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 [Ayli - Überirdisch] Baustelle der Siedlung

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Juserus
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BeitragThema: [Ayli - Überirdisch] Baustelle der Siedlung   Di 23 Jun 2015 - 19:11
Baustelle der Siedlung

Als die Welt wiederhergestellt wurde, entschieden sich die Utgard, den Untergrund nicht mehr als einiges zu bewohnen. Sie beschlossen, die über ihnen liegende Steppe zu bebauen und sorgten für die Errichtung einer Baustelle. Bisher stehen hier nur provisorische Baracken, aber schon bald soll hier eine Siedlung erblügen.
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Korven
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BeitragThema: Re: [Ayli - Überirdisch] Baustelle der Siedlung   Mi 12 Aug 2015 - 12:53
Cf: [Ayli] Wirtshaus - der steinige Buckel

Bestimmt gab es andere Jahreszeiten zu bestaunen, aber Korven kommentierte die Aussage der Frau nicht. Er kannte den Unterschied zwischen Frühling, Sommer, Herbst und Winter nur durch die Menge an Schnee, die in Tanseru auf dem Boden lag und den Temperaturen, die im Sommer etwas näher am Gefrierpunkt lagen, als im Winter.
Legenden sprachen davon, dass Tanseru einst ein Land voller Kultur war. Alle heutigen Städte waren nur auf Hügeln erreichtet, so dass sie eben auf der kargen Erde standen, doch eigentlich gab es weite Wiesen und Tempel und andere Heiligtümer. In den vielen Jahren, in denen die Tarr alleine auf dem ganzen Kontinent gehaust hatten und der ewige Winter noch nicht angebrochen war, schienen sie fleißig gewesen zu sein.
Doch dann kamen die Menschen. Sie kamen und nahmen sich wieder, was sie wollten. Sie brachten den Winter mit sich und somit die Kälte. Kein Wunder, dass Zwerge ihre eigene Brut hassten.
Ayli zog an Korven und Yarra vorbei, ohne dass sie etwas sagten. Die Stille war gerade angenehm, denn so konnte der Mann in Ruhe seinen Gedanken nachhängen. Seine glorreichen Tage als Oberst waren vorbei. In Ayli hatte er einen höheren Rang, aber sein Leben hier war von Langeweile und Eintönigkeit geprägt. Er war der Armee beigetreten, um etwas zu erreichen. Und den Utgard beigetreten, weil er es musste. Welche Wahl hatte er als Valaise gehabt? Welche Wahl, als sie ihn damals für einen Magier gehalten hatten? Anders konnte er es nicht beweisen.
Zähneknirschend musste er wieder an dieses Monster denken. Aenna. Eine Beschwörerin wie sie im Buche stand. Mächtig auf ihre erbärmliche Art. Sie hätte als Guarul einiges erreichen können, aber sie perfektionierte ein niedriges Niveau. Und Korven durfte nichts gegen sie machen. Sie nutzte ihre Magie, um Waffen zu beschwören, wodurch sie im Kampf flexibel wurde, obwohl sie eine starre und schwache Person war. Aenna Chara. Eine Guarul, die Guarul jagte und umbrachte. Eine Guarul, die unmenschlich war und sich eine Rutuv schimpfte. Korven hatte kein gutes Verhältnis zu diesem Berufsstand, verband man ihn in Tanseru nur mit Gier und Arroganz. Aber man trichterte ihm ein, dass Aenna geduldet wurde. Sie durfte Guarul sein. Sie schien es sogar zu müssen. Er hatte sie nicht töten dürfen, obwohl es seine Pflicht gewesen wäre.
Es war schon spät, aber in Ayli hatte Zeit für viele an Bedeutung verloren. Zwar waren weniger Personen als sonst auf den Straßen, aber dennoch schienen einige Gassen belebt zu sein. Manche Läden hatten rund um die Uhr geöffnet, so dass jetzt die Bewohner dabei waren, einzukaufen, wenn weniger Personen unterwegs waren. Diese Zeit war von aufregender Ruhe umgeben, die der Frostherr sehr mochte. Es war wie ein Schneesturm in den Eisweiten. Still und heftig. Er war da, war stark, aber nicht zu hören. Nur zu sehen. Daran erinnerte ihn Ayli zu dieser Zeit. Die Menschen eilten lautlos durch die Straßen. Es vielen nicht viele Worte. Sie waren einfach nur da.
Die Treppe war nicht mehr weit von ihnen entfernt. Zwei Stadtwachen standen an dieser und behielten den Auf- sowie Abstieg in den Augen. Sie beobachteten jeden, der hinauf und hinunter wollte und stellten zur Not Fragen. Als sie Korven und seine Begleitung entdeckten, machten sie sofort Platz und begrüßten den Utgard, welcher aber diesen Gruß nicht erwiderte. Korven hatte keine Lust darauf. Er wollte gerade keine sinnlosen Floskeln von sich geben.
Die vielen Stufen überbrückten die beiden in wenigen Augenblicken, waren sie doch trainiert und solche Märsche gewohnt. Lange und viel laufen, das war die Devise.

Die Baustelle lag still. Es war dunkel und hier konnte niemand arbeiten. Alle waren wieder herunter gegangen und hatten die unfertigen Gebäude in ihrem Zustand zurück gelassen. Sie errichteten sie im Stile Tanserus. Baumstämme, massig und robust. Sie wirkten klobig, konnten aber Jahre verharren, ohne repariert werden zu müssen. Im Winter hielten sie warm und im Sommer – taten sie es ebenfalls, denn so waren sie in Tanseru ausgelegt gewesen. Korven wusste nicht, wie es hier in Maesa sein sollte. Wie es werden könnte. Doch er war zuversichtlich, dass es hier weder sehr kalt, noch sehr warm sein würde. Frostfall lag an der Grenze und Vulkos war kein Land, in dem die Menschen schwitzten. Sume war weit weg. Der Süden schien wärmer zu sein als der Norden.
Die Augen des Mannes richteten sich auf den Himmel. Alle drei Monde waren heute zu sehen, obwohl Ator sich leicht vor Morei schob, so dass er in seiner schwarzen Farbe nur als Schatten auszumachen war. Ru war weiter von ihnen entfernt.
Doch was den Mann interessierte, waren die Sterne. Yarra schien sie zu lieben und so betrachtete er sie zum ersten Mal bewusst. Wenn man in Tanseru aufgewachsen war, kannte man fast nur Wolken. Graue Wolken am Tage und ein schwarzer Himmel in der Nacht.
In seinen blauen Augen spiegelten sich die abertausenden Lichter wider. Sie leuchteten hell. Zogen ein Band über den Himmel und bildeten Figuren, von denen der Mann immer wieder welche neu entdeckte. Sie tanzten am Firmament und erzählten ihre eigenen Geschichten. Niemand wusste, was diese Lichter waren. Wo sie waren und wie weit sie entfernt waren. Böse Zungen behaupteten, dass es Lichter von Orten in weiter Ferne waren, auf denen ebenfalls Wesen lebten. Andere nannten sie die Heimat der Götter.
Korven aber sah sie nur als Lichter an. Helle, wunderschöne Lichter.
"Es ist tatsächlich wunderschön", sagte er und verschränkte seine Arme. Er fühlte sich etwas verweichlicht, wenn er es recht bedachte. Ein Mann, der Sterne hübsch fand. Und doch konnte er seine Augen nicht abwenden. Sie hatten etwas Ewiges, das er nicht beschreiben konnte. Sie waren schon immer dort. Und sie blieben auch da. Egal wie sehr sich die Nationen bekriegten. Wie viele Leben genommen wurden und welche Epidemien die Länder heimsuchten. Sie hatten alles erlebt. Sie kannten Krätau ohne Schnee und sie kannten Maesa in jeder seiner Phasen. Kannten es als blühendes Reich und als öde Schreckenswüste. Und nun beobachteten sie die Ländereien dabei, wie sie sich wieder erholten.
Ein hellblauer Kristall flog an den beiden Utgard vorbei. Kurz hielt er inne und schien sie zu beobachten, bevor er sie umkreiste und wieder verschwand. Auch von ihnen wusste niemand was dies war. Sie hatte es auch in Tanseru gegeben. Sie gab es überall, aber ihre Bedeutung war unbekannt. Sie waren ein Mysterium.
So wie die Sterne am Himmel.

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BeitragThema: Re: [Ayli - Überirdisch] Baustelle der Siedlung   Mi 12 Aug 2015 - 13:34
Das Duo hatte das Lokal also verlassen und war dann auf dem Weg hin zu der Treppe , welche nach oben führte. Yarra überlegte, ob sie etwas sagen sollte, ob sie der Stille trotzen und sich wieder daran erinnern sollte, dass sie eben gerade noch sehr angeregt miteinader gesprochen hatten. Aber irgendwie - und sie glaubte, ihm ging es da genauso - war die abendiche Stille in Ayli angenehm. Nicht angenehmer als Eine Unterhaltung, aber in diesem Moment passte sie einfach gut in die Situation. Wenn man nachts in der unterirdischen Stadt spazieren ging, dann konnte man entweder Glück haben und eine angenehme, ruhige Stille nahm einen ein oder man hatte Pech, dass man durch den Schall der hier unten herrschte tatsächlich hören konnte, wie andere Menschen sich Straßen weit entfernt angeregt unterhielten. Das hing natürlich auch von den Menschen ab, um die es ging, aber Yarra freute sich darüber, wenn sie ein mal mehr Stille erleben und lauschen konnte. Sie hörte die gleichmäßigen und kraftvollen Schritte, welche sie und Korven begleitete, lauschte den murmelnden Gesprächen hinter verschlossenen Türen beim Vorbeigehen und als die zwei dann am Tor angekommen war der Erwartung inder Stimme der Wachen. Sie hätten es sich wohl gewünscht, dass der Herrscher Aylis sie wahrnehmen und ebenfalls grüßen würde, aber der Schwarzhaarige war in seinen Gedanken versunken, was selbst der Gestaltwandlerin, der zwischenmenschliche Kommunikation hin und wieder schwer fiel, klar war. Etwas enttäuscht ließen die beiden also die Wache unten zurück und machten sich auf, die Treppen hoch zu gehen. Lange Zeit hatte die lesescheue Frau nicht gewusst, wie tief unter der Erde sie eigentlich lebten. Der Maßeinheit bewusst war sie sich erst, als sie das erste mal die unzähligen Treppenstufen gemeinsam mit ihrer unsportlichen Familie erklommen hatte. Sie erinnerte sich noch genau an diesen Tag, an dem die Menschen erfuhren, dass sie nun endlich nach oben durften, die Oberfläche sehen, ohne fürchten zu müssen. Es war so voll, dass die Stadtwachen wirklich alle Hände voll zutun hatten, denn jeder wollte sehen, was dort oben war. Trotz der Drängelei aber schafften es irgendwann alle mal nach oben. Sogar de Alten half man zu sehen, was sie nie gesehen hatten. Yarra hatte damals oben gestanden und das erste, was sie sagte war, dass sie nie wieder runter gehen wollte. Dass war zwar nur ihr Herzenswunsch, aber dennoch wusste sie, dass hier oben ihr Leben zu finden war und ihre Zukunft lag.
Gemeinsam mit Korven und dem weiterhin entspannten Schweigen zwischen den beiden war dasTreppensteigen nicht anstrengend. Yarra machte sich einen Spaß daraus und wollte die Stufen zählen, kam aber bei einhundertachtundneunzig durcheinander und gab das Zählen auf. Wenn sie wieder hinunter ging, um am nächsten Tag zu arbeiten, würde sie es erneut versuchen. Sie kamen der Oberflche näher und die Luft veränderte sich schlagartig. Von stickig und verbraucht hin zu frisch und belebend. Sie atmete tief und zog an dem Herrscher vorbei, rannte die letzten Stufen hoch und blieb oben einige Meter von der Treppe entfernt stehen, um die Augen zu schließen und tief einzuatmen und dann hinauf zu sehen. Den Kopf ganz nach hinten in den Nacken gelegt betrachtete sie die Monde, die Tiefe der Schwärze des Himmels und die abermillionen Lichter dort oben.
"Ja, das ist es." bestätigte sie dem Mann, sah aber nicht zu ihm, weil der Himmel ihren Blick fest hielt und nicht mehr hergeben wollte. Yarra sah Formen in den Sternen, erband unterbewusst die einzelnen Punkte zu einem Bild, mal mehr und mal weniger komplex oder gut erkenntlich. "Siehst du die Sternbilder auch?" fragte sie nach einem kurzen Schweigen und sah vom Himmel ab hin zu ihrer Begleitung. Dabei blinzelte sie einige Male, um sich wieder an die normale Kopfhaltung zu gewöhnen. Ein mal mehr blinzelte sie dann aber ,weil sie ihren Augen nicht traute. Sie hatte schon ein paar mal davon gehört, dass die Menschen Begegnungen mit solchen Kristallen hatten, aber dass sie nun auch mal selber einen sehen würde, damit hatte sie nicht gerechnet. "Was ... was ist das denn? Sag nicht, die Sterne komme nauch auf die Erde!?"
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Korven
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BeitragThema: Re: [Ayli - Überirdisch] Baustelle der Siedlung   Mi 12 Aug 2015 - 14:00
Mit einem kurzen Blick bemerkte Korven, dass Yarra von den Sternen fasziniert war. Sie hatte nicht gelogen, was ihre Empfindungen diesen Lichtern gegenüber anging, aber das bräuchte sie auch nicht. Sie hätte gar keinen Grund gehabt, den Mann anzulügen.
Ihre Frage bezüglich der Sternenbilder machte den Utgard stutzig. Nicht wegen dessen Inhalt, sondern weil sie ihre Höflichkeit hatte fallen lassen und ihren Vorgesetzten duzte. Nicht mal Aenna oder Lucian hatten das getan. Sie waren dem Mann immer höflich gegenüber gewesen, obwohl Lucian Karlim gar keinen Grund gehabt hätte, denn dieser war Generalmajor von Hun gewesen. Der zweithöchste militärische Rang und einen Grad über Korven und Aenna. Aber er war stets höflich gewesen.
Nur seine Eltern hatten Korven auf die Art behandelt, wie Yarra es gerade tat. Nah. Freundschaftlich. Sie schien sich keinen Hehl daraus zu machen, aber Korven mit seinen harten Sitten war das fast schon ein Dorn in den Augen. Er wusste nicht, wie er darauf reagieren sollte. Ob er es ihr verbieten sollte oder ihr erlaubte. Ob er ebenfalls Duzen wollte oder höflich blieb.
Gerade waren sie privat. Sie befanden sich weder im Dienst noch auf den Weg dorthin. Sie hatten frei. Der Utgard beschloss, dass sie jetzt so sprechen durfte. Aber wenn sie ihm keinen Respekt zollte, sobald er wieder Utgard Korven Frostherr war, musste er sie maßregeln.
"Ja, ich sehe sie", sagte er und hob seinen Arm. "Dort scheint eine Schlange zu sein und etwas weiter links kann man Porupin entdecken." Porupin waren kleine, dicke Wesen mit braunem Fell. Sie waren selten in Maesa, kamen aber durchaus vor. Er hatte noch keines gesehen. Sein Blick schweifte weiter über den Himmel. Er sah einen Drachen. Sogar viele. Ob man jede Konsultation nutzen konnte, um seine Bilder zu finden? Er kannte sich mit Astronomie nicht aus.
Als der Kristall auf sie zu kam, schien Yarra verwirrt. Sie starrte dieses Phänomen an, als hätte sie es noch nie gesehen und tatsächlich gab es in Ayli diese Kristalle nicht. Sie waren sonderbare, seltsame Edelsteine, welche man nur überirdisch finden konnte.
"Nein, es ist ein schwebender Kristall", erklärte der Frostherr. "In Tanseru gibt es sie zu Haufen. Man kennt ihre Bedeutung nicht. Sie essen nicht, sie trinken nicht. Eigentlich machen sie nichts anderes als durch die Luft zu schweben", fuhr er fort. Es gab Theorien über diese Wesen, aber keine schien ihm stimmig.
Ein sanfter Wind kam auf. Einige Gräser und etwas Staub wurden aufgewirbelt und schwebten durch die Luft der Nacht. Es war friedlich. Seit langer Zeit war es friedlich.

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BeitragThema: Re: [Ayli - Überirdisch] Baustelle der Siedlung   Mi 12 Aug 2015 - 14:16

Tatsächlich erkannte der Mann ebenfalls die vielen Bilder, die der Himmel des nachts für sie offenbarte. Yarra hatte ihre ganz eigene Vermutung, wieso diese dort oben zu finden waren. Se sah ein mal mehr nach oben, um die Schlange zu suchen,welche Korven gemeint hatte. WEnn man Yarra fragte, dann waren diese Sternenbilder die Skizzen der Welt. Wenn Götte sich Rassen oder Lebewesen, Pflanzen, Steine und Gebilde ausdachten, dann hielten sie diese in den Sternen fest und des nachts durften die Bewohner dieser Welt daran teilhaben. Eigentlich war Yarra nie wirklich dem Glauben zugeneigt gewesen. Sie wusste, dass es die Götter gab, allen voran Juserus, aber ihnen dienen, beten und sich mit ihnen auseinandersetzen war nichts, was sie fesselte. Dennoch empfand sie ihre Theorie der Sterne als sinnvoll und wenn jemand, der wirklich glaubte, das hörte, würde er sicherlich zustimmend nicken und sich fragen, wieso sein Akademikerhirn nicht selbst auf diese atemberaubend einleuchtende Theorie gekommen war. Sie lächelte sanft über ihre Fantasie und sah dann wieder zu Korven. Was Porupin waren, wusste sie ebenfalls nicht, aber ihr war auch klar, dass sie sowieso schon Fragen über Fragen stellte, die für den Mann sicherlich von einem Kleinkind hätten stammen können. Sie kannte diese Welt nicht und liebte sie dennoch. Sie wollte alles herausfinden, was man hier herausfinden konnte und das am liebsten auf der Stelle.
"Klingt so, als wären sie ein schwebendes Rätsel. Aber solange sie niemandem etwas antun, sollen sie mal schweben." sie zuckte mit den Schultern. Eine frische Brise zog über die beiden inweg und wehte das kurze Haar der Frau in ihre Gesicht. Aber dort blieb es nicht, dan des Haarbandes, welches sie sonst nur getragen hatte, weil es eben zu ihrem Auftreten passte. das aus Leder geflochtene Band war wohl einmalig in Ayli gewesen, hier oben erwies es sich aber als nützlich, weil es das Haar sozusagen zurück hielt. Die Baustelle um sie herum war schon weiter, als noch vor wenigen Tagen. Sie hatten damit begonnen, die Mauern der Häuser hoch zu ziehen und würden wahrscheinlich bald schon damit fertig sein. Ihre Aufmerksamkeit sollte nicht weiterhin dem gelten, was sie schon kannte  den Gebilden menschlicher Baukunft - sondern dem, was sie pausenlos neu erleben wollte. Sie sah an Korven vorbei, hinter ihm war in einiger Entfernung eine Stelle, an der noch nicht gebaut und Bäume gefällt wurden. Nein, dort standen diese hölzernen Kolosse und ragten in den Nachthimmel empor. Yarra setzt sich in Bewegung dorthin, weil sie auch nicht die ganze Nacht lang stehenbleiben wollte. Vielleicht würde der Ausblick von einer Baumkrone aus noch atemberaubender sein. Sie warf einen Blick zu Korven, als sie dichter an ihn heran kam, um den Baum anzusteuern. "Gibt es in Tanseru auch Wälder und Bäume unter dem Schnee?"
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Korven
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BeitragThema: Re: [Ayli - Überirdisch] Baustelle der Siedlung   Mi 12 Aug 2015 - 18:50
Yarras Denkweise war angenehm frisch. Sie wirkte auf diese Weise leicht animalisch. Was niemanden etwas tat, konnte bestehen bleiben. Im Grunde passte dies zu der Denkweise der Utgard, zu denen sie auch gehörte. Ein Guarul ist gefährlich, also sind es alle. Und sie waren es. Wenn der Mann an die Schauergeschichten dachte, die man sich über Heiler erzählte, wollte er jeden einzelnen töten. Wer gab ihnen das Recht, jemanden mit einer Berührung töten zu können? Das war unfair. Ungerecht.
Die Utgard schritt an ihm vorbei. Ihr Ziel schien eine kleine Baumgruppe zu sein, die sich von der sonstigen Steppe abgrenzte. Sie diente als Material für die Häuser. Die Bäume, die nach der Wiederherstellung einfach wieder da gewesen sind.
Korven begleitete sie zu den Bäumen und lauschte ihrer Frage.
"Ja, sogar recht viele Wälder. Am berühmtesten sind die schwarzen Wälder, welchen auch schreiende Wälder genannt werden. Düstere Gestalten leben dort und werden von einer dortigen Familie im Forst gehalten, damit sie nicht das ganze Land verwüsten." Er selbst war nur einige Male in den Wäldern gewesen. Sie hatten ihren Namen mit Recht verdient, so dass er sie lieber mied. Aber sie waren der schnellste Weg gewesen, um von Ainu zu seinem Herrenhaus zu kommen.
Der Utgard musterte die Frau eindringlicher. "Viele Einwohner Aylis kommen von woanders. Viele aus Nanka, andere flüchteten aus den Umländern. Wurdest du in der Stadt geboren?", fragte er, weil es doch möglich war, einfach nur eingereist zu sein. Dann müsste Yarra aber recht jung gewesen sein, denn sie schien die Freiheit der Oberfläche nicht zu kennen.

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BeitragThema: Re: [Ayli - Überirdisch] Baustelle der Siedlung   Mi 12 Aug 2015 - 19:10

In ihren Augen schien der Herkunftsort von Korven eine Welt zu sein, die sie auch gerne kennenlernen wollte. Ein Land, das sich durch Kälte definierte, ein Land in dem immer Schnee lang und alles unter sich begraben hatte. Die Menschen dort mussten interessant sein. Wie waren Menschen aus einem Land, in dem es nur Kälte gab? Waren sie etwa alle so, wie Freyja und Korven? Die beiden waren aus einem solchen Land gekommen und daher konnte sich Yarra nur diese beiden als Anhaltspunkte dafür nehmen. Das unterirdische Volk der Ayli war zwar schroff und gelegentlich unerzogen und stur, aber im Allgemeinen hatte sie ihre Mitmenschen als sehr ordentliche und zuvorkommende Menschen erlebt.
"Düstere Gestalten? Land verwüsten? Ehrlich?" wiederholte sie mit Skepsis in ihrem Blick. Wie konnte jemand so blöd sein, sich in seiner unmittelbaren Nähe Wesen zu halten, die das Land verwüsten konnten? "Wenn die Gestalten so böse sind, wieso tötet man sie dann nicht zum Wohl aller?" Yarra selbst war nicht immer der Typ, der jedem helfen wollte, der Hilfe brauchte. Irgendwo war doch jeder für sein Leben selbst veratwortlich. Es gab Menschen, die in einen besseren und andere in einen schlechteren Stand geboren worden und dennoch hatte man die Möglichkeit, das BEste daraus zu machen, dachte sich Yarra. Wenn dann jemand sein Leben nicht nutzte, dann war das eigenes Verschulden, was sie nicht unterstützen wollte.
Die Bäume taten sich immer größer vor ihr auf, je näher sie ihnen kam. Schon einige male war sie in diesem kleinen Wald hier gewesen, als sie die Oberfläche erkundet hatte. Aber auf die Idee, auf einen Baum zu klettern, kam sie noch nicht. Sie war eine gute Kletterin und mochte es auch, Felswände unten in Ayli zu erklimmen. Aber Bäume schienen sich dafür bei Weitem besser zu eignen.
"Ich wurde in Ayli geboren." antwortete sie und drehte sich dafür beim Gehen zu Korven um. "Aber meine Eltern sind aus Sume hierher gekommen. Dort muss es wohl genau anders herum sein. Also anders, als in Tanseru. Kein Schnee, nur Hitze und Sand. Meine Eltern haben mir davon erzählt. Ich frage mich aber bis heute, was eine Gestaltwandlerfamilie wie meine in ein heißes Gebiet verschlagen hat. Das muss die Hölle gewesen sein." Sie zuckte mit den Schultern. Ein dickes Fell war sicherlich brauchbar in einem Land wie Tanseru, aber in Sume ...
Sie kamen den Bäumen näher und Yarra blieb am Fuße eines hohen Baumes stehen, um die Rinde mit den Fingern zu berühren. Die Äste waren gut und man konnte sicherlich klasse hinauf kletter, das war beinahe wie eine Leiter. Daher hielt sie sich kurz darauf auch schon im ersten dicken Ast fest und schwang sich nach oben.
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Korven
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BeitragThema: Re: [Ayli - Überirdisch] Baustelle der Siedlung   Mi 12 Aug 2015 - 22:13
Korven lachte kurz auf. Natürlich dachte Yarra simpel. Die Wesen in den Wäldern einfach töten.
"Das ist nicht so einfach", sagte er daraufhin. "Diese Wesen sind mächtig und bedienen sich der Guar. Eines von ihnen soll einem gewaltigen Hund ähneln und einen Menschen in eine Schleife schicken können, so dass er nie wieder aus dem Wald findet. Es wartet bis er stirbt und macht sich dann über die Reste es Körpers her." Er machte eine Pause und betrachtete den sich nähernden Wald. Wovon er sprach, nannte man nur 'schwarzes Wesen', denn eine genauere Bezeichnung fand man nicht. Nur wenige hatten von dem Tier berichten können, denn kaum einer überlebte es. Der einzige Bericht, der den besten Einblick verschafft hatte, war über tausend Jahre alt und stammte von einer längst verstorbenen Rutuv. "Die Marys kümmern sich um die Geschöpfe dort. Es ist eine Familie, der man sogar gerüchtweise die Nutzung von Guar vorwirft. Aber niemand überprüft es oder tut etwas dagegen. Zum Wohl des ganzen Landes." Korvens Stimme war beim Sprechen düsterer geworden. Man merkte ihm an, dass dies ihm gar nicht gefiel. Er hätte die Marys gerne überprüft und wenn sie sich als Guarul herausstellen, hätte er höchst persönlich einfach den gesamten Wald niedergebrannt. So war das Ableben dieser Wesen gewiss. Zusammen mit anderen Utgard und Valaisen hätte er die fliehenden vernichtet. Rutuv könnten die übernehmen, die sie übersehen hätten. Das wäre eine Sache von wenigen Monaten gewesen. Radikal, aber nötig. Aber seine Vorgesetzten hatten davon nie etwas hören wollen. Es war ihnen zu risikoreich.
"In Sume sind Waffen auch verboten und Guar wird gefördert", sagte er. Sume. Das Land, das den absoluten Feind darstellte. Korven würde sich niemals in die Wüste verirren. "Und Hitze ist abscheulich", fügte er an. Er erinnerte sich, in Yarras Akte gelesen zu haben, dass sie eine Gestaltwandlerin war. Nach der Mission hatte er sich eingehender über sie und die anderen informiert. Allgemein hatte er in den letzten Tagen viele Akten studiert und viel Wissen gesammelt. Ayli hatte mehr Einwohner als gedacht. Und für alle war er verantwortlich.
Gerade als er noch etwas sagen wollte, begann Yarra den Baum hinaufzuklettern. Der Mann schüttelte den Kopf, machte es ihr aber nicht nach. "Fall nicht, Yarra!", rief er ihr nach. Zwei Personen hielt der Baum sicherlich nicht und er hatte nicht das Bedürfnis, seine Füße vom sicheren Boden zu nehmen.

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BeitragThema: Re: [Ayli - Überirdisch] Baustelle der Siedlung   Mi 12 Aug 2015 - 22:31

"Igitt." entgegnete die Frau auf die Ausführungen mit dem Monsterhund des Todes. "Dann sind die Wälder nun mal verloren, schätze ich." Es war zwar irgendwie verwerflich, wenn man das Verwenden von Guar erlaubte und duldete, aber dennoch war es doch besser, wenn diese Wesen eingesperrt blieben, wo sie waren oder? Yarra war dem Verwenden des Guars zwar abgeneigt, aber sie war nicht so, dass sie auf Biegen und Brechen alles kippen wollte. Sie wollte bloß keine Magier in ihrer Gegenwart haben. Nicht in ihrer und auch nicht in der ihrer Familie.
"Was willst du mir damit denn jetzt sagen?" hinterfragte sie, als der Mann erwähnte, dass in Sume keine Waffen, dafür aber Guar erlaubt waren. Sollte sie, weil ihre Eltern von dort stammten etwa ein schlechterer Mensch sein?
Auf Bäume zu klettern erwies sich als einfacher, als gedacht. Sie waren durch ihre Struktur an der Rinde griffig und boten durch die Äste sicheren Halt für die Füße. Barfuß war das Klettern sowieso einfacher und angenehmer. Sie kletterte recht euphorisch hinauf und ehe sie sich versah, war sie auch schon einige Meter über dem Fußboden.
"Keine Sorge, ich falle schon nicht." entgegnete sie mit etwas Verspätung und drückte einen der Äste, weiter weg vom Stamm, zur Seite.
"Ist ja der Wahnsinn!" staunte sie, als sie von der erhöhten Position aus sehen konnte, was sich davor ihr auftat. Wieso war sie bisher noch nicht so hoch geklettert? Die Steppe überzog den Erdboden wie eine warme Decke es tat und bedeckte alles. Die Dunkelheit ließ nicht allzu viel, was sie beobachten konnte, aber sie erkannte, dass alles doch recht hügelig war. Die Sterne jedoch konnte man von hier aus nich so gut beobachten, da es keine angenehme Position dafür gab. Die Äste waren einfach zu steil nach oben gewachsen. Daher entschied die Utgard, dass sie nicht länger hier oben verweilen und Korven allein unten lassen wollte.
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Korven
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BeitragThema: Re: [Ayli - Überirdisch] Baustelle der Siedlung   Mi 12 Aug 2015 - 23:49
Die Erwiderung, als Korven das Waffenverbot in Sume erwähnte, kam dem Mann etwas patzig vor. Er wollte eigentlich nur den Kontrast zwischen Sume und Ayli weiter betonen, aber Yarra hatte es wohl falsch aufgefasst. Der Mann aber sagte dazu nichts, sondern machte nur eine wegwerfende Bewegung und damit war das Thema für ihn abgehakt. Warum sich erklären? Bei solch einem Thema wäre das überflüssig.
Yarra begann den Baum zu erklimmen und warf ein, dass er sich nicht um sie sorgen müsste. War seine Aussage wirklich sorgenhaft herüber gekommen? Eigentlich wollte er nur überflüssigen Stress verhindern, wenn sie fiel und sich das Genick brach. Er müsste dann nämlich erläutern, war vorgefallen war. Darauf hatte der Mann keine Lust.
Gerade als sie ganz oben angekommen war, bemerkte der Mann am Grund etwas Eigenartiges. Zwischen den Bäumen raschelte es. Es war ganz leise und kaum zu vernehmen.
Ein erschütternder Schrei hallte durch den Wald. Der Mann machte einen Satz zurück und wollte sein Schwert ziehen, doch er hatte es nicht dabei. Ebenso wenig wie seine Rüstung. Der Mann war unbewaffnet. Was er doch Aenna gerade um ihre verdammte Magie beneidete.
Yarra kam gerade herunter, als zwischen den Bäumen ein Wesen hervor brach. Der Mann riss seine Augen auf, als er erkannte, worum es sich handelte.
Eine junge Frau, deren Haut blass war und ihre Augen weiß. Blutige Tränen rannen aus diesen ihre eingefallenen Wangen herab. Aus ihrem Rücken sprossen zwei weiße Federflügel, aber sie waren mehrfach gebrochen und mit Blut beschmiert. Ihr geschundener Leib war in ein kurzes, weißes Kleid gehüllt. Ihre Waden aber fehlten. Sie schwebte über den Boden, denn ihre Beine endeten mit den Knien, welche mit einem Seil zusammen gebunden waren.
"Ein gefallener Engel", zischte der Mann und sah zu Yarra. "Verschwinde von hier. Ich kümmere mich darum", knurrte er und war bereit, seinen Körper zu wandeln, sobald die Frau außer Reichweite war.
Mit einem gefallenen Engel legte man sich nicht an. Sie waren boshaft. Wahnsinnig. Sie töteten alles, was ihnen über den Weg lief. Ein Engel näherte sich normalerweise jemanden, dessen Leben kurz vor dem Ende stand und man ihm helfen müsste, diese Welt zu verlassen. Vor der Katastrophe hatte es viele solcher Leben gegeben, also waren viele Engel anwesend, als der Kataklysmus losbrach. Viele der Engel waren in ihrer anderen Phase, wurden aber durch die reine Magie erfasst und zu dem gewandelt, was sie heute waren. Monster. Mit den Fähigkeiten, die sie zu ihren Lebzeiten ausgestattet waren, konnten sie heute nur noch morden.
Korven ballte seine Fäuste. Gleich würde er selbst ein Monster werden.

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Yarra
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BeitragThema: Re: [Ayli - Überirdisch] Baustelle der Siedlung   Do 13 Aug 2015 - 12:38

So schön und frei der Augenblick eben noch auf dem Baum gewesen war, so bedrückend und beängstigend war er doch jetzt geworden. Sie war gerade auf dem Weg nach unten und baumelte an einem Ast, auf der Suche nach einem weitere, auf dem sie ihre Füße sicher abstellen konnte, da ertönte aus dem kleinen Wäldchen ein grauenvoller Schrei. Soetwas hatte die Gestaltwandlerin noch nie gehört, geschweige denn eine Gestalt dazu gesehen. Sie zuckte aufgrund des Schreiens zusammen und ließ dabei den Ast los, an dem sie sich festgehalten hatte. Sie fiel einen knappen Meter, bis sie sich einen anderen Ast greifen und sofort sicher die Füße darauf absetzen konnte. Es trennten sie jetzt immerhin nur noch knappe drei Meter vom Fußboden. Aber wollte sie da jetzt wirklich hin, wenn sich hier ein Ungeheuer herumtrieb?
Ja. Das Wesen, welches sich aus den Bäumen heraus zeigte konnte schweben und wären seine eigentlich wunderschönen weißen Flügel nicht blutverschmiwert und gebrochen gewesen, dann hätte sie auch einfach fliegen, statt schweben können. Also doppelt scheiße. Yarra erstarrt bei dem Anblick des geschundenen Leibes. Sie konnte den Schmerz quasi genau spüren, der ihre krassen Verletzungen hervorgerufen hatte. Ihr Herz blieb für einen Moment gefühlt stehen, nur um dann wie das Herz eines Nagetiers in Panik rasend aus ihrer Brust springen zu wollen. Was war das?! Ein solches Gefühl war dem Raubtier fremd, aber ohne weiter darüber nachzudenken, folgte sie dem Fluchtreflex und sprang vom Adrenalin gesteuert von dem Baum, um vor der Gestalt zu flüchten. Genau so, wie Korven sie angewiesen hatte rannte sie in die Baustelle hinter ihnen, weche nicht weit von der Treppe nach unten entfernt war. Sie versteckte sich mit einem Sprung, der filmreif gewesen wäre hinter einer der nur halb hoch gezogenen Mauern und presste sich mit dem Rücken fest dagegen, um die Hand auf ihre Brust zu lesen. Was um alles in der Welt war das?
"Scheiße!" zischte sie und erst jetzt fiel ihr auf, was sie gerade getan hatte. Sie hatte zwar getan, was der Herrscher verlangte, aber dennoch musste dieser sich nun ganz alleine diesem Wesen stellen. Yarra zuckte mit einem kurzen Angstschrei begleitet ein weiteres mal zusammen, als der gefallene Engel ein weiteres mal seine grauenvolle Stimme erhob. Irgendetwas in ihr sagte ihr, dass sie in dieser Gestalt nicht sicher war, dass sie endlich ein mal auf ihren Instinkt vertrauen sollte. Nie hatte sie sich in einer solchen Gefahrensituation befunden und nie hatte sie daher den Wolf in sich so laut rufen gehört. Die Nanhra dachte nicht nach, sondern machte einfach. Sie legte ihre wenigen Kleidungsstücke ab und verwandelte sich. Die Knochen verformten sich in Windeseile und ebenso schnell war auch aus nackter Haut ein weißes Fell geworden. Sie lauschte mit den besseren Sinnen eines Wolfes dem Treiben, welches sich hinter ihr abspielte und war bereit, zu helfen, sobald sie entschied, dass es nötig war.
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Korven
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BeitragThema: Re: [Ayli - Überirdisch] Baustelle der Siedlung   Do 13 Aug 2015 - 13:19
Yarra folgte seinem Befehl und rannte. Einen Moment erhaschte Korven noch einen flüchtigen Blick auf ihr Gesicht und erkannte, dass sie Angst hatte. Verständlich, denn solch ein Wesen traf man nicht jeden Tag. Korven selbst aber sorgte sich nicht darum. Er hatte viele schreckliche Monster gesehen, denn in Krätau traf man oft auf Untote. Die Utgard brachten so viele Magier um, dass viele von ihnen nicht diese Welt verlassen wollten. Der Gestank der Verwesung war in einigen Gebieten Alltag.
Als Yarra weit genug entfernt war, sprang der Engel Korven auch schon an. Der Mann aber machte einen Satz zurück. Der Engel schrie, während Korven ebenfalls einen Schrei ausstieß. Seine Muskeln begangen zu brennen. Seine Haut färbte sich schwarz und seine blauen Augen wurden zu einem vollkommen weißen Augapfel. Leicht verlängerten sich seine Glieder und er fühlte, wie die Kraft seinen Körper durchflutete. Er hatte es, diese Form anzunehmen, aber er war unbewaffnet und wollte nicht, dass Ayli oder Yarra in Gefahr gerieten.
Die Verwandlung in einen Valaisen hatte nur wenige Augenblicke gedauert. Seine Fähigkeiten verstärkten sich augenblicklich und er fühlte seine Macht. Ein spöttisches Grinsen lag auf seinen finsteren Lippen.
Der Engel musterte den Mann eine Sekunde zu lange, denn Korven war auf ihn zu gestürmt und hatte seinen Hals gepackt. Er schleuderte ihn durch die Luft, so dass er hart auf den Boden aufkam. Es war auf halber Strecke zu der Baustelle.
Langsam hievte sich das Monster wieder in die Luft, während der Mann wieder auf ihn zuraste und in die Luft sprang.
Mit wenigen gebrochenen Flügelschlägen wich der Engel aus und Korven kam erschütternd auf den Boden auf, ohne sein Ziel getroffen zu haben.
Der Engel schrie. Korven brüllte.
Ein Valaise zu sein war schrecklich. Es bereitete den Körper keine Schmerzen, aber der Druck auf sein Bewusstsein bedrückte den Mann. Er wurde durch Magie geschaffen. Ein schmerzhaftes Ritual. Er trug Guar in sich, um Guarul zu vernichten.
Nun raste der Engel auf Korven zu. Er wollte den Mann schlagen, aber Korven fing seine Hand ab und drehte ihm den Arm um. Das Wesen kreischte auf. Der Utgard zog es an sich heran und drehte ihm den Hals um.
Tot stürzte es auf den trockenen Boden.
Der Engel war tot.
Aber ohne es zu bemerken, erschien hinter ihm ein weiterer, der diese Phase wechselte. In seiner Hand eine Sense, die den Valaisen nieder strecken wollte.
Die Klinge riss sich in die Luft.

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BeitragThema: Re: [Ayli - Überirdisch] Baustelle der Siedlung   Do 13 Aug 2015 - 14:31

Kaum hatte sie die Gestalt gewechselt, begann auch schon der Kampf der beiden. Sie lauschte, wagte es aber nicht, einen Blick um die Ecke zu werfen und zu schauen, was dort vor sich ging. Der Engel schrie ein weiteres Mal, ein schrilles Geräusch, das sich bis ins Mark zog. Die Antwort darauf klang jedoch nicht mehr menschlich. Klang nicht nach dem Mann, den Yarra ihren Vorgesetzten nannte. Es hörte sich an, wie eine tiefe, gefährliche Stimme, ähnlich dem Brüllen eines Raubtieres. Sie spürte die Anwesenheit vorn Guar und das war auch der Grund, weshalb sie dann doch um die Ecke trat und beobachtete, was sich abspielte. Der Engel nach wie vor im Angriffsmodus, eine grauenhaft, widerwertige Erscheinung, aber ihr Gegner? Konnte das wirklich sein? Der Herrscher von Ayli ein Valaise? Überrascht verzog sie sich wieder hinter die wand. Okay, der braucht wirklich keine Hilfe. Dennoch blieb sie und lauschte dem Geschrei, dem Donnern der auf den Boden gerammten Körper und dem schnelle Atmen. Korvens Herz musste schnell schlagen, denn sie ging davon aus, dass ein gefallener Engel wohl nicht mehr wirklich einen Herzschlag hatte. Hatten lebendige Engel denn einen? Wieder warf sie einen Blick um die Ecke, die schwarzhäutige Gestalt Korvens zog den blutigen Engel an sich heran und mit einer kraftvollen, ruckartigen Bewegung brach das Genik. Das überlebte nicht mal ein solches Wesen. Was er jedoch nicht bemerkte war ...
Yarra sprang ohne nachzudenken aus dem sicheren Versteck hervor und sprang mit einem gewaltigen Satz an den Arm eines zweiten gefallenen Engels. Das Wesen trug eine Sense in der Rechten und hatte diese bereits erhoben, senkte jedoch, begleitet von einem Schrei, etwas tiefer asl der des vorherigen Wesens, die Waffe wieder, um den knurrenden Störenfried loszuwerden. Mit der freien Hand packte sie Yarra am Pelz und zerrte sie von ihrem blutenden Arm weg, um sie daraufhin auf Korven zu schleudern. Ein bellendes Fiepsen entrann ihrer Kehle, hervorgerufen von dem Ziehen an ihrer Haut und dem Aufprall. Sofort aber rappelte sie sich wieder auf und stand neben dem Valaisen. Ohren angelegt, das Fell auf dem Rücken zu einem Kamm aufgestellt und der Engelsfrau die von ihrem Blut benetzten Zähne entgegenstreckend knurrte sie das unbekannte Monster an. Sie würde den Herrscher der Stadt nicht hinterrücks den Kopf abschlagen, solange Yarra noch lebte!
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BeitragThema: Re: [Ayli - Überirdisch] Baustelle der Siedlung   Do 13 Aug 2015 - 18:10
Ein Wolf sprang an dem Mann vorbei. Korven riss seine weißen Augen auf, als er einen Windzug hinter sich bemerkte. Yarra war auf einen weiteren Engel gestürzt, der den Mann angegriffen hatte. Innerlich fluchte der Mann. Er hatte seine ohnehin geringe Vorsicht fallen lassen. Kein Wunder, dass man ihm Risikofreude vorwarf.
Yarra biss sich in den Arm des Engels fest. Das Monster schrie, während Korven herumwirbelte. Bevor er etwas tun konnte, hatte der Engel sich in Yarras Fell verkrallt und sie auf den Mann geschleudert. Neben ihm kam sie jammernd auf den Boden auf. Sie erhob sich wieder und stand mit aufgestellten Fell knurrend neben dem Valaisen.
Dieser sah zu ihr herab und lächelte abscheulich. Was er war, konnte man nicht mehr als schön bezeichnen. Er war ebenso ein Ungetüm wie der Engel vor ihm.
Dieser Schrie wieder. Aber dieses Mal kam kein weiterer. Sie existierten schließlich schon seit zwölftausend Jahren. Kein Wunder also, dass ihre Zahl nur noch gering war.
Mit der Sense in der Hand stürzte der Engel sich wieder auf die beiden Utgard.
Korven rannte nach vorne und tauchte unter der sausenden Klinge herab. Dabei griff er nach der Waffe, welche brach und entriss so dem gefallenen Engel die untere Hälfte, welcher verwirrt einige Sekunden innehielt.
Sekunden, die der Mann nutzte. Er war mit einem Satz hinter dem Monster und legte den Schaft an dessen Kehle und drückte ihm so die Luft ab. So konnte er sicherlich nicht die Phase wechseln.
Diesen Moment sollte Yarra nutzen, um das Wesen endgültig zur Strecke zu bringen. Je schneller, desto besser, denn der Gefallene realisierte langsam, was vor sich ging.

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BeitragThema: Re: [Ayli - Überirdisch] Baustelle der Siedlung   Do 13 Aug 2015 - 19:17

Die Wölfin fixierte das engelsähnliche Monster ihr gegenüber und als Korven zum Angriff ansetzte, folgte sie so nah, wie es gerade möglich war. Mit einigen gekonnten Bewegungen fixierte er das Wesen mit seinen viel zu langen Armen. Yarra hatte aber keine Zeit, über die Valaisengestalt des Mannes nachzudenken und sich darüber im Klaren zu werden, dass diese eben nicht mehr der hübsche Mann war, der sie zuvor noch nach draußen begleitet hatte. Die Kele des Engels lag frei und damit war die Lücke gekommen, auf die Yarra gewartet hatte. Sie stemmte die Hinterläufe in den Boden und drückte sich mit voller Kraft ab, sodass sie dem fixierten Wesen auf den Oberkörper sprang und ohne zu zögern in dessen schutzlose Kehle biss. Die Kraft ihrer Kiefer zerquetschte augenblicklich die organischen Teile und mit einem kräftigen Reißen konnte sie die Blutung des Halses enorm erhöhren. Das hätte eigentlich schon ausgereicht, um das Wesen zu töten, jedoch war Yarra nicht gerade anwesend, was ihre Vernunft anging. Instinkt und die Rückwirkende Angst, welche sich jetzt in zu viel Adrenalin in ihrem Körper äußerten sogten dafür, dass sie immer und immer wieder in die Kehle hinein biss, bis sie auch das Genick gefasst und zerbrochen hatte. Leblos lag der schon vorher geschundene Körper unter ihr, jedoch wollte sich nicht herunter gehen: Zu groß war die Angst und die Gefahr, dass das Wesen sich wieder erhob und erneut angriff. Es brauchte auch einen Moment, bis sie aufhörte, knurren. Aber der Körper war stumm und leblos unter ihren Bewegungen.
Die Instinkte hatten sie übermannt und so wollte der Wolf, welcher sonst eher schlummernt dem Geschehen des Alltages lauschte, jegliche Gefahren, die das Leben der Gestaltwandlerin bedrohten beseitigen. Sie starrte kurz ein letztes mal zu der Engelsfrau, ehe ihre goldgelben Augen aufsahen und Korven betrachteten. Die Leftzen hoch gezogen und die Ohren erneut angelegt gab das Tier zu verstehen, dass es in dieser Gestalt vor sich durchaus Gefahr witterte.
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BeitragThema: Re: [Ayli - Überirdisch] Baustelle der Siedlung   Do 13 Aug 2015 - 20:00
Yarra erledigte den Engel. Fanatisch, übertrieben und blutig. Sie zerfetzte die Kehle des Gefallenen und ließ erst von dem Wesen ab, als es auf jeden Fall tot war. Korven beobachtete Yarra dabei wortlos.
Gerade als Korven dachte, dass die Gefahr gebannt schien, starrte Yarra den Valaisen an. Sie wirkte abweisend, finster und angespannt. Lag es an ihm? An ihm und seiner Gestalt? Wahrscheinlich. Er konnte sich nicht mal selber leiden, wenn er so aussah.
Beschwichtigend hob der Mann seine Hände und trat einen Schritt zurück. Während er das tat, verwandelte er sich zurück. Länger hätte er diese Form ohnehin nicht behalten können, ohne ohnmächtig zu werden. Es verlangte vieles von seinem Körper ab. Er sollte werden wie ein M'Rox, aber das schaffte man nicht. Valaisen waren ihre schwachen kleinen Duplikate.
Als er sein eigentliches Aussehen wieder angenommen hatte, blickte er zu der Wölfin. Er lächelte etwas erschöpft. "Alles in Ordnung?", fragte er das Tier und wunderte sich, ob es ihn überhaupt verstehen konnte. Gestaltwandler waren nichts, womit er sich je beschäftigt hatte. In Tanseru waren sie viel zu selten und meist nutzten sie dann auch noch Magie, weshalb sie zu den Feinden gehörten. "Ich tue dir nichts", fügte er an und ließ sich auf den Boden fallen. Seine Beine versagten ihm den Dienst. Es war, als hätte er sie überanstrengt – was er auch getan hatte. Manchmal fühlte er die Nachwirkungen seiner Verwandlung. So ging es nur wenigen Valaisen. Meist denen, die sich gegen ihre Kräfte wehrten, auch wenn sie diese freiwillig aktivierten.
Dann sank er auch mit dem Rücken auf den Boden und starrte in die Sterne. Deswegen waren sie hier hoch gekommen. Um die Sterne zu betrachten.

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BeitragThema: Re: [Ayli - Überirdisch] Baustelle der Siedlung   Do 13 Aug 2015 - 20:39

Die Wölfin fokussierte, was das seltsame Wesen vor ihr tat und trat skeptisch einen Schritt nach hinten, als dieses die Arme hob. Die Geste stellte sich als friedvoll heraus, sodass Yarra die Ohrenhaltung wieder normalisierte. Die Hautfarbe Korvens veränderte sich von dem tiefen Schwarz wieder zu der normalen blassen Farbe, die Yarra kannte. Auch die Augen leuchteten nicht mehr in diesem schrecklichen Weiß aus seinem Gesicht heraus, welches der Wolf so sehr fixiert hatte. Die Verwandlung beobachtete Yarra genau und als sie und der Wolf erkannten, dass der Mann vor ihr keine Bedrohung war, sondern einfach nur Korven, entspannte sich augenblicklich die Haltung der Wölfin. Sie nahm den Kopf wieder nach oben und schüttelte den Pelz. Das Blut der Toten verklebte alles und hinterließ einen metallisch-süßen Geschmack auf ihrer Zunge. Sie konnte nicht sagen, dass sie das ekelig fand. Eigentlich hatte sie dazu keine Einstellung, warhscheinlich war es wenn dann eher ein Faktor, der sie zum Jagen anregen würde. Aber so war es einfach da. Yarra wusste jedoch, dass sie sich lieber waschen wollte, solange sie noch in dieser Gestalt war. Mit einem blutverschmierten gesicht ließ es sich schlecht in die Stadt zurück marschieren, an der Seite eines Mannes.
Korven sackte in sich zusammen und ehe man sich versah, lag er auf dem Rücken im Gras. Na, wenn das mal keine unterwürfige Haltung war. In diesem Mann konnte die Wölfin nun wirklich keinerlei Bedrohung sehen. Vielmehr interessiertes ie gerade, ob es dem Mann gut ging und er noch atmete? Wurde er vielleicht doch von einem der Engel verletzt? Sie ging näher an den Körper des Mannes heran und blieb neben ihm stehen, die Nase in sein Gesicht haltend und schnüffelnd. Jap, noch am Leben. Irgendetwas hatte mein Schnuppern ungewollter weise seinen Weg in ihre Nase gefunden, sodass sie sich schnell herum drehte und nieste, nur um sich dann neben dem Mann ins Gras zu leben. Ebenfalls auf dem Rücken liegend, alle Viere von sich gestreckt, konnte sie den Himmel ebenso wie er sehen. Hin und wieder leckte sie sich mit der Zunge über die Nase und Leftzen, um das Ganze notdürftig zu säubern.
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BeitragThema: Re: [Ayli - Überirdisch] Baustelle der Siedlung   Do 13 Aug 2015 - 21:04
Der Wolf näherte sich dem Mann. Dieses Mal weniger feindselig, sondern freundlicher. Kein Knurren. Keine angelegten Ohren. Yarra schien zu erkennen, dass Korven kein Feind war.
Tatsächlich näherte sich der Wolf ihm und schnupperte an ihm. Korven vernahm einen süßlichen Geruch. Dann roch er das Metall darin. Blut. Yarra hielt ihre Schnauze direkt in sein Gesicht, ehe sie sich neben ihn niederlegte. Er blickte zu dem Tier herüber, welches auf dem Rücken lag.
Obwohl neben ihnen zwei Leichen lagen, schien es die beiden Utgard nicht zu kümmern. Als wäre es ihr Alltag.
Der Mann schloss seine Augen und genoss eine sanfte Böe, die ihm durch das schwarze Haar wehte. Ein angenehmes Gefühl. Nicht mehr lange, und der Gestank der Engel strömte zu ihnen herüber. Nicht mehr lange und die Ruhe war vorbei. Aber nicht jetzt.
Wieder sah er zu Yarra. Er brummte etwas Unverständliches, ehe er seine Hand ausstreckte und ihren Bauch kraulte. Tiere weckten in ihm das Verlangen, sie zu streicheln. Das taten sie bei vielen Menschen. Es war einfach so. Und nur deshalb kraulte er den Bauch des Wolfs neben ihr.
Einige Minuten vergingen, bevor er aufhörte. Seine Muskeln brannten nicht mehr und so konnte er sich aufsetzen. Sein Blick ruhte auf dem Wolf.
"Wir sollten dich waschen", sagte er. "Sonst lassen sie dich nicht mehr in die Stadt." Und diese Worte stammten aus dem Mund des Anführers, der ein Einlassen befehlen konnte. Er stand auf und musterte die Wölfin. "Komm. Hier in der Nähe ist gleich ein Fluss." Ob sie sich vorher verwandeln wollte oder irgendwelche Kleider in der Nähe hatte, wusste der Mann nicht. Im Falle, dass sie aber als Wölfin verbleiben wollte und ihre Kleider getragen werden musste, täte er es, ohne zu murren.
Was für ein Gentleman.

Tbc: [Ayli] Fluss - Ionida

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BeitragThema: Re: [Ayli - Überirdisch] Baustelle der Siedlung   Mo 31 Aug 2015 - 22:39
4. Lians
Früh morgens

cf: [Ayli] Privates Hospiz

Als Freyja an der Baustelle ankam war der Himmel noch dunkel. Sie hatte noch nie ein gutes Zeitgefühl gehabt. Zuhause in Krätau waren die Tage kurz und die Nächte endlos gewesen und in Nanka hatte der Himmel keine andere Farbe als schwarz gehabt. Doch sie mochte die Dunkelheit und den frühen morgen wenn die Vögel gerade aufstanden und alles noch still und friedlich war. So hatte sie sich auch leichter an den Wachen vorbei schleichen können, die kurz vor Schichtende standen und nicht mehr wirklich etwas mitbekam. Die Baustelle stand ruhig da. Sie wirkte wie ausgestorben, denn die Arbeiter würden erst in einigen Stunden mit der Arbeit beginnen. So genoss sie die Einsamkeit, die nur vom Krächzen ihrer Begleiter durchbrochen wurde. Die beiden Raben flogen hoch über ihrem Kopf durch die Luft und erfreuten sich an der neugewonnen Freiheit. Sie liessen sich im Wind durch die Luft gleiten und stiessen dabei freudige Schreie aus.
Freyja ging an den unfertigen Häusern und Gerüsten vorbei, während der Himmel sich langsam dunkelviolett verfärbte und dann immer heller wurde, bis er einen hellen rosafarbene Ton annahm und die ersten Strahlen der Sonne hervorkamen. Sie sah sich suchend um, konnte aber auf den zertrampelten Wegen zwischen den einzelnen Baustellen nichts finden, was sie hätte gebrauchen können. Bald erreichte sie den Rand der Siedlung, die noch nicht allzu gross war. Ein kalter Wind umfing sie und einer plötzlichen Eingebung nach, stellte sie ihre Tasche ab und zog Brustpanzer und Armschützer aus. Sie sah sich kurz um und als sie niemanden entdecken konnte, streift sie ihr Kleid über den Kopf und liess es zu Boden fallen. Sie schob ihre Sachen zu einem kleinen Bündel zusammen und versteckte sie unter einer Mauer. Dann lief sie los und änderte beim rennen in ihre Gestalt. Ihre Glieder wurden kleiner und bald stand sie mit spitzer Schnauze und einem langen buschigen Schwanz da, in ihrer Fuchsgestalt. Sie lief weiter durch das hohe Gras. Eine weile lang strich sie einfach ziellos umher, dann nahm sie eine Witterung auf. Kaninchen. Sie zögerte kurz, doch dann gab sie ihren tierischen Instinkten nach und folgte der Spur. Sie erblickte die Beute auf einer freien Stelle, wo es gerade an einem Grashalm knabberte. Freyja war etwas aus der Übung. Sie kauerte sich vorsichtig hin, schlich sich soweit wie möglich an und sprang dann mit einem grossen Satz auf das Tier zu. Es hatte keine Chance. Ihre spitzen Zähne drangen in das weiche Fleisch ein und sie schmeckte heisses Blut. Mit einem Biss war das Opfer tot und Freyja genoss die frische Mahlzeit, die erste am heutigen Tag. Wie lange hatte sie nicht mehr gejagt? Wie lange hatte sie diese Gestalt nicht mehr angenommen? Es musste eine Ewigkeit her sein! Es war gut endlich einmal wieder als Fuchs durch das Land zu streifen. In dieser Form konnte sie alle menschlichen Sorgen und Gedanken für eine Weilte vergessen und sich ihrer animalischen Seite hingeben, die sie normalerweise gut versteckt hielt. Als von dem Kaninchen nur noch Knochen übrig waren, leckte sie sich über die blutige Schnauze und machte sich auf den Rückweg. Die Sonne war nun aufgegangen und auch wenn es noch früh am morgen war, wollte Freyja nicht das Risiko eingehen, bei ihrer Verwandlung entdeckt zu werden.
Wieder in ihrer menschlichen Gestalt, zog sie sich ihre Sachen über und machte sich dann auf die Suche, weshalb sie eigentlich hergekommen war.
Schnell hatte sie die gelben Blüten des Kronenkorns entdeckt die an vielen Stellen zwischen dem Gras blühten. Auch Steppengras wuchs hier reichlich, allerdings war es etwas schwierig, es von dem gewöhnlichen Gras zu unterscheiden, dass hier recht hoch wuchs. Die anderen Kräuter waren schwerer zu finden und Freyja wanderte immer weiter ins Land hinein. Endlich entdeckte sie Schwermoss und sogar etwas Siebenklee an einer matschigen, steinigen Stelle am Boden. Es wurde nun immer heisser, die Sonne stand schon hoch am Himmel und die Hitze fing an Freyja zu stören. Sie mochte keine Hitze. Das war sie einfach nicht gewöhnt. Wo sie herkam, bedeutete Sommerwetter weniger Schneefall und eine Annäherung der Temperaturen an den Gefrierpunkt. Doch Freyja mochte die Kälte. Zu lange hatte sie in der Wildnis gelebt, auf sich allein gestellt und in dem eisigen Klima überlebt. Sie dachte an die Tage, wenn die Sonne nicht mehr aufging und es mehrere Wochen lang dunkel war. Diese Zeiten, wenn das Land von heftigen Schneestürmen heimgesucht wurde und draussen so kalt gewesen war, dass selbst die Bäume zu Eis erstarrten, waren besonders hart für das kleine Mädchen gewesen, dass sie damals gewesen war. die Suche nach Nahrung war beinahe unmöglich geworden und Tage lang hatte sie sich von nichts anderem als Schnee und gefrorener Erde ernährt. Noch erschwert hatte das Jagen die ständig drohende Gefahr gemacht, das der eigene Bau, der den einzigen Schutz vor dem beinahe schon gewissen Tod bot, jederzeit zugeschneit werden konnte und ihr nicht die Kraft blieb, sich durch den meterhohen Schnee ins sichere inneren der Erde zu graben.
Doch umso schöner war es, wenn die Sonne endlich wieder zum Vorschein kam, wenn auch nur für wenige Stunden, und ein wenig Leben in die sonst so unwirtliche Landschaft kam. So war Freyja aufgewachsen. Zwei Jahre hatte sie alleine überleben müssen, doch selbst als sie noch mit ihrer Mutter in der kleinen Berghütte gehaust hatte, hatten der tägliche Kampf gegen die Kälte und den Hunger ihren Alltag bestimmt. Und auch als Boas sie fand und mit in ein Dorf nahm, hatte diese Befürchtung den nächsten Sonnenaufgang nicht mehr zu sehen, nie ganz nachgelassen.
Das war auch einer der Gründe, weshalb sie Maesa nicht mochte. Jedenfalls bevor die schwarzen Wolken sich verzogen hatten. Die meisten Menschen hier, hatten noch nie in ihrem Leben die Sonne gesehen, oder Schnee, oder Vögel. Für Freyja gab es nichts Schöneres als die Wildnis und die Freiheit die sie mit ihr verband. Ein weiterer Grund für ihre Abneigung gegenüber dieses Landes. Besonders die engen Strassen und die Dunkelheit in der unterirdischen Stadt Ayli.
Dann war da noch die Hitze. Hier oben war sie wirklich schrecklich. Freyja beschloss sich auf den Rückweg zu machen, um wieder nach unten zu kommen, bevor die Sonne ihren höchsten Punkt erreicht hatte. Schon konnte sie die Umrisse der Baustelle erkennen. Mittlerweile waren dort viele Menschen, die geschäftig umher gingen oder an den Häusergerüsten hämmerten. Einige sahen die Gestaltenwandlerin und ihre beiden Begleiter verwundert an, als sie an ihnen vorbeiging, doch die meisten waren zu beschäftigt um etwas zu bemerken.

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[Ayli - Überirdisch] Baustelle der Siedlung

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