab aber nun mal Dinge, die sich während einer Mission eben nicht gehörten. Darunter fiel das Biertrinken oder aber auch das ungehemmte Ansprechen des Kommandanten. Der Wirt ließ nicht lange auf sich warten, griff sich einen der Krüge und füllte diesen mit dem Fassbier, welches den steinigen Buckel bekannt machte. Den Krug stellte er mit grimmiger Mine vor ihr ab und machte sich dann wo anders wieder an die Arbeit, wo zahlende Kundschaft nach seiner Aufmerksamkeit verlangte. Es war erstaunlich, dass er ihr wirklich das Bier gebracht hatte. Wenn Yarra so etwas sagte, dann rechnete sie meistens nicht damit, dass es auch funktionierte. Diesesmal aber hatte sie wirklich Glück gehabt und freute sich daher umso mehr über das Getränk für Lau.
"Hm, naja ... mir schon." ein Schulterzucken und mädchenhaftes Grinsen folgte. Er sollte merken, dass sie ihn nur necken wollte, gerade weil er so brummig war. Das passte ihrer Meinung nach nicht in das Gesicht des Mannes. Er könnte ein wahrer Frauenheld sein, wenn er sich etwas bemühen und hin und wieder mal lächeln würde. Spaß war nichts, was einen umbrachte. Nicht, solange man eventuell geworfenen Gegenständen oder anderen Dingen geschickt ausweichen konnte.
Sie nahm einen Schluck des Bieres. Der Krug war recht schwer, weil er auch ziemlich groß war. Daher musste es etwas eigenartig, wenn nicht sogar niedlich ausgesehen haben, wie sie mit beiden Händen den Krug an ihren Mund führte. Korven erhob wieder das Wort, nachdem sie abgesetzt hatte und ihren Blick wieder zu ihm wandern ließ.
"Das gute Bier, die schwere Luft, der schweißig-modrige Geruch ... So einiges." erklärte sie in dem Wissen, dass der Wirt ihre Worte gehört hatte. "Nein, eigentlich wollte ich nur meiner Familie entfliehen. Eine sehr liebevolle, ja, aber eine umso nervtötendere." Danach sah sie sich recht offensiv in dem Gästebereich um. Tatsächlich hatte ihr überraschendes Herumfahren den einen oder anderen Mann entlarvt, der die Gestaltwandlerin anstarrte. Sie grinste erneut und Kampfgeist funkelte in ihren Augen auf.
"Ich fürchte mich nicht vor Lüstlingen, denen es an Erziehung mangelt. Nun, was macht Ihr denn dann hier, Cheffe? Ein Freibier scheint Euch jedenfalls nicht hierher verschlagen zu haben."
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BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Di 11 Aug 2015 - 0:51
Frech. Mehr konnte Korven zu der Frau nicht sagen. Sie war eine freche, junge Frau. Dies war eine mildere Beschreibung, als wenn er sie als respektlos betiteln würde, obwohl dies weitaus passender gewesen wäre. Aber dies war mal wieder nicht Tanseru. Nicht das Land, in dem das Recht des Stärkeren galt. In dem man sogar einen König töten konnte und selbst den Thron beanspruchen durfte und niemand etwas sagte – sofern man ein Mann war und weder Guarul noch Sklave oder Ausländer.
Er beobachtete Yarra bei ihrem Versuch, das Bier zu trinken. Von einer Utgard hatte er mehr erwartet als diesen kläglichen Versuch, aber letztendlich schaffte sie es doch, die Flüssigkeit an den richtigen Ort zu befördern. Das sah aber keineswegs gekonnt aus, sondern fast schon hilflos und sogar der Mann bekam das Gefühl, ihr helfen zu wollen. Warum gab der Wirt ihr nicht einen kleineren Krug? Warum gab er ihr überhaupt Bier?
Als Yarra ihre Familie erwähnte, lachte der Mann einen Moment spöttisch. Familie. Er hatte natürlich eine. Sie lebte gesund in Tanseru und herrschte ruhig über ihre Ländereien. Denen ging immer gut, denn sie hatten ihren Arsch voll Kohle.
"Wie muss eine Familie sein, dass man vor ihr fliehen muss?", fragte der Mann, den ein ganzer Ozean von seinen Eltern trennte. Geschwister hatte er nicht, ebenso eine Frau oder Kinder. Er war alleinstehend und dies war im Moment auch gut so. Was wollte er mit Weib oder Balgen? Gerade jetzt, wo sich die Stadt vor vielen Feinden fürchten musste. Eros war ein Kontinent der Magie. Einzig und allein Kuräsch lehnte diese ebenfalls aber. Aber die anderen Länder? Sie könnten gewaltigen Druck auf Ayli ausüben und das musste er irgendwie abwenden.
Yarra drehte sich kurz um und musterte die Männer, die selbiges bei ihr taten. Ein abfälliger Kommentar folgte, samt erneuter Nennung seiner Bezeichnung. Sie fragte nach dem Grund seines Hierseins.
Er zog eine Augenbraue hoch. "Freibier nicht, aber Bier. Wenn man keine Lust mehr hat, den Mist zu bereinigen, den andere fabriziert haben, macht man eben eine Pause", erklärte er und trank aus dem neuen Krug. Was er eben sagte, war anders ausgedrückt nur die Tatsache, dass er vor dem Haufen Arbeit floh, den er vor sich hatte.

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BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Di 11 Aug 2015 - 1:15

Es gab unzählige Gründe, die einen dazu trieben, sich vor seiner Familie zu verstecken. Es konnte eine gewaltgeprägte Familie sein, oder eine chronisch schweigende. Aber es gab auch Familien, die einfach nicht mehr zueinander passten und daher immer und immer wieder Streit verursachten. Etwas nachdenklich suchte Yarra nach den passenden Worten, um auszudrücken, was sich in ihren Gedanken schon so lange als Begründung auf eben diese Frage eingeprägt hatte. Dabei sah sie hinauf zur Decke des Raumes, was sie häufiger tat, wenn sie nachdachte. Am liebsten hätte sie sich einfach wiederholt und gesagt, dass ihre Familie liebevoll aber eben auch nervig war. Jedoch war das wohl nicht die Art Antwort, auf die Korven angespielt hatte.
"Ähm ... naja, wenn es nach denen geht, sollte ich ein Kleidchen tragen und brav Ausschau nach einem geeigneten Ehemann halten. Sich das tagtäglich in den verschrobensten Versionen anhören zu müssen ... ist irgendwie lästig. Wisst Ihr, ich habe eine Schwester, die sich genau so gibt und sie ist nichts weiter, als eine dumme Gans." und das, obwohl sie alle Wölfe waren.
"Aber wie sieht es bei Euch aus? Ein gut aussehender Mann Eures Standes ist doch nicht alleinstehend oder?" Yarra konnte an der Mimik des Mannes erkennen, dass ihn der Ausdruck Cheffe wirklich störte. Das war aber leider nun etwas, was sie nicht mehr aus ihrem Kopf bekam. Solange er ihr dafür nicht wirklich eine Bratpfanne über den Schädel zog, würde sie das wohl auch nicht lassen können. Als Wolf testete sie Grenzen gegenüber hochrangigen Mitgliedern der Gesellschaft einfach aus. Jedenfalls könnte sie das als prima Begründung nehmen, für alles, was sie machte.
"Abends kann man auch ruhig mal eine Pause machen. Wieso geht ihr dann nicht nach oben? Alles ist schöner, als die Dunkelheit Aylis, um sich zu entspannen. Das kann einem nicht mal diese Spilunke hier bieten." sie legte fragend den Kopf schief, was unterstützt von ihrem ohnehin eher animalischen Aussehen wirklich nach einem fragenden Wolf aussah.
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BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Di 11 Aug 2015 - 1:37
Was Yarra dem Mann gerade beschrieb, war eine Familie wie aus einer Geschichte. Konservative Eltern. Die Vorzeigeschwester und das schwarze Schaf. Yarra war hier das schwarze Schaf. Dass sie sich den Wünschen ihrer Eltern nicht fügen wollte, rief Skepsis in dem Mann hervor. Natürlich akzeptierte er Yarra als Utgard und sie war bestimmt fähig, aber Männern und Frauen standen gewisse Rollen zu. Wohin kam eine Gesellschaft, wenn alle Frauen sich für den Dienst in militärischen Einrichtungen entschieden und niemand mehr Nachwuchs zeugte? Aber konnte man eine Ausnahme wie Yarra akzeptieren oder sollte man es strikt ablehnen?
Oder war der Mann tatsächlich im falschen Land? Auch in Tanseru hatte er eine Frau kennengelernt, die sich nicht an die Regeln hielt. Aenna Chara. Oberst und gleichzeitig Rutuv. Korven hatte mit ihr zusammengearbeitet und wusste, dass sie absolut nicht für eine Familiengründung geeignet war. Bedeutete das aber, dass sie sich davon abwenden durfte? Oder viel mehr sollte? Ihn grauste es, sich Aenna als Mutter vorzustellen. Nein. Bei einigen Damen war das schon ganz richtig.
Aber war Yarra eine dieser Frauen? Sie war hübsch, besaß feminine Züge und schien weder kühl, noch abweisend zu sein. Sie erschien eher in die Auswahl zu kommen, in der sie ihre Eltern wollten. Aber wer wollte nun eine Frau haben, die sich diesem Bild nicht fügen vermochte? Das wäre eine Strafe für den Mann.
"Ich habe kein Interesse daran, eine Familie zu gründen", sagte er und ignorierte ihr Kompliment. Warum sollte er sich dafür bedanken? Besonders ihr sollte Schmeichelei helfen, da er ihr Vorgesetzter war. "Jedenfalls nicht zur Zeit. Ayli ist noch nicht der richtige Ort dafür." Eine unterirdische Stadt war kein Ort für Kinder, um aufzuwachsen. Sie brauchen Freiheit. Sie brauchten einen Himmel, Sonne und die Monde. Kinder brauchten Schnee oder Wiesen. Frische Luft und den kühlen Wind der Berge. Sie sollten hören, wie die Blätter der Bäume raschelten und lernen, wie man Wild erlegte. Das ging in Ayli nicht. Das würde hier unten niemals gehen.
"Im Gegensatz zu anderen mag ich die Städte der Zwerge", sagte er auf ihre Frage hin. Tatsächlich hatte er schon mal überlegt, in Tanseru nach eine der drei Zwergenstädte zu suchen. Als er diesen Gedanken hätte realisieren können, war er schon beim Militär gewesen und wenig später bei den Utgard, die ihn für ihre Valaisen-Experimente missbraucht hatten und ihn zu einen Utgard machten, obwohl er das nie geplant hatte. Vorbei war der Wunsch nach den Städten. Praktischerweise durfte er sich dann doch noch in einer einfinden, obwohl Ayli natürlich nichts im Vergleich zu denen in Tanseru war. Ayli war nicht in eine, Berg gebaut. Sie war klein. Aber angehnem zum Leben. "Aber ich kann die Frage zurückgeben. Wieso seid Ihr hier, wenn es außerhalb angenehmer für Euch zu sein scheint? Oder wartet Eure Familie oben?", fragte er schon fast spöttisch und setzte zum Trinken an.

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BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Di 11 Aug 2015 - 2:00
Als sie Korven kennengelernt hatte, hätte sie sich nicht erträumt, dass er wirklich jemand war, mit dem man sich so angeregt unterhalten konnte. Aber tatsächlich war er nicht so kurz angebunden, wie er sich immer gab. Natürlich konnte er das Chefsein nicht wirklich ablegen, aber dennoch war er ein gar nicht so verkorkster Kerl, wie man annehmen konnte.
Wieso hatte er denn bitte kein Interesse an einer Familie? Gehörte das denn nicht zu jedem Leben dazu? Wenn er irgendwann in der Zukunft, in mittlerem Alter dann endlich mal die Entscheidung fasste, es doch zu versuchen, dann wäre es wohl schon zu spät. Welche junge Frau würde einen alten Mann ehelichen wollen? Sie musterte ihn kurz und zog dann ungläubig die Brauen zusammen. Wer nicht will der hat schon passte hier nicht wirklich, also musste es einen anderen Grund geben, wieso er keine Familie wollte. Die Abenteuerphase hatte er doch sicherlich schon erlebt, wieso dann damit weitermachen? Nun ja, aber es sollte auch Menschen geben, die sich eben nicht von solchen Gefühlen heimsuchen ließen. Yarra wäre wohl auch nicht der Meinung, dass sie irgendwann ein mal eine Horde an Kindern haben würde, wenn sie es nicht so von ihren Eltern gelernt hätte. In jedem Fall stand fest, dass ihre Kinder allesamt auf ihre Art genial waren. Der eine ein toller Künstler vielleicht, wieder ein anderer ein begnadeter Jäger und wie wäre es mit einem Mädchen, das ganz nach Mama kommt? Sie grinste unwillkürlich, bei dem Gedanken, ein Kind zu haben, dass genau so störrisch und widerspenstig war, wie sie. Nein, dann doch lieber keine Kinder.
"Da habt Ihr wohl recht. In den kommenden Jahren wird sich oben viel tun, soviel ist sicher. Da wird die Stadt aufblühen, komme was da wolle." sie dachte daran, wie es gewesen wäre, als Kind unten in Sicherheit vor den schlimmsten Unwettern zu schlafen und oben Tag für Tag aufs Neue die Welt zu erkunden. Eine unbeschreiblich schöne Kindheit.
"Ich mag die Stadt auch! Aber ich habe etwas kennengelernt, was ich eben mehr mag, als die zeitlose Dunkelheit. Und nein ... Die sind alle hier unten verschachert." sie unterbrach und nahm ihrerseits ebenfalls einen weiteren Schluck des Bieres. Ein weiteres mal tat sie sich schwer damit, den Krug anzuheben, was dem Stolz der Gestaltwandlerin jedoch ganz recht kam. Wenn sie eines hatte, dann Kampfgeist. Also nahm sie einen recht großen Schluck oder gleich mehrere und damit war auch das Gewicht des Kruges fürs nächste mal um einiges angenehmer.
"Nachher gehe ich hoch. Sterne sind etwas wundervolles, meint Ihr nicht auch? Aberhunderte Lichter bei Nacht." beinahe kindlich vor verträumter Freunde strahlten ihre Augen bei dem Gedanken an das Erblicken des Sternenhimmels. Was für manch einen ganz normal war, war für sie ein unergründliches Naturschauspiel.
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Korven
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BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Di 11 Aug 2015 - 2:17
Ja, es würde sich oben viel tun und Korven wollte seinen Teil dazu beitragen. Gestern erst hatte er viele Pläne abzeichnen müssen und ebenso viele abgelehnt. Wenn Korven etwas nicht leiden konnte, waren es übereifrige Architekten, die aus den Schriften der Zwerge gelernt hatten. Bauten der Tarr wollte er an der Oberfläche nicht sehen. So sehr ihre Kunst ihn faszinierte, aber sie waren nicht menschlich. Wenn Menschen etwas schufen, sollte es auch nach Menschen aussehen. Natürlich gab es auch noch andere Wesen in Ayli, aber die Utgard waren ursprünglich Menschen und sie regierten über die Stadt. Ihr Vermächtnis soll in die Welt getragen werden.
"Einige Faktoren bereiten dennoch Sorgen", begann er, denn er Alkohol ließ ihn jetzt schon etwas freier sprechen. "Wir sind eine Stadt in der Minderheit. Kuräsch ist weit weg. Was wir bräuchten wären eine Horde Liari, die unseren Werten der Utgard folgt, damit Guarul keine Probleme machen." Liari wären die Lösung für die Sorge, dass Magier sie einfach überrollten und Ayli den Erdboden gleich machten. Aktive Magie hatte gegen Liari keine Wirkung und es gab sogar Gerüchte, dass nach einem bestimmten Ritual auch manipulative Magie ihren Effekt bei ihnen verlor. Das war etwas, wovon jeder Utgard träumte.
Yarra sprach weiter. Korven blinzelte und sah sie Frau einen Moment an. "Was meint Ihr damit?", fragte er ruhig. Jeder hatte etwas, das er mochte. Für Korven war es sein Beruf selbst und die Werte Tanserus, die er in sich vereinigte. Aber er gehörte damit auch dem Klischee an. Was war es, das Yarra packen konnte und nicht losließ?
Wieder trank sie aus dem Krug. Wieder war es umständlich und als sie den Krug absetzte, bemerkte sie einen kleinen Rest des Bierschaums an ihrem Mundwinkel. Ohne wirklich nachzudenken, hob der Mann seine Hand – nachdem sie gesprochen hatte - und wischte ihr diesen Weg.
Er biss sich auf die Zunge und nahm seinen eigenen Krug wieder in die Hand. Er dachte über ihre Aussage nach. Sterne. Er hatte sich nie dafür interessiert. In der Nacht wurde geschlafen und am Tag gearbeitet. Das war eine ganz einfache Rechnung. Ein Seufzen begleitete ihn, als er wieder zu der jungen Frau schaute. "Ich habe nie wirklich den Sternenhimmel betrachtet. Tanseru ist kein Land für das studieren der Himmelskörper. Nachts ist es kalt und da ist man froh, wenn man in der Dunkelheit überhaupt etwas sieht, um seinen Weg in die Wärme zu finden." Er fuhr sich durch das Haar und atmete tief ein. Die Luft hier drinnen war recht stickig.

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Yarra
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BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Di 11 Aug 2015 - 2:37

Für Yarra gab es bisher nicht viel mehr, als das Leben in Maesa. Die Nanka und Ayli waren de einzigen Gegenden, die sie kannte. Nichts sonst als Maesa und Sume hatte sie interessiert. Daher war das Denken über Bedrohungen, die außerhalb ihres bisherigen Wissens lagen nicht wirklich relevant gewesen. Dafür gab es eben genau solche Menschen, wie den Frostherr. Menschen, die das Große Ganze nicht aus dem Blick verloren.
"Leider" begann sie "gibt es Liari nicht wie Sand am Meer. Es wäre schwer, genügend von ihnen zu finden, um uns vor offensiver Magie zu schützen." dass sie eigentlich keine Ahnung von diesen Angelegenheiten hatte und daher auf dem Gebiet kein guter Gesprächspartner war, versuchte sie somit etwas zu vertuschen.
Hatte sie sich so schwammig ausgedrückt, dass man nicht heraushörte, was sie lieber mochte? Sie lächelte verständnisvoll, wenn auch ein wenig beschämt. Sie wusste, dass sie dazu neigte, Manches so zu erklären, dass es für sie allein Sinn machte und für andere nicht wirklich.
"Die Sonne, das Gras, die Tiere, den Himmel bei Tag und bei Nacht, die unzähligen Gerüche, den Wind, ..." Sie hätte aufzählen können bis es wieder Tag sein würde, wenn sie gewollt hätte. All die Dinge, die sie hier unten eben nie kennengelernt hatte und oben nun wunderbarer fand als wohl die meisten anderen Wesen.
Sie hatte gerade etwas getrunken, da kam Korven ihr näher. Viel näher. Sein Daumen schnellte hervor und auch wenn Yarra ein kleines bisschen zurück wich, hielt ihn das nicht davon ab, ihr mitten ins Gesicht zu fassen. Ins Gesicht! Einfach so! Erst verstand sie nicht, was das sollte, bis sie dann aber eins und eins zusammengezählt hatte. Sie neigte auch bei Milch dazu, einen Bart davon zu bekommen. Bei Bier war es offenbar nicht anders. Die Röte jagte sich in ihre Wangen und ein mal mehr freute sie sich über den dunkleren Hautton und die Tattoos, welche genau das ziemlich gut verdeckten. Dennoch sah sie peinlich berührt in ihren Schoß, und fuhr selbst ein mal über ihren Mund, um sicher zu gehen, dass dort nicht noch mehr Schaum war. "Danke." murmelte sie daraufhin kleinlaut.
"Vielleicht solltet Ihr mit kommen und Euch ansehen, was der Himmel für unglaubliche Gebilde zu bieten hat." nach wie vor wirkte sie nicht mehr so taff, sondern wie ein Mädchen, das gerade zum ersten mal mit ihren großen Schwarm redete ...
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Korven
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BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Di 11 Aug 2015 - 9:43
"Vielleicht sollte man in Frostfall einmarschieren", scherzte er in dem Wissen, dass die meisten Liari dort zu finden waren. Frostfall ähnelte seiner alten Heimat wohl am meisten und dennoch war er nicht einmal dort gewesen. Zwar war Korven selbst noch nicht sonderlich lange in Maesa – ein Jahr – und der Himmel hatte sich erst vor wenigen Wochen geklärt, aber doch interessierte ihn das Land des Schnees. Wie konnte ein solches Klima herrschen, obwohl Maesa als auch Immerherbst angrenzten und keine solchen Bedingungen aufwiesen. Lag es tatsächlich am Guar dieses Kontinents?
Als Yarra von den Dingen sprach, die wohl ihr Herz bewegten, blinzelte der Mann, bevor er seinen Blick einen Moment senkte. Das hörte sich nach den Worten einer Person an, die das alles nicht kannte. Ein Gefühl der Freiheit packte ihn, als sie diese Worte sprach, aber ebenso umfing ihn Beklemmung. Der Mann nickte und verschränkte seine Arme hinter dem Kopf. "Ihr seid in Ayli aufgewachsen, oder?", fragte er. "Wenn ich an meine Kindheit zurück denke, sehe ich nur Schnee. Schnee ohne Ende. Was anderes gab es in Tanseru nicht. Eis und Schnee. Und Mauern", fügte er an. Zwei Mauern durchzogen das Land und eine weitere schütze die Grenzen zu den anderen Ländern. Tanserus hatte schließlich zwei Bezirke und keiner wollte mit dem anderen etwas zu tun haben, obwohl sie demselben König unterstanden.
Höflich bedankte sich Yarra dafür, dass er ihr unhöflich ins Gesicht gegrabscht hatte. Der Frostherr erwiderte darauf nichts, da ihm seine eigene Handlung noch immer Schleierhaft war. Wieso er das getan hatte, wusste er nicht. Vielleicht lag es tatsächlich am Alkohol, aber bisher hatte er sich für Trinkfest gehalten. Trinkfester als viele andere.
Yarra lud ihn ein, mit nach oben zu kommen. Durch die Stadt zu wandern, die Treppe aufzusuchen und fast schon den verbotenen Weg an die Oberfläche zu nehmen. Es war nicht gerne gesehen, wenn sich Einwohner auf die Baustelle wagten, aber man duldete es. Jeder hatte nach all den Jahren einen Wunsch nach dem klaren Himmel und der reinen Luft der Oberwelt.
Korven starrte an die steinerne Decke über sich. Einige Furchen waren in ihnen zu sehen, die von der Zeit sprachen, die ihnen zuzuschreiben waren. Sie konnten sicherlich alle Geschichten erzählen, die sich hier abgespielt hatten. Fröhliche Saufgelage und große Rauferreien. Der Mann schmunzelte einen Moment, bevor er wieder zu Yarra sah. "Warum nicht?", meinte er. Die Art der Dame faszinierte ihn. Sie konnte sich völlig von ihren Problemen und ihren Pflichten lösen. Vielleicht war es an der Zeit, dass Korven sich dies auch aneignete. Er war schließlich nicht mehr in Tanseru. Er war in Maesa.

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BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Di 11 Aug 2015 - 10:05

Kaum zu fassen, dass der streng und kurz angebundene Korven, den sie neulich kennengelernt hatte nun sogar in der Lage war, Scherze zu machen. War das hier wirklich der selbe Mann? Eben das mit dem Bierschaum und jetzt auch noch ein nicht komplett ernst gemeintes Wort? Es erleichterte sie, dass der Schwarzhaarige auch ein anderer Mensch war, als der den sie bisher kennengelernt hatte. Sie mochte Korven den Boss als Chef und jetzt gerade auch den Korven als Kerl in einer Schenke.
"Ich verstehe zwar nicht viel von Diplomatie, aber ich denke einmarschieren ist eventuell nicht unbedingt das Richtige." scherzte sie ihrerseits zurück und ertappte sich auch sogleich dabei, dass sie dem Frostherr gerade das Geständnis um ihre Unwissenheit machte, welches sie eben noch zu verschleiern versuchte. Was um alles in der Welt kippte der Wirt bitte in sein Bier?!
Yarra nickte mit einem sanften Lächeln auf den Lippen, als er fragte, ob sie hier aufgewachsen sei. Egal wie sehr sie die Stadt inzwischen zu meiden versuchte, sie war ein Teil von ihr und hatte ihre Kindheit nicht nur negativ beeinflusst. Ganz im Gegenteil, sie war Dunkelheit gewöhnt, ebenso wie die vielen anderen Menschen, die hier ihre Kindheit und Jugend verbracht hatten. Sie war zwar noch nicht wirklich das, was andere Gestaltwandler ihrer Art als begabt benannten, aber sie hatte gelernt, dass man nur durch harte Arbeit an ein Ziel kam. Viele MEnschen hier hatten diese Mentalität inne und so auch Yarra, die nicht aufgab, solange sie noch weiter gehen konnte. Bei dem Wort Schnee begannen die Augen der Brünette ein mal mehr zu funkeln.
"Schnee?" wiederholte sie seine Worte und rutschte in einer geschmeidigen Bewegung auf den leeren Platz, der sie bisher noch voneinander trennte.
"Ich habe noch nie Schnee gesehen, wie sieht er den aus, also mal abgesehen vom Weiß?" Die Utgard bemerkte immer wieder, welche tollen Erfahrungen sie nicht hatte machen können, weil sie hier unten aufgewachsen war. Aber dennoch bedauerte sie das nicht ausschließlich. Man konnte ja nicht nur und ausschließlich trauernd zurück blicken. Lieber doch widmete man sich dem, was vor einem lag und freute sich über das, was jetzt Unglaubliches möglich geworden war.
Der Mann wollte sogar wirklich mit ihr hoch gehen und sich die Sterne anschauen. Sterne mit einem Mann gemeinsam ansehen ... hatte das nicht sogar etwas Romantisches? Manch einer hätte wohl bei dem Gedanken daran, mit dem obersten Chef Sterne anzuschauen gekniffen. Aber Yarra machte sich nichts aus solchen Gednakengängen. Paranoia schieben war nicht so ihr Ding, man konnte das auch einfach ganz direkt betrachten. Sie verstand sich besser mit ihrem Chef und beide genossen gemeinsam den Abend. Daran war nichts Verwerfliches.
"Na super, dann gehen wir nachher gemeinsam." man sah ihr an, dass sie sich freute und sie machte auch keinen Hehl daraus. Wieso auch, sie wollte kein verschlossenes Buch sein, das kein Mensch lesen wollte. Der Einband war hübsch anzusehen und der Inhalt erst!
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BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Di 11 Aug 2015 - 11:20
Yarra stieg in seinen Scherz mit ein, gestand dabei aber, dass sie in Sachen Diplomatie relativ unerfahren war. Korven selbst hatte darin kaum Erfahrungen. Wenn man die Situation mit den Diplomaten aus Sume bedachte – welche inzwischen tot waren -, war er sicherlich ebenso wenig dafür geeignet, solche Beziehungen zu pflegen. Aber die Philosophie der Utgard war nun mal unanfechtbar und ließ keine Kompromisse zu. Wenn Magier mit Ayli verhandeln wollten, sollten sie ihnen etwas anbieten, was man niemals ausschlagen könnte, aber dafür brauchte die Stadt ebenfalls etwas, das man unbedingt haben wollte. Noch immer war der Mann am Überlegen, was es sein könnte, dass Ayli besonders machte. Was Ayli den nötigen Vorteil verschaffte, wenn es darum ging, sich von den anderen abzuheben und Sicherheit gegenüber den Guarul zu erlangten.
Yarra rutschte den Platz zu Korven auf, so dass sie nun neben ihm saß. Sie fragte nach dem Schnee, aber der Utgard bemerkte einen Moment nur die Wärme, die von ihr ausgestrahlt wurde. Es war nicht unangenehm, aber der Mann schien sich gerade zwingen zu müssen, bei der Sache zu bleiben. Yarra war nach wie vor sehr hübsch, aber von einem hübschen Gesicht und ihrem Gesäusel durfte er sich nicht verwirren lassen.
"Es kommt auf den Schnee an", meinte er und dachte an das kühle Wasser, was auch sein Gemüt deutlich abkühlte. "Manchmal ist Schnee wie ein kaltes Federbett, in dem man liegen kann und die Welt angenehm und endlos wirkt. Er kann aber auch hart sein und der größte Feind werden. Dann ist er ein Monster, das man nicht bezwingen kann." Er leerte nun den Krug ein weiteres Mal, aber dieses Mal wollte er keine weitere Runde. Was auch immer in dem Getränk war, es machte ihn redselig. Etwas, das Korven für gewöhnlich nicht war und auch kein Interesse daran hatte, sich den Mund fusselig zu reden.
"Gut", meinte er nur zu ihrem Kommentar, dass sie nachher hinaufgehen wollten. Was hatte er sich dabei nur gedacht? Er war ihr Vorgesetzter und sie schien auch noch eine recht junge Frau zu sein. Ihre Bekanntschaft sollte distanziert und eben eine Bekanntschaft sein. Jeden Untergebenen, den er näher kannte, könnte er automatisch mehr Wert zu sprechen und seine Leute auf diese Weise nicht mit der Gleichheit behandeln, die sie verdient hatten. Denn das hatte Korven immer ausgezeichnet. Seine Männer waren immer gleich viel wert gewesen. Ob dieser Wert in seinen Augen nun hoch oder niedrig lag war eine andere Geschichte.

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BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Di 11 Aug 2015 - 11:44
Lustiger Weise waren Yarra und Korven in ähnlichen Gegenden aufgewachsen. Nicht, dass er unter der Erde groß geworden war oder sie inmitten von Eis und Schnee, aber dennoch waren sie beide nicht in einer grünen Welt aufgewachsen, welche all das bot, was sich nun oberhalb der Stadt auftat. Nur hatte der Frostherr wahrscheinlich schon früher Bekanntschaft mit den Wundern der Welt gemacht, als Yarra. Für sie war das nun alles neu und weil sie auch noch als Wolf geboren wurde bei Weitem interessanter, als es sonst für sie gewesen wäre. Der Jagdtrieb, den sie inne hatte, war noch nie so sehr spürbar gewesen wie jetzt.
"Je nach dem, was die Götter gerade eben wollen ..." stimmte sie den Launen des Schnees zu und drehte sich dann nicht mehr ihm zu, sondern dem Threasen, wo sie mit beiden Händen den Krug umfasste.
"Ich würde gerne mal Schnee sehen und all das machen, was man damit eben so anstellt. Oder Seen ... Davon habe ich auch oberhalb noch keinen gesehen." sie schwelgte in Gedanken und freute sich darüber, dass sie die Chance hatte, eines Tages all das zu sehen, was sie in Büchern gelesen und auf Bildern betrachtet hatte. Seufzend hob sie den Krug ein weiteres und letztes mal. Sie trank ihn leer und stellte das gläserne Gefäß dann wieder vor sich ab. Der Wirt bemerkte, dass sie ausgetrunken hatte und sah ebenfalls, dass der Herrscher nichts mehr hatte. Er kam näher und sah Yarra bereits fragend an, sodass sie den Kopf schüttelte und den Krug etwas weiter von sich und dem Wirt entgegen weg schob.
"Danke, aber ich möchte nicht lallend hier heraushumpeln." Der Mann verstand und nahm den Krug entgegen, um ihn abzuwaschen.
Die Gestaltwandlerin drehte sich herum und stieg von ihrem Stuhl herunter, was ein mal mehr die Aufmerksamkeit der anderen Gäste auf sie lenkte. Sie besahen sie und sie sah provokativ zurück. Wenn Korven soweit war, würde sie gemeinsam mit ihm die Wirtschaft verlassen und nach oben gehen.


Zuletzt von Yarra am Fr 14 Aug 2015 - 15:03 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Di 11 Aug 2015 - 12:11
Yarras Wünsche waren klein. Sie wollte Dinge sehen, die alltäglich erschienen. Schnee. Seen. Nichts, was Korven jemals als etwas Besonderes bedacht hatte. Dabei gab es viel mehr Dinge, die es zu entdecken lohnte. Unendlich viele Gegenden, in denen man Wunder finden konnte, sogar ohne Guar.
"Schnee lässt sich im Winter auftreiben, da müsst Ihr einfach nur warten." Der Winter war gerade vorbei, aber sie hatten alle den Schnee verpasst, was Korven nicht sonderlich störte. Wenn er daran dachte, wie damals ihre militärische Ausbildung auf weiten Schneewiesen stattgefunden hatte, konnte er getrost auf das gefrorene Wasser verzichten. "Und wo ein Fluss ist, ist auch irgendwo ein See", meinte er, da auch durch Ayli ein Fluss floss. Sowohl unterirdisch als auch überirdisch. Wahrscheinlich war er nicht mal weit weg.
Yarra schon ihren Krug von sich und war scheinbar fertig. Der Mann zog einige Münzen heraus und zahlte sein Bier als auch das der Frau. Freibier war etwas, das er nicht leiden konnte. Die Herstellung von Bier war eine Kunst, die viel Arbeit kostete und nicht unbezahlt bleiben sollte. Irgendwo von musste auch dieser Wirt leben, der das teure Gebräu nur kaufte.
Yarra stand auf. Ihr Stand war sicher, da sie kaum etwas getrunken hatte. Korven tat es ihr nach und auch nach seinen zwei Krügen stellte sich keine Veränderung in seiner Haltung ein. Warum auch? Das war nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Er sah sich um. Viele der Männer starrten die Frau an, welche den Blicken aber standhielt. Viel mehr schien sie schon fast Spaß daran zu haben, dass man sie so betrachtete.
Der Utgard aber hatte im Moment eine Rolle zu erfüllen. Yarra war nun seine Begleitung und so musste er sie behandeln. Jeden einzelnen wurde ein finsterer Blick zugeworfen, so dass sie sich schnell abwandten und die Frau bald nicht mehr betrachtet wurde.
Er lief schließlich ruhig zur Tür des Wirtshauses und hielt sie Yarra auf. "Nach Euch", sagte er höflich.

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BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Di 11 Aug 2015 - 12:50
Jahreszeiten waren der Nanhra bishe nicht wirklich geläufig. Das Klima unter der Erde war meistens gleich und es sich verändete, dann nur um wenige Grad, also kaum spürbar. Sie trug somit eigentlich das ganze Jahr ihre auffallende Pelzkleidung, den Rock und eben keine Schuhe. Ob Schnee so kalt war, dass sie darauf nicht barfuß laufen konnte?
"Winter ... das wird wohl noch ein bisschen dauern. Aber bis dahin gibt es ja noch die eine oder andere Jahreszeit zu bestaunen, nicht?" sie wusste, dass Korven schon viele Jahreszeiten durchlebt hatte und daher waren diese wohl auch nichts Besonderes für ihn. Aber dennoch war er in der Lage, ihr die eine oder andere Lücke in ihren Vorstellungen mit Bildern zu füllen. Sie stieg also von ihrem Stuhl herab und betrachtete, während der Herrscher bezahlte, kurz ihre Kleidung, ob diese auch sitzte oder eben nicht. Dabei hatte sie gar nicht bemerkt, dass er für ihr Bier bezahlt hatte, sodass sie nach wie vor davon ausging, das Freibier ergattert zu haben. Sich von ihm einladen zu lassen wäre wahrscheinlich auch nicht ihr Verlangen gewesen. Eine Frau, die einen Partner suchte war da wahrscheinlich eher interessiert, als Yarra, die einfach lebte, wie es gerade war. Auch zu ihrem Vater musste sie schon das eine oder andere mal eindringlich sagen, dass sie sich nicht auf die Suche nach einem Gefährten machen würde, solange sie im Hier und Jetzt lebte. Meistens schnaubte er dann und verschränkte verärgert die dicken, mukelbepackten Arme ineinander, was seine Tochter aber nicht beeindruckte. Wenn einer ihren Weg kreuzte, der ihr passte und keine Liebesdramen versprach, würde sie sich nicht wehren, das wusste ihr Vater schon, aber das konnte nun mal jetzt oder in zwanzig Jahren geschehen.
Der Herrscher hielt der Frau die Tür auf, wie ein richtiger Gentleman es tun würde. Das hatte sie ebenfalls nicht erwartet. Auch wenn es höflich war, war sie doch keine von diesen puppenhaften Damen, die solche Verhaltensweisen gewohnt waren. Rauer Ton und direkte Ansagen waren Dinge, mit denen sie etwas anfangen konnte. Aber Höflichkeit in diesem Maße? Nicht, dass sie es unangenehm fand, sie lächelte ein mal mehr peinlich berührt, weil sie das nicht erwartet hatte und schlüpfte durch die Tür nach draußen. Hier war die Luft bei Weitem angenehmer und weniger von Rauch und Schweißduft erfüllt als drinnen. Aber dennoch wehte keine Brise und es war auch kein neuer Geruch aufzuspüren, keiner, den sie nicht schon so lange kannte.
"Danke." entgegnete sie der Freundlichkeit des Mannes und setzte sich in Bewegung, in Richtung Treppe. Die Treppe, welche lange verschlossen geblieben war und nun offen stand. Endlich.

tbc: [Ayli - Überirdisch] Baustelle der Siedlung
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BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Fr 14 Aug 2015 - 16:07
Cf: [Ayli] Schmieden

Sich wieder hier einzufinden, obwohl nicht mal ein ganzer Tag vergangen war, gab Korven das Gefühl, er wäre ein Säufer. Vor allem, da er Gesichter wiedererkannte, die er gestern schon gesehen hatte. Sie nickte ihm bedächtig zu, als fühlten sie in ihm einen Gleichgesinnten. Der Utgard schüttelte nur den Kopf und schaute sich um. Wie der Herr aussah, wusste Korven leider nicht. Und so trat er an den Tresen, stellte die Kiste ab und lockerte seine Arme.
Yarra war die ganze Zeit hinter dem Mann gelaufen, welcher durch die Menschenmenge immer eine Schneise gezogen hatte. Für sie musste es sicherlich sehr angenehm gewesen sein, besonders, wenn man schnell voran kam. Sie waren nicht mal eine halbe Stunde unterwegs gewesen.
Der Frostherr räusperte sich. "Sir Vendys?", fragte er mir lauter Stimme. "Wir haben hier eine Lieferung!"
Jemand sprang von seinem Tisch auf. Ein kleiner, schmächtiger Mann, mit gepflegtem Äußeren und makellosen Nägeln. Wieso brauchte so ein Wicht eine Rüstung?
Der Mann trat vor und sah ehrfürchtig zu Korven herauf. Stotternd bedankte er sich und als der Utgard ihm die Kiste gab, schien er erst mal unter der Last zu leiden, bevor er es doch schaffte, sie zu tragen. Der Utgard schüttelte den Kopf und verschränkte die Arme. Bezahlt hatte der Kerl auch diese Mission schon. Es blieb nichts anderes übrig, als wieder zu gehen.
Er sah zu Yarra. "Was steht bei Euch heute noch an?", fragte er. Dabei war er wieder höflich wie gestern. Sie waren im Dienst. Vorgesetzter und Untergebene. Ganz einfach.

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BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Fr 14 Aug 2015 - 16:24

Dem Hinterteil Korvens durch die Menschenmenge folgend kam sie recht schnell in der Schenke an, in der sie auch gestern abend gewesen waren. Ob der Wirt das Duo wiedererkannte? Sie hoffte irgendwie nicht, weil sie jetzt arbeiteten und nicht zum Vergnügen hier waren, auch wenn dieser Job gerade eher vergnüglich war. Die beiden traten also in das buckelige Wirtshaus ein und Yarra stolperte dabei ungeschickter Weise über die hölzerne Erhöhung im Türrahmen. Schnell fing sie ihr Gleichgewicht jedoch wieder, war aber dafür mit einem etwas unglamourösen Auftritt eingetreten. Die Männer und Frauen, die sich zu der frühen Stunde hier aufhielten waren nicht ausschließlich zum Trinken hier, sondern aßen Frühstück, andere aber auch schon ein warmes Mittagessen, welches wirklich verführerisch roch. Dieser Geruch nach Essen und nicht ausschließlich alkoholischen Getränken ware ihr eindeutig lieber. Sie ging Korven hinterher, der die Kiste auf dem Tresen abstellte und sich dann suchend im Wirtshaus umsah. Sie tat es ihm gleich und entdeckte einen gut gekleideten Mann, der vielleicht Anfang bis Mitte Zwanzig war oder jedenfalls so wirkte. Kein Barthaar im Gesicht, dafür aber das blonde Kopfhaar akkurat frisiert. Ein echter Adelsmann. Er sprang auf, als Korven seinen Namen rief und Yarra lächelte ihn an. Er war ihr sofort sympathisch. Zwar kein Kämpfer, gewiss nicht, aber dafür bestimmt ein netter Kerl. Wozu er nun aber eine Rüstung brauchte, konnte sie sich nicht vorstellen. Nun ja, oft hatten solche reichen Leute einfach auch nur Rüstungen an, weil sie teuer waren und ihren Reichtum darstellten. Das musste auch bei ihm so sein. Nun gut, es war auch egal, solange er angemessen gezahlt hatte. Der Mann nahm wankend die Kiste entgegen und wirkte Korven gegenüber doch recht eingeschüchtert. Der Mann konnte in seiner schwarzen Rüstung und den zackigen Schultern aber auch echt bösartig wirken. Zudem der unausgeschlafene sprich-mich-nicht-an Blick und tada: Fertig war eine perfekte Albtraumgestalt.
"Eigentlich wollte ich jetzt den nächsten Auftrag erledigen. Wie sieht es bei Euch aus?" absichtlich achtete sie jetzt darauf, wie sie mit dem Mann redete. Nicht nur, dass er schlecht drauf war, er war ja nun auch nicht ihr zufälliger Wirtshauskumpel.
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BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Fr 14 Aug 2015 - 17:02
Yarras Frage war berechtigt. Korven selbst wusste nicht ganz, was er tun wollte. Am liebsten hätte er etwas getan, wo er die nächsten drei Tage nicht in der Stadt war, damit ja niemand ihn störte. Oder sich verkrochen und entspannt. Etwas Schlaf hätte er auch gerne nachgeholt, nachdem man ihm viel zu früh wieder aus dem Bett gerissen hatte.
Er nahm seine getönte Brille ab und knackte mit den Halswirbeln, während er überlegte. Eine weitere Mission wäre langweilig. Viel mehr könnte er trainieren oder...
In seinen Gedanken stockte er. Die Expedition. Warum eigentlich nicht?
Ein kurzes Grinsen streifte über seine Lippen, als er zu Yarra sah. "Zur Zeit werden Vorbereitungen für die Erkundung der Oberfläche getroffen. Sie wollen bald los und ich wollte noch einige Utgard rekrutieren. Ihr hattet gestern Interesse geäußert." Jemanden wie Yarra dabei zu haben, konnte den Männern sicherlich helfen. Nicht nur, weil sie als Gestaltwandlerin nützlich sein könnte, sondern auch, weil sie von Natur aus neugierig war. Auf diese Weise half sie garantiert beim Entdecken von wichtigen Dingen.
Und warum sollte Korven nicht selbst mitkommen? So entkäme er der Langeweile und er könnte gleichzeitig auch noch etwas für die Stadt tun. Zu erledigen gab es ohnehin nichts, so dass er das meiste auf seinen Sekretär abschieben konnte. Warum also nicht?
"Würdet Ihr Euch der kleinen Truppe anschließen wollen? Die Reise dauert aber sicherlich mehrere Tage", erklärte er dann und sah die Frau erwartungsvoll an.

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BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Fr 14 Aug 2015 - 17:57
"Erkundung?" wiederholte sie den Mann mit freudigem Gesichtsausdruck. Sie würde nichts lieber machen, als dieser Erkundung beizuwohnen. Vor gefallenen Engeln hätte sie wahrscheinlich immernoch Angst, aber der gestrige Abend hatte ja bestätigt, dass der Valaise durchaus in der Lage war, ein solches Wesen zu beseitigen. Nichts anderes konnte man mit diesen Monstern anstellen, als sie einfach zu neutralisieren. Aber eine solche Exkursion würde ihr auch die Welt eröffnen können und das bei Weitem besser, als es ihre Missionen auf eigene Faust an freien Tagen taten.
"Auf jeden Fall! Je länger, desto besser. Habt ihr denn schon eine Information, wann es genau losgehen soll und wo wir uns treffen? ... Und was wir eigentlich genau erkunden wollen ..?" Sie würde diesen glücklichen Ausdruck nicht mehr aus ihrem Gesicht bekommen. So viel war sicher. Wenn sie sich vorstellte, wie viele Dinge sie erleben würde, von denen sie hier unten nur träumen konnte, war es einfach nicht mehr möglich, dass sie der Müdigkeit die Vormacht gewährte. Gerne wäre sie sofort aufgebrochen, auf der Stelle und ohne Umwege. Jeder Tag, den sie nicht im Rudel, welches sich ihre Familie nannte, verbrachte, war ein guter Tag. Nicht, dass sie ihre Familie hasste oder dergleichen, aber allein schon der gestrige Abend war ausreichend, um eine Flucht ernsthaft in Betracht zu ziehen. Sie kam zu Hause an und obwohl ihre Schwester hätte schlafen sollen, belagerte sie die müde Utgard sofort, mit wem sie sich denn herumgetrieben hatte. Sie bekam darauf nur eine patzige Antwort, die ihr nicht sagte, dass es der Herrscher Aylis war. Aber dennoch war es schrecklich gewesen, so überfallen zu werden.
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BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Fr 14 Aug 2015 - 18:14
Irgendwie hatte er erwartet, dass die junge Frau so reagierte. Korven unterdrückte ein Lächeln, das auf kommen wollte, als Yarra freudig strahlte. Sie schien von dieser Idee gefangen zu ein und wirkte so, als könnte sie sofort loslegen. Der Mann schüttelte kurz den Kopf, hatte aber Gefallen an diesem Elan.
"Heute werden die Männer ausgewählt." Dass er gar nicht 'und Frauen' sagte, fiel ihm nicht auf. In Tanseru war es nicht normal, dass Frauen in den militärischen Dienst traten. Und auch die Utgard vor ihm half ihm nicht sonderlich auf die Sprünge. "Übermorgen soll es losgehen. Wir werden die Steppe erkunden und herausfinden, wie weit sie reicht und ob sich wichtige Rohstoffe in der Nähe befinden. Besonders Ackerland ist wichtig", erklärte er, da Ayli noch immer vom Handel lebte und dem Getier, das man nahe der Stadt finden konnte.
Der Wirt hinter ihm schaute die beiden neugierig an, denn Ackerland könnte für ihn billigeres Bier bedeuten. Wenn er es für den gleichen Preis verkaufte, würde er bald wohlhabend werden.
"Es wird eine kleine Gruppe sein. Wir beide und vielleicht zwei, drei andere Männer. Darunter ein Utgard und einen Wissenschaftler. Nach dem gestrigen Ereignis möchte ich nichts riskieren", erklärte er und verschränkte die Arme.
Sein Blick ging zur Tür. "Ihr könnt gerne dabei sein, wenn es um die Reisegefährten geht. Schließlich müsst ihr auch mit ihnen aushalten." Vielleicht fand sie ja jemanden, der eine freundlichere Begleitung war, als Korven es sein könnte. Er hatte Tanseru und seine Kälte in den Knochen sitzen. So war er einfach. Was anderes konnte man von ihm aber auch nicht erwarten.

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BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Do 20 Aug 2015 - 9:44
CF: [Ayli] Markt

Am Wirtshaus angekommen schlug er die Tür mit einem kräftigen Hieb auf, so dass sie an der Innenseite gegen einen besetzten Stuhl knallte, so dass sich derjenige, der darauf Platz genommen hatte, lauthals beschwerte und sich sogar erhob, um sich den Hinterkopf zu reiben und Neenoth einen bösen Blick zu schenken. Die laute Musik und die Gespräche innerhalb übertönten jedes Geschrei des verärgerten Herren, dem der Schwarzkopf lediglich ein "Heul nicht." entgegen warf. Damit verzog sich der andere wieder grimmig, war offensichtlich noch bei Sinnen, während sich seine betrunkenen Kollegen ebenfalls erhoben hatten und bereits die Fäuste ballten. Der Nüchterne beruhigte seine Freunde jedoch wieder schnell, so dass Neenoth zusammen mit Freyja das Wirtshaus betreten konnte, ohne sich gleich Ärger einzuhandeln.
"Dort hinten ist noch etwas frei.", brummte er und schritt an den anderen Tischen vorbei, um sich an den letzten freien zu setzen. Doch bevor er sich setzen konnte, kam ihm eine junge Frau zuvor, die sich einfach vor ihn schob. Aber auch sie konnte sich nicht gleich hinsetzen, denn der junge Engel packte sie am hinteren Kragen und stellte sie somit zwei Meter vom Tisch weg, so dass er zu erst Platz nehmen konnte. "He!", beschwerte sich das Mädchen, das offensichtlich schon angetrunken und etwas korpulenter war, seiner Ansicht nach ohnehin viel zu viel Platz weggenommen hätte. "Ich war zuerst hier!", schrie sie ihn an, aber er ließ sich nicht davon beeindrucken. Wenn er eines konnte, dann sich nicht von Nervensägen solcher Art provozieren zu lassen. Von jedem anderen, aber nicht von solchen Waschweibern. "Zweimal Met, bitte.", brüllte er dem Wirtsherren zu, der herüber gesehen hatte. Er nickte lediglich und machte sich dann an die Arbeit.
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Freyja
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Level: 15
Erholung: [40/40]
Merkmal: 2 Raben, der weisse Maith und der schwarze Mór

BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   Fr 21 Aug 2015 - 15:52
cf: [Ayli] Markt

Freyja betrat hinter Neenoth das Wirtshaus und folgte ihm zu dem freien Tisch ohne die beiden kurzen Auseinandersetzungen zu beachten. Hinter ihr flog der schwarze Mór in den Raum und landete mitten auf der Tischfläche, während Maith noch immer auf ihrer Schulter sass.
"Und noch etwas Brot", rief sie dem Wirt hinterher, bevor er wieder in dem überfüllten Raum verschwand. Sie ignorierte die Frau, der Neenoth den Tisch weggenommen hatte und die nun mit einem bösen Blick verschwand. Anscheinend hatte sie noch genug Verstand um sich nicht auf eine Schlägerei mit ihm einzulassen. Freyja setzte sich dem Soldaten gegenüber an den Tisch und sah sich um. Um diese Tageszeit war das Wirtshaus sehr gut besucht und es war ziemlich laut, den viele der Gäste waren bereits betrunken.
Die Atmosphäre erinnerte sie sehr an zuhause, wo sie mit Boas viele solcher Wirtshäuser besucht hatte. In Krätau war es aber um einiges wilder zugegangen. Dort hätten Neenoth Aktionen mit Sicherheit zu gewalttätigen Auseinandersetzungen geführt. Ein kurzes Lächeln stahl sich auf ihre Lippen, als sie an die zahlreichen Nächte erinnerte, in denen sie den alten Utgard nach einer heftigen Schlägerei wieder gesund pflegen musste. Das Lächeln verschwand aber sofort wieder aus ihrem Gesicht und wich einem eher traurigen Blick. Sie vermisste ihre Heimat. Gerade hier in den engen, dunklen Gängen Aylis sehnte sie sich nach der weiten Freiheit Krätaus.

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Zuletzt von Freyja am Mi 2 Sep 2015 - 14:40 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel   So 23 Aug 2015 - 13:50
Er war etwas skeptisch, als Freyja noch etwas Brot bestellte. Vielleicht vertrug sie den Met nicht sonderlich oder sie wollte nicht auf leeren Magen trinken, aber auch keine große Mahlzeit bestellen. Es sollte ihn nicht weiter kümmern, so dass er seine großen Pranken auf die Tischplatte legte und sie kurz betrachtete, ehe der Wirt schon wieder kam, zwei große Becher mit Met und Brot für die Frau brachte. Neenoth nickte ihm dankend zu, ohne auch nur ein Wort über seine Lippen kommen zu lassen. Hier an diesem Ort war man Distanz gewohnt und allgemein war bekannt, dass in Ayli ein rauer Ton herrschte, also machte er sich nicht die Mühe, sie noch einmal mündlich zu bedanken, es würde nur aufdringlich wirken. Abgesehen davon befand er sich heute nicht zum ersten mal in diesem Wirtshaus, man kannte den Soldaten bereits und wusste, dass er sehr schnell sehr viel Ärger bereiten konnte, wenn man ihm auf die Pelle rückte oder er anderen auf den Senkel ging. Allein der erste Schritt ins Haus hatte bereits eine Provokation ausgelöst und wäre er weiter darauf eingegangen, wäre es mit Sicherheit zu einer Schlägerei gekommen, die sich schlimmstenfalls auf die kompletten Besucher hier ausgeweitet hätte. Es wäre zumindest mal ein bisschen Spaß hier an diesem so tristen Ort gewesen, auch wenn die Stimmung aktuell recht erheitert war, so wie die Leute sich hier aufgeregt unterhielten und mitunter sangen und schaukelten.
"Prost!", meinte er, als er nach seinem Krug griff und mit der jungen Frau anstoßen wollte, um sich dann fast mit einem Schluck den kompletten Met herunterzukippen. Anders als die anderen Leute hier schaffte er es allerdings, den kompletten Inhalt in seinen Mund und nicht an seinen Seiten vorbei zu kippen. Er verstand nicht, wie die anderen so gierig und doch so verschwenderisch in einem sein konnten, indem sie den teuren Met einfach auf den Boden kippten.
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